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Der Weomntenbund
Zeitschrift
des Beamtenbundes
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3. Jahrgang Saarbrücken, den 14. Juli 1928 Nummer 28
Inhalt: Zur Besoldungsfrage. — Der Wohnungsgeldzuschuß. — Nochmals Beamtenbank. — Mitteilungen der Saarländischen
Beamtenbank. — Aus den Verbänden.
ZTUR BESOLDUNGSFERAGE
Unsere seit Oktober 1927 fällige Besoldungsreform ist
in ihren Endzustand getreten. Tausende von Beamten
warten auf das erlösende Schlußwort, das sich die Regie—
rungskommission bis jetzt immer noch vorbehalten hat.
Ungeheuerlich ist die Erregung in der Beamtenschaft, wie
fie stärker kaum war. In zahlreichen Versammlungen und
Entschließungen macht sich die Erbitterung Luft und bleibt
doch stets noch weiter geladen mit explosivbereiter Kraft,
So schwelt es unter der Oberfläche unheilschwer und giert
nach Lösung. Ein Funke nur, und es brennt im Haus
lichterloh. Ein Sonnenblick nur. und es glätten sich
die Wogen zusehends.
Die Regierungskommission kennt die Stimmung in der
Beamtenschaft. Zu wiederholten Malen ist ihr die Lage
schriftlich und mündlich geschildert worden. Wir müssen es
ihr überlassen, wie sie unsere Darstellung gewertet hat.
Ihre Sitzungen in diesen Tagen gebären den Funken
und damit den Brand oder — den Sonnenblick
pz die Entkrampfung. Schicksal geht ehern seinen
8* Seg.
Die Beamtenschaft des Saargebietes hat ein Anrecht auf
die Besoldungsneuregelung. Sie hat Anspruch auf zehn—
monatliche Rückwirkung. Fünf volle Monate hat die Re—
gierungskommission benötigt, um ihre Vorlage fertigzu—
stellen. Die Beamtenschaft, zur Mitarbeit aufgefordert,
hat in drei Wochen ihre Stellungnahme vorgelegt. Die
Gutachterkommission der Regierung hat unsere Gegenvor—⸗
schläge überprüft. Alles ist reif zum Abschluß.
Herr Präsident Wilton hat bei unserer letzten Bespre—⸗
chung mit ihm bemerkt, daß die Ueberreichung der Regie—
rungsvorlage und die Prüfung unserer Gegenwünsche kein
nur formeller Akt der Regierungskommission gewesen,
sondern daß man ernstlich gewillt sei, unsere Stellungnahme
in das Resormwerk soweit als moöͤglich einzubauen. Wenn
die Regierungskommission in diesen Tagen entsprechend
handelt, soll uns diese Haltung freuen. Sie würde
damit den uns aus früheren Jahren sattsam bekannten
Diktatstandpunkt aufgeben. Wir stellen unser Endurteil
zurück und warton FJaten ab.
In den Tagen unserer Beratungen waren nur drei Mit—
zlieder der Regierungskommission anwesend. Herr Präsi—
dent Wilton traf Ende Juni aus seinem Urlaub wieder
hier ein. Seither hat die Regierungskommission zwar
pieder verschiedene Sitzungen abgehalten; mit unserer Be—
oldungsangelegenheit aber hat sie sich nicht befaßt. Herr
bräsident Wilton bemerkte hierzu, daß ohne Herrn von
khrnrooth die Behandlung der Besoldungsfrage nicht in
Angriff genommen werde; wegen der Wichtigkeit dieser An—
gzelegenheit könne nur in Vollsitzungen hierüber beraten
verden. Herr v. Ehrnrooth vertritt die Masse der Be—
amtenschaft, besonders das Heer der unteren Beamten.
Es ist auch unser Wunsch, daß ohne Hern v. Ehrnrooth
iber die Besoldungsreform nicht entschieden wird. Ein
inderes ist's, ob man nicht auch ohne ihn schon mit den
Beratungen hätte beginnen können. Man bat das
richt getan.
Herr Minister v. Ehrnrooth ist am 10. d. M. wieder
rus seiner Heimat hier eingetroffen. Am 11. Juli fand
die erste Sitzung der gesamten Regierungskommission in
unserer Besoldungsangelegenheit statt. Ueber das Ergeb—
nis kann an dieser Stelle noch nichts mitgeteilt werden.
zerr Präsident Wilton hat uns versichert, daß alle Mit—
jlieder der Regierungskommission bestrebt seien, die Be—
oldungsreform auf schnellstem Wege zu verabschieden;
gegebenenfalls sollten Sondersitzungen hierfür vorgesehen
verden. Wir nehmen diese Erklärungen zur Kennt—
nwis und behalten uns unser Urteil vor, bis die Regie—
rungskommission uns ihre Taten gezeigt hat.
Höchste Eile ist geboten, wenn die Beamtenschaft noch
im Laufe des Juli in den Genuß der Besoldungserhöhung
ommen soll. Und das muß unter allen Umständen er—
nöglicht werden angesichts der nun schon zehnmonat—
ichen Verzögerung, der Nichtgewährung von Vorschüssen,
der Not und Erbitterung der Beamtenschaft und endlich
der beginnenden Urlaubs- und Ferienzeit für die Beamten
und — die Minister. Gegen eine nochmalige weitere Ver—
schleppung der Besoldungsangelegenheit, deren Ende
kaum abzusehen wäre, wird sich die Beamtenschaft
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Wechel Mitgliede αιn
Beachtet die Mitteilungen über die Sozialeinrichtungen der Beamtenbank in dieser Nummer!
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