Full text : 3.1928 (0003)

Den Weomtenbund
Zeitschrift
des Beamtenbundes
des Saargebietes

Bel Beslellung durch die Post Be—
waspreis monatlich 3.—2 Franken
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Saarbrücken, den 4. August 1928

J 3. Jahrgang

Nummer 31

JInhalt: Gedankengänge zur Bildung einer Arbeitsgemeinschaft der unteren Beamtenverbände im Rahmen des Beamten—⸗
bundes. — Vorläufige Regelung der Besoldungsfrage für die Kommunalbeamten. — Von der Verwaltungsaka⸗—
demie Saargebiet. — Von der Bundesleitung. — Aus den Verbänden.

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GEDANKENGANCGE ZEURBILDUNG C EINER ARBEITSCGEMEIN-SCHAFT
 ODER UNIEREN BEMVUVENVERBANDE IM RAHNMEN
DES BEAMIENBUNDES
Schon längere Zeit beschäftigten sich einige größere Be- danke der Gründung einer Arbeitsgemeinschaft besprochen
amtenorganisationen der unteren Gruppen mit dem Ge- werden.
danken, in besonders schwerwiegenden Fragen wie Besol—⸗ Die Zusammenkunft fast aller Vertreter der unteren
dung, Wirtschafts- und Beamtenrecht eine gemeinsame Fruppen fand erstmalig am Dienstag, den 17. Juli, im
Linse zu finden und aus diesem Grunde der Frage der Bil- Kolpinghaus statt.
dung einer Arbeitsgemeinschaft der unteren Beamtenver⸗ Die Einberufer dieser Versammlung, die Kollegen
bünde des Saargebietes näher zu treten. Reichert und Ad Geiß, referierten zunächst über Zweck und
Der Verbandstag 1927 des Verbandes der Post- und Ziele der ins Auge gefaßten Arbeitsgemeinschaft und be—
Telegraphenbeamten des Saargebiets, untere Bes.Grup- tonten ganz besonders, daß dieser Schritt nicht etwa gedacht
pen, hat den geschäftsführenden Vorstand beauftragt, durch ei, um Sonderbestrebungen der unteren Gruppen in die
Fühlungnahme mit anderen Verbänden der unteren Grup- Wege zu leiten, sondern aus der Erkenntnis heraus, daß
pen den in den Reihen der Postkollegen schon längst ge- ünftig in dieser Arbeitsgemeinschaft gemeinsame Richt—
hegten Wunsch der Gründung einer Arbeitsgemeinschaft inien aller Beamten ausgearbeitet und der Spitzenorgani—
der Beamtenverbände der Gruppen 128VI einschließlich der ation, dem Beamtenbund, als Arbeitsmaterial übergeben
aus diesen aufsteigenden Beamten im kommenden Geschäfts- werden sollen. Die Einberufer erklärten ausdrücklich, daß
jahr der Erfüllung näher zu bringen. die Arbeitsgemeinschaft nur zu alle Beamten der unteren
Es ist bedauerlich, daß in der Vergangenheit die Kollegen, Fruppen berührenden Fragen Stellung nehmen solle und
ihre eigenen Wege gehend, aneinander vorbeigingen, ohne nur als im Raumen des Beamtenbundes stehend gedacht sei.
den Gedanken der Zusammengehörigkeit aufkeimen und zur Die Aussprache ergab, daß zwar kein Vertreter gegen die
Tat werden zu lassen. Bildung der Arbeitsgemeinschaft war, daß aber von einigen
Aber noch ist es nicht zu spät! Vertretern und zwar nur von Vertretern der Eisenbahnkol—
In die Zukunft blickend, ist es ein Gebot der Stunde, mit legen etwas Mißtrauen gegen die Arbeitsgemeinschaft ge—
Rücksicht auf die noch zu erwartenden großen Aufgaben, hegt wurde. Ja, einer dieser Herren Vertreter glaubte
die die Gesamtbeamtenschaft und nicht zuletzt die der rotz Mißtrauens nun in der Arbeitsgemeinschaft das Feld
unteren Gruppen im Saargebiet zu lösen hät, die Arbeits- zu haben, um seinem Unmut dem Beamtenbund gegen—
gemeinschaft baldigst ins Leben zu rufen. über in scharfer, unsachlicher Kritik Luft machen zu können.
Aber auch hier heißt es, wie so oft im Leben: „Auf den Die einigen Vertretern der Bundesleitung gemachten Vor—
ersten Hieb fällt kein Bauin!“ Die vor einigen Tagen ver- würfe konnten ohne große Mühe von dem Mitglied der
abschiedete Besoldungsneuregelung gab Veranlassung zum Bundesleitung, Koll. Kaufmann, zurückgewiesen werden.
erstmaligen Aufruf zur Gruündung der vorgenannten Ar— Es ist ja ganz klar, daß die Arbeitsgemeinschaft nicht als
heitsgemeinschaft. Tummelfeld für Angriffe gegen den Beamtenbund, gegen
Der Anlaß zum Aufruf war folgender: ꝛine Fachorganisation oder gar gegen die eigene Fachorgani⸗—
Allgemeine Unzufriedenheit über die Besoldungsneu- ation angesehen werden kann; derlei Dinge möge man
regelung der Regierungskommission, das Auftauchen des ruhig im eigenen Haus regeln, sofern man den Mut auf⸗
Gedankens einer prozentualen Erhöhung der Beamten- bringt. Gerade in dieser Arbeitsgemeinschaft sollen die ver—
gehälter und nicht zuletzt der geäußerte Unwille gegenüber einigten Vertreter der unteren Gruppen frei von allem per⸗
der Leitung des Beamtenbundes wegen der Forderung nach önlichen und Fachegoismus gemeinsame Wege zum Wohl
Einführung der Reichsbesoldung, erbrachten die Notwendig- und zum Besten aller Kollegen der unteren Gruppen gehen.
keit, zunächst in den Reihen der Beamtenverbände der Die zum Schluß von dem Leiter der Versammlung, Kol⸗
unteren Gruppen Aufklärung zu schaffen. Ferner sollte, legen Reichert, gestellte Frage, „Liegt die Notwendigkeit
um künftig einen einheitlichen Willen zu erzielen, der Ge- der haldigen Gründung einer Arbeitsgemeinschaft der un—

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