der Beamtenbund erlcheint
woͤchentlich einmal. und zwar Samstags
Redaktionsschlußz, auch
fürt Anzeigen, Dienstag miltag.
Zeitschrift
des Beamtenbundes
des Saargebietes
Bel Bestellung durch die Post Be—
zugspreis monatlich 32 Franken
Anzeigenpreis: Die fünfgespallene
Millimetetzeile O.60 Frs.
Verankwortlich: Für den redaktionellen, Teil Wilh. Meister, Saarbrücken 3. Bruchwiesensttaßze 25. Fernspreche 3055
für den Reklame- und Anzeigenteil Ernst Pallmann, Saarbrücken 8, Dudweilertstrafse 77. Fernsprechen 14334
Postscheckkonten: Schriftleilung der Zeitschrift „Der Beamtenbund“ 1850 Saarbrücken für franz. Franken, 77 557 Köln für Reichsmark
Geschäftsstelle des Beamtenbundes des Saargebietes: Saarbrücken 3, Königin-Luisenstraße 80, Fernsprecher 3055 und 4334
Posticheckkonto: 1700 Saarbrücken.
Oruck und Verlag: Saarbrücker Oruckerel und Verlag A. G. Saarbrücken 3, Fernsprecher 3130 bis 3134 und 460 bis 462
8. Jahrgang Saarbrücken, den 12. Mai 1928
Inhalt: Wohin? — Aufschlußreiche Zahlen. — Von der Bundesleitung. — Beamten-Rundschau. —
C
A
WOHIN?
Der Beamtenbund und die Arbeitsgemeinschaft sind Zu—
sammenfassungen lebender, denkender und handelnder
Menschen; sie sind also selbst wieder lebende Organismen
Wer Menschen ein Führer sein will, dem obliegt die un—
bedingte Pflicht, sich über Anfang und Ende des Weges
—DD
einem bestimmten Punkte zuzustreben. Aufgabe der Füh—
rung bleibt es auch, für größere Zeitabschnitte neue Ziele
zu weisen, die den Weggenossen erstrebenswert erscheinen
und auf die sie selbst freüdig hinarbeiten. Die Führung der
Saarbeamtenschaft darf für sich in Anspruch nehmen, daß
sie in der wichtigen Frage der Besoldungsreform von An—
fang an eindeutige Forderungen aufstellte, Wege wies
die Regierung und Veamtenschaft gleicherweise dienen
konnten. Die Erfüllung unserer Grundforde—
rung bot der'Kegierung die Möglichkeit,
längst eingegangene Verpflichtungen einzulösen, sich eine
zufriedene Beamtenschaft zu sichern und sie dem ersehnten
Ziele der Gleichstellung mit den Reichsbeamten entgegen
zu führen. Die Regierung hat die Gelegenheit bis heute
nicht wahrgenommen. In einer geradezu unglaublichen
Weise zieht man die Dinge hin und läßt die notleidende
Beamtenschaft auf die Entscheidung warten. Wenn wir
von Erregung in der Beamtenschaft bisher sprachen, danr
mag es vielleicht Kreise gegeben haben, die für solche „Er—
regung“ ein mitleidiges Lächeln hatten. Und doch ist es so
daß die Dinge unhaältbar geworden sind. Die Vorgänge
der letzten Woche haben die Erregung zu einem Grade ge⸗
steigeri, die schon energisch nach einer spontanen Lösung
berlangte. Es ist nicht unsere Sch UId, wenn wir heute
an die Regierungskommission die Frage
richten müsssen: Wohin soll der Weg gehen? Wenn
man in den letzten Tagen von den erregtn
Kollegen in F ununterbrochener Kette
mit Fragenbestürmt wurde, wenninimmer:
dringlicherer Form Sandeln verlangt
wird, dann sind das Symptome, die für sich
sprechen. Die Beamtenschaft hat keinen Zweifel dar—⸗
über gelassen, daß sie endlich Beachtung des ihr ver⸗
bürgten Rechtes fordert. Sie fühlt sich in ihren Grund—
rechten bedroht, wenn Pläne betannt werden, die auch
diesmal wieder an dem Recht vorbeigehen wollen. Das
war auch der ure Grund der Ertegung der vergangenen
Woche. Wir haben schon in der leßzten Rummer einen
Plan erwähnt und betont, daß der niemals für die Be—
amtenschaft in Betracht kommen kann. Genau auf der
zgleichen Linie liegt ein anderer Vorschlag, der unter
Bbeibehaltung des bisherigen Systems pro—
entuale Zuschläge geben wollte. Es ist müßig, um die
Frage zu streiten, welcher Prozentsatz vorgesehen war. Der
Vorschlag ist grundsätzlich unannehmbar. Wir wollen die
AUebernahme der Reichsbesoldungsordnung. Reichs ver—
dältnissesinduns verbürgt; wir lassen uns nicht
oon dieser Rechtsgrundlage abdrängen. Sollte die
Regierung wider Erwartendochgegenden
zinmütigen Willen der Beamtenschaft
Pläne verwirklichen, die in einer grund—
ätzlich anderen Richtung liegen, dann wird
die Beamtenschaft ihre Rechte zu wahren wissen und mit
illen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen an⸗
ämpfen. Es gibt in jedem Verhältnis zwischen Menschen
ßrenzlinien, die ungestraft nicht überschritten werden
dürfen. Wirsagen im Bewußtseinder Schwere
unserer Verantwortung: Die Belastungsgrenze
ür die Beamtenschaft ist voll und ganz erreicht. Die Be⸗
imtenschaft verlangt Einlösung der gegebenen Versprechen.
Die Erregung wird auch dadurch noch gesteigert, daß die
Regierungskommission die Veamtenschaft nicht unterrichtet.
Es sind Methoden längst vergangener Regierungskunst,
dinge, die für die Beteiligten alles bedeuten, mit Geheim—
tistüerei zu umgeben. Was soll damit erreicht werden?
Das eine bestimmt! Die tollsten Gerüchte werden ver—
hreitet und werden von der wartenden Beamtenschaft ge—
zlaubt; weil sie glauben möchte, daß ihre Angelegenheit
indlich zum Abschluß gebracht sei. Der Führung der Be—
amtenschaft wird aber durch diese Regierungsmethode jede
Möglichkeit genommen, aufklärend und damit beruhigend
zu wirken. Die Arbeitsgemeinschaft der Beamtenver bände
zat sich darum mit einer Eingabe an den Herrn
Fräsidenten der Regierungskommission gewandt und
hn gebeten, die Beamtenschaft nach jeder Sitzung
der Regierung über den Stand der Besoldungs⸗
ingelegenheit auf kürzestem Wege amtlich zu unterrichten.
Jamit würde die Regierung der Beamtenschaft gegenüber
AGAbesucht am Samstag, den 12. ds. Mis. nachmittags 4 Uhr die
Agkh⸗Mit lieder Beamtenversammlung im Stadtpark dwigoberg Answeiskarte des
Veamtenbundes mitbringen. Auch Nichtmitglieder des „Asko“ haben Zutritt
138 —