Full text : 3.1928 (0003)

Mancher Kollege wird diesen Erfolg nicht werten
wollen, weil er sich augenblicklich nicht bei
ihm wirtschaftlich auswirkt. Der Standpunkt ist
grundfalsch und beurteilt die Dinge nur nach dem Augen—
blick und nicht nach ihrer Wirkung für die Zukunft. Jede
Führerarbeit muß bei der Erstrebung von Gegenwarts⸗
erfolgen Zukunftsarbeit sein. Auf der Gegenwartsarbeit
muß die Zukunft aufbauen können. Wir glauben in
dieser Hinsicht durch die Einführung der Reichsbesoldung
einen Erfolg erzielt zu haben, der für unsere hiesigen Ver—
hältnisse nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Die
VerbindungmitdemReicheist heute wieder
festergeknüpftalsjeinden Jahrennach1918
Alles, was unsere Kollegen drüben erreichen in ihrem
Kampf, muß uns zugute kommen. Daß aus dieser Verbin—
dung uns nur Vorteile erwachsen werden, zeigt schon die
augenblickliche Reform in sich. Es gibt wohl niemand
in der Beamtenschaft, der der Meinung wäre, daß wir ohne
die Abrede von Baden-Baden augenblicklich überhaupt uns
über eine Reform hätten zu unterhalten brauchen. Wo⸗
hinunser Saargebietswegging,zeigteder
Gehaltsabbauimvergangenen Jahre! Nur
das Festhälten an unserem Rechtsstandpunkt hat uns den
Erfolg beschieden. Mag er auch augenblicklich nicht den er—
warteten wirtschaftlichen Vorteil bringen, das bleibt an und
für sich tief bedauerlich, kann aber an der Tatsache nichts
ändern, daß wir noch festeren Boden unter den Füßen
haben und sicher in die Zukunft marschieren können.
Wer so mit der Führung die Dinge sieht und
beurteilt, dem wird es auch nie verständlich sein, daß
es Beamte geben konnte, die, als neulich die Frage der
prozentualen Zuschläge auftauchte, an ihrer eigenen For—
derung irre wurden! RNie und nirgends waren
irgendwelche Vorschläge oder Angebote in dieser Richtung
gemacht worden. Und trotzdem ein Umfallen bei manchen
War es vielleicht ein letzter Versuch, die
Beamtenschaft kurz vor dem Ziele noch ein—
malauf Abwegezu führen? Kollegen, BVeamten⸗
politik verlangt klaren Blick in die Zukunfst und darf nie
nur von Augenblickserfolgen diktiert sein!
Man denke sich aus, wohin wir gekommen wären, wenn
nan die prozentualen Zuschläge durchgeführt hätte! Die
Beamtenschaft hätte zustimmend eine Abweichung von
ihrem Rechtsboden hingenommen. Die Reform wäre durch—
1
Wilh. Hottmann
— — ——
Saarhrücene
JIohenzollerastr. II u. 3
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ztrumpfiu. Vollwaren
rriotagen.
Handarhbeiten.

geführt worden, und eine Berufung auf deutsche Verhält—
tisse wäre unmöglich gewesen. Wie ständen wir heute da,
tachdem der Franken stabilisiert ist? Die augenblickliche
Keform ist unabhängig von der Stabilisierung durchgeführt
worden. Hat auch die Regierung jetzt unsere Forderung
auf Goldgehälter nicht erfüllt, so bleibt doch die Tatsache
bestehen, daß die Stabilisierung Gesetz ist und daß die
berträge zu Recht bestehen. Die Regierungskom mission
nuß und wird dem Rechnung tragen und bald auf
rund des Börsenkurses die Besoldung regeln. Der
Weg in die Zukunft ist gerade; unsere Rechtsgrundlage ist
lar; das Ziel muß erreicht werden! Notwendig bleibt
nur eins: Es darf in keinem Saarbeamten auch nur der
Hedanke auftäuchen, daß es je möglich sein könnte, von
diesem Ziel, das uns zur vollständigen Angleichung an die
Reihoperhaltnisse führt, auch nur um Millimeterbreite ab⸗
zuweichen.

Gewiß ist viel Erbitterung und Enttäuschung in der Be—
amtenschaft. Wer sollte das nicht verstehen? Sicher wissen
und fühlen es alle die, die tagtäglich arbeiten an der Lin—
derung der Not. Darf aber je Not und Enttäuschung An—
aß zu Zwietracht werden, wenn man weiß, daß alles ge—
schah, was zu tun möglich war, um zum guten Ende zu
kommen? Richte man doch seinen Unmut an die rechte
Adresse und vergesse dabei nie, daß nur eine —
Beamtenschaft jetzt ein Ziel erreicht hat und weitere Ziele
in der Zukunft erreichen wird.
Zusammenfassend wollen wir feststellen:
Bei der Beurteilung der verabschiedeten Besoldungs⸗
eform ist eine materielle und eine ideelle Seite zu beachten.
Das materielle Ergebnis ist vollstündig unbefriedigend
und unannehmbar. Es wird untragbar durch die dem
Rechtsanspruch der Beamten widersprechende Festsetzung
des Umrechnungsfaktors und durch die unverständliche Rege—
lung des Wohnungsgeldes und der Ortsklassenfrage. Diese
Reuordnung der saarländischen Besoldung kann nicht zum
Frieden führen. Der Kampf geht weiter, bis wir in der
Frage der gehaltlichen Gleichstellung mit den Reichsbeamten
am Ziele sind!
Unser ideelles Ziel ist erreicht! Die Reichsordnung ist
übernommen. — Unsere Verbundenheit mit dem Reich ist
gesichert, und die Basis zum Kampfe um die Wahrung
unserer materiellen Rechte geschaffen. M.

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dauert 2 Jahre und schließt mit der staatlichen Prüfung.
Zweimal im Jahre ist Aufnahme und
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Nähere Auskunft erteilt die Oberin im
St. Antonius⸗ Hospital (Augustinerinnen) Köln⸗Banenthal
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