Full text : 3.1928 (0003)

Zweimal im vergangenen Jahre ist die Vereinigung um Teil—
nahme an Streiks der Eienbahnarbeiter angegangen worden
Schon bei der ersten Aufforderung im Mai gelegentlich des Ge—
halts⸗ und Lohnabbaues, stellte sich die Vereinigung auf den
Standpunkt, daß es für die bei uns organisterten Beamten eine
Teilnahme an einem Streik, der lediglich aus Motiven der ma—
teriellen Besserstellung ne werden soll, nicht geben kann.
Wir haben uns an den Zentralgewerkschaftsbund Deutscher
Reichsbahnbeamten und Anwärter in Berlin (3. G. D. R.),
dem wir den gesamten Hergang des Streits im Vezember 1327
schilderten, gewandt und ihn gebeten, uns seine Ansicht über
unsere Haltung schildern. Et antwortete uns unterm 23. 12
27, wörtlich: ‚Mit Ihrer Stellungnahme, die Sie uns mit
Schreiben vom 8. Dezember zu der Angelegenheit mitteilen,
gehen wir einig, da wir uns in ähnlichen Fällen genau
Prtinstellen würden, wie Sie es dort für richtig gehalten
en

7. Betreuung der Anwärterkollegen.
Ebenso wie die übrigen Gewerkschaften haben auch wir für
insere Anwärter die Betreuungsgelder des Reiches in Höhe
don 75.— Frs. für Ledige, 100. — Frs für Verheiratete und 10.—
Frs. für jedes Kind, Ende September durch unsere Geschafts⸗
telle auszahlen können.
8. Geschäftliche Mitteilungen.
Gestorben sind im verg. Jahre 40 Kollegen und 25 Ehefrauen
von Kollegen.
Im Laufe des Geschäftsjahres haben 1 außerordentliche Haupt⸗
persammlung, 32 geschäftsführende und 8 erweiterte Vorstands⸗
itzungen, sowie eine Mitgliederversammlung stattgefunden
In der außerordentlichen Hauptversammlung wurde anstelle
des ausgeschiedenen 2. Vorsitzenden der Kollege Reichert in den
zeschäftsführenden Vorstand gewählt.
Durch die im April 1927 vorgenommene Trennung der Ge⸗
chäftsstelle des Beamtenbundes und der Vereinigung, sowie die
Uebernahme des Sekretärs Dincher durch den Beamtenbund
war die Einstellung eines neuen Geschafisführers
Wir versuchten zunächst mit einer Kraft, die die Feliree e
nebenamtlich verwaltete, auszukommen. Im Verlaufe von 5
Monaten ergab 9 aber die Notwendigkeit eine volle Kraft
einzustellen. Die Wahl des erweiterten Verstandes fiel auf den
disherigen 2. Schristsührer, Kollege Rabe. Seine Taätigteit be⸗
zann am 1. September 1927.
Die erste Arbeit war die Einrichtung einer ornungemägigen
Mitgliederbewegung. Eine neueingerichtete Mitgliederkartei
zibt heute zu jederzeit Auskunft über die vorhandenen Mitglie—
der in der Vereinigung. Bis auf eine, sind sämtliche Fachgrup⸗
ven mit ihrer Mitgliederbewegung in Ordnung.
In der Zeit vom 1. 9. — 31 12 27 wurde an 42 Mitglieder
noder Geschäftsstelle Rat und Auskunft in persönlichen Fragen
Rechtsauskunft) gegeben In 14 Fällen wurden dienstliche An⸗
gelegenheiten der Mitglieder bei der E. D. durch den Geschäfts—
ührer vertreten.

Da die Verhältnisse im letzten Jahre immer mehr den unserer
Kollegen im Reich angepaßt wurden, ergab sich für uns die
notwendige Folge, unser bisheriges loses Verhältnis zu den
Berufsverbänden im Reich tiefer zu gestalten. Der Auftakt dazu
war die vom 1. Vorsitzenden des Z. G. D. R. Koll. Wieg. am
22. Oktober besuchte Verammlung im Kath Vereinshaus zu
Malstatt. Wir müssen bei die'er Gelegenheit feststellen, daß
unser Verhältnis zum 3. G. D. R. im vergangenen Jahre ein
tiefjeres geworden ist.

3. Auswärtige Vertretungen.
Auf dem Fachschultag des Verbandes der Deutichen Eisen⸗
bahn⸗-Fachschulen e. Vram 7. u. 8. August 1927 in Hamburg
war die Vereinigung durch ihren 1. Vorsitzenden, bei der Fried—
rich⸗List-Feier am 31. Oktober 1927 in Leipzig durch das Mit—
glied des geschäftsführenden Vorstandes, Koll. Müller, vertreten.
An dem 7. Gewerkijschaftskursus am 3. bis 6 Oktober 1927 in
Berlin nahm der 1. Vorsitzende der Vereinigung teil. Aus An—
laß der — des Koll. Wieg fand am 21. 10. 27 eine
Besichtigung der Völklinger Hütte durch den Erw. Vorstand statt.
4. Vertretungen bei der Eis. Dir. und Regierungs-Kommission.
Im Interesse der Mitglieder und Fachgruppen haben 46
großere und 74 kleinere Besprechungen bei der E. D. und Rega.⸗
Kommission stattgefunden.
5. Beamtenvertretung.
Auch im Bez-Beamtenausschuß, in dem die Vereinigung in
der Viehrzahl (Verhaltnis 1134) durch Mitglieder ihres erw.
und geschäftsf. Vorstandes vertteten ist, wurde im vergangenen
Jahre das Intereise der Mitalieder der Vereinigung vertreten.

An laufenden Eingängen wurden im vergangenen Jahre
548 behandelt. 14 Rundschreiben Serie J gaben den Mitgliedern
des erw;, Vorstandes von unternommenen Schritten und deren
Ergebnissen Kenntnis. In 10 Rundischreiben Serie II erhielten
die Vertrauensmänner Mitteilungen zur Verbreitung unter die
Kollegen ihres Vertrauensbezirkes.
Insgesamt 16 Versammlungen der Fach- bezw. Orisgruppen
wurden von Mitgliedern des geschäftsführenden Vorstandes und
dem Geschäftsführer besucht.
Mit Vorgetragenem glauben wir ein erschöpfendes Bild über
die Tätigkeit des Vorstandes gegeben zu haben. Sollten nicht
alle Anträge und Forderungen durchgeführt bezw. erfüllt sein,
so lag es eben an den Verhältnissen, die stärker waren als wir

6. Genossenschaftswesen.
Auf diesem Gebiet haben wir einen Forftschritt
verzeichnen, als es uns gelungen ist, einen Sitz im
des Asko für uniern 3 Vorsißenden zu bekommen.

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