Full text : 3.1928 (0003)

Es ist aber auch unrichtig, wenn allzuviel einzelne Schecke über
kleine Beträge beinahe täglich zur Einlösung vorgelegt werden,
Tie geeignete Form scheint uns die Abhebung in drei bis füns
Raten. Das nicht gebrauchte Geld trägt dem Mitglied einst—
weilen Zinsen und die Bank besitzt die Möglichkeit, einen Teil
der Gelder auf bestimmte Fristen anzulegen.

Hiermit soll denjenigen ein Fingerzeig gegeben sein, die die
ichtige Einstellung in ihren Geldbedarf noch nicht gefunden
yaben, selbstverständlich wollen wir niemanden das freie Ver—
ügungsrecht über sein Geld etwa schmälern.
Der Vorstand

vereinigung der Eisenhahn⸗Peamten und⸗Anwürter
im Saurgebiet e. V.
Verband der Deutschen Eisenbahn-Fahrbeamten und Anwärter
im Saargebiet e. V.
Am 20. Mai 1928 fand in Neunkirchen eine außerordentliche
Generalversammlung naee Verbandes mit nachstehender
Tagesordnung statt: 1. Verlesen der Niederschrift der Jahres—
hauptversammlung vom 22. Januar 1928. 2. Die neue Besoldung
in ihrer Auswirkung für die Beamtenschaft des Saargebietes.
3. Besprechung über die Einführung des Delegiertensystems für
die Jahreshauptversammlung. 4. Organisationsfragen. 5 Ver—⸗
schiedenes.
Koll. Reichert eröffnete um 3 Uhr nachmittags die Versammlung
mit einer herzlichen Begrüßung der zahlreich erschienenen
Kollegen.
Punkt 1. Vom 1. Schriftführer, Koll. Jerusalem, wurde die
Niederschrieft der Jahreshauptversammlung verlesen. Dieselbe
fand in ihrer Faßung einstimmige Annahme.
Punkt 2. Der 1. Vorsitzende der Vereinigung der Eisen⸗
bahnbeamten und Anwärter im Saargebiet e. V. Kollege Palm
gab den Kollegen in seinem Referat über den Entwickelungs
gang der neuen Besoldung ein solch klares Bild, daß die Ver—
sammlung von dem ehrlichen Gewerkschaftsbestreben ihrer Führer
voll urd ganz überzeugt war. Eine in der Versammlung ver—
faßte Entschließung bezeugte die einmütige Geschlossenheit, mit
der die ganze Fächgewerkschaft 1, hinter der Forderung des
Beamtenbundes: „Volle Uebernahme der Rechsbesoldung in

ideeller und materieller Hinsicht mit dem Umrechnungsfaktor 6“,
vertrauensvoll steht.
Punkt 3. Kollege Müller-Neunkirchen, erläuterte in klaren
Ausführungen den Kollegen die notwendige Einführung des
Delegiertensystems, welches für eine Gesundung der Gewerk—
chaftsbewegung unbedingt erforderlich ist. Die weiteren Er—
tlärungen des Kollegen Reichert, fanden ebenfalls das volle
kinverständnis der Versammlung. Demgemäß wurde der Antrag
ruf Einführung des Delegiertensystems einstimmig angenommen.
Punkt 4. Kollege Reichert führte den Kollegen den ge—
zesamten Aufbau unserer Organisation, von den Fachguppen bis
zur Arbeitsgemeinschaft der Beamtenverbände, vor Augen und
hdetonte, daß nur in einer geschlosseren Einheitsfront mit dem
Hrundpfeiler des gegenseitigen Vertrauens, die Ziele der Orga—
nisation verwirklicht werden können. In seinen weiteren Aus—
ührungen gab er ein klares Bild über die Auswirkung des
Kopfetats 1927 für das gesamte Zugbegleitpersonal Er ver—
virft das zur Zeit vorliegende Schlüsselungssystem und fordert
zinen den Verhältnissen im Saargebiet angepaßten gerechten
Bedarfsetat.
Punkt 5. Anträge örtlicher und gewerkschaftlicher Natur
amen zur Aussprache. Die Verbandsleitung wurde mit der Er—
ledigung beauftragt.
Zum Schlusse gab Kollege Reichert noch das Arbeitssystem
»es Verbandes bekannt und forderte die Kollegen auf, in einer
esten und geschlossenen Einheitsfront zusammen zu stehen, gegen—⸗
eitiges Vertrauen und Vertrauen zur Führung zu haben,
amit ar für die Zukunftsarbeit die erforderliche Grundlage
geschaffen sei.

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