Full text : 3.1928 (0003)

nur eine selbstverständliche Pflicht erfüllen und seder Le—
gendenbildung das Wasser abgraben.
Wir sind bis zur Stunde leider noch nicht imstande, den
Kollegen etwas Bestimmtes und etwas Sicheres zu sagen.
Wir haben auch angesichts der oben gekennzeichneten Ent—
wicklung keine Möglichkeit mehr, aufklärend zu wirken.
Für diese Entwicklung der Dinge lehnen wir jede Verant—⸗
wortung ab. Verantwortlich für alles, was bisher schon
zerstört worden ist und für die weitere Entwicklung ist
einzig und allein die Regierung.
Als erfreuliche Nachricht haben wir zu melden, daß im
neugewählten Landesrat das Zentrum einen Antrag auf
ofortige Regelung der Beamtenfragen gemäß den Vor—
schlägen der zuständigen Organisationen stellte. Die Zen—

rumsfraktion hat damit das, was wir als Selbstverständ—
ichkeit voraussetzen, das Recht der Beamtenschaft auf
ßleichstellung mit den Reichsbeamten, erfreulicherweise zu
»inem positiven Antrage formuliert.
An die gesamte Saarbeamtenschaft richten wir die drin⸗
zende Bitte, in ihrem eigensten Interesse strengste Disziplin
ju wahren und unter allen Umständen unbedachtes Han⸗
deln, das nur dem Ganzen schaden kann, zu unterlassen.
Arbeitsgemeinschaft und Beamtenbund tun jeden Schritt,
der uns dem Ziele näher bringen kann, unterrichten die Mit⸗
glieder auf dem schnellsten Wege und werden die Beamten⸗
schaft, sobald es der Augenblick erfordern wird, zum Han⸗
deln aufrufen. M.

walte, weil bei dem Nachweis die Beamten der
Reichsbahn und Reichspost mitgezählt werden.
Die Reichsbahn bestreitet ihre Personalunkosten be—
kanntlich aus eigenen Mitteln und muß darüber hinaus
noch über Milliarde an Reparation aufbringen. Auch
die Reichspost ist in der Finanzgebarung selbständig
ind gibt Ueberschüsse an das Reich ab. Im Posthaus—
halt für das Jahr 1928 sind hierfür 100 Millionen Reichs—
nark angesetzt.
2. Besoldungsaufwand und Reichsetat.
Der Reichsetat 1927 schließt in Einnahmen und
Ausgaben mit 657000 o66 RM.
Besoldungskosten 1927 sind 2202800000
RM. — 25,4 Prozent des Gesamtetats
Darin sind enthalten:
a) Militärbesoldung — 142,9 Millionen M. S 1,77 Pro—⸗
zent des Gesamtetats,
Militärpersonen — 268,4 Millionen M. — 3,1 Pro—
zent des Gesamtetats,
Renten für Kriegsbeschädigte und Versorgung der
Kriegshinterbliebenen — 1117,5 Millionen MR. — 12.9
Prozent des Gesamtetats,
Zivilbesoldung des Reiches 584,1 Millionen M. — 6.,7
Prozent des Gesamtetats,
Zivilpensionen — 89,4 Millionen M. — 1 Prozent
des Gesametats.
Somit zahlt das Reich für sein aktives „Beamtenheer“
nur doppelt soviel als es an Militärpensionen aufzubrin—
gen hat. — Die Beamtenpensionen sind aber nur ein
Drittel so hoch wie die Militärpensionen.

Der Wahlkampf im Reiche hat begonnen. Da, wie schon
Bismarck gesagt hat, niemals mehr gelogen wird als vor
einer Wahl u. nach einer Schlacht, so kann mit Bestimmtheit
damit gerechnet werden, daß auch die alten Phrasen über
die Stellung der Beamten im Staate und ihr Verhältnis
zu den übrigen Volksschichten wieder aufgelischt werden.
Im Vordergrunde werden wieder die Zahl der Beamten,
ihre Besoldung, ihre Vertretung in den gesetzgebenden
Körperschaften, die Aufwendungen für die Besoldungs—
reform u. a. m. stehen. Um etwaigen Uebertreibungen
entgegentreten zu können, geben wir das solgende Zah—
lenmaterial bekannt und bitten die Kollegenschaft, überall
Ituch davon zu machen, wo sich Gelegenbeit dazu
ietet.

1. Gesamtzahl der Beamten
beim Reich, bei der Reichspost und Reichsbahn, Länder—
beamte, Kommunalbeamte und Lehrer leinschl. Warte⸗
und Ruhestandsbeamt)
Gesamtzahl 1927: 1566 000
Gesamtzahl 1913: 1500 000.
Trotz der vielseitigen Vermehrung der Verwaltungs—
arbeit und ⸗instanzen für die Wirtschaft und die Sozial⸗
fürsorge hat also gegenüber der Vorkriegszeit nur eine
verhältnismäßig geringe Erhöhung der Gesamtzahl der
Beamten statigefunden.
Unterteilung nach Besoldungsgruppen.
Besoldungsgruppe IVI —⸗ 883 000 Beamte
Besoldungsgruppe VIICIX — 472 000 Beamte
Besoldungsgruppe X u. darüber — 111000 Beamte
Beamtenschaft und Gesamtbevslkerung.
Es ist eine große Irreführung, wenn behauptet wird,
daß jeder 11. Deutsche die andern 10 ver—

ä
N f 1 flüssig, in allen Apo-EO
 Er theken u. Drogerien
——— — — erhältl. hei Köorper—
und Nervenschvache, Bleichsucht und Blutarmut.
ln hesonderen Fällen frage man den Hausarzt. 117

Des Rates niemand aich bechwert:
pPlles Deins Haut mit Steclenpferd.
Jtecstennferd-VSeife
Ue beate LLenchSfe — Uebeesal B

Pfeisffer Dillep“
— —18 2 kaffee-Zusatz.
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Er verbessert nicht nuv das Caffee⸗Getränk ⸗ er verbilligt es auch.

— 138 —
            
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