Full text : 3.1928 (0003)

Zum Schlusse richten wir noch die Bitte an die Regie—
rungskommission, die Vertretung der Beamtenschaft so recht—
zeitig zur Mitarbeit heranzuziehen, daß sie auf die end—
gültüge Gestaltung der Vorlage noch einwirken kann. Auch
hier möge die Regierungskommission aus den Vorgängen
im Reiche lernen. Reichsfinanzminister Köhler hätte sicher
manchen Widerstand beseitigen können, wenn er rechtzeitig
mit der Beamtenvertretung zusammengearbeitet hätte. Ist
eine Vorlage fertig aufgebaut und veröffentlicht, dann ist
es schwer, noch Aenderungen vorzunehmen. Darum bitten
wir, uns Gelegenheit zur Stellung zu dem Vorentwurf der
Regierung zu geben. Die Regierungskommission darf ver—⸗
sichert sein, daß die Beamtenschaft unter obiektiver Wertung

der Dinge zur sachlichen Arbeit bereit ist. Zusammenfassend
ei noch einmal gesagt: Die Beamtenschaft wünscht
die beschleunigte Durchführung der Besoldungsreform
im Saargebiet,
die unveründerte Einführung der Reichsbesoldung,
die Auszahlung der vollen Reichsgehälter durch Er⸗
höhung des Umrechnungsfaktors,
die rechtzeitige und laufende Mitarbeit der Beamten⸗
vertretung bei der Gestaltung der neuen Besoldungs⸗
ordnung. M.

DIE GRIUNDUNC DER SAARLANDISCAEN BEAMTENBANK

Nach etwa e jähriger, durch andere Aufgaben des Beamten—
bundes zeitweise unterbrochener Vorarbeit wurde am 4. Januar
1928 im Saale des Kolpinghauses zu Saarbrücken 2 die Saar—
ländische Beamtenbank ins Leben gerufen. Bereits vor zwei
Jahren hatte die Bundesleitung, von dem Bestreben geleitet,
alle Gelegenheiten zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage
der Beamtenschaft, — soweit sie in der von ihr gesteckten und
bisher eingehaltenen geraden Linie liegen —, währzunehmen,
die Bildung einer Beämtenbank ins Auge gefaßt. Wegen der
unsicheren Währungsverhältnisse im Saargebiet und wegen
anderer Fragen wirtschaftlicher Art, die die Bundesleitung voll
beschäftigten, mußte jedoch die Errichtung der Bank zurückge—
stellt werden. In den letzten Monaten des Jahres 1826, als die
Besoldungsfrage etwas günstiger gelöst war und der Punkt
„Besoldung“ auf den Tagesordnungen der Bundesleitungs- und
Vorstandssitzungen vorübergehend einem anderen Punkte Platz
machen konnte, drängte sich die „PBeamtenbank“ mit in den
Vordergrund. Ein Mitglied der Bundesleitung wurde beauf—
tragt, gelegentlich einet Durchreise die Einrichtung der Badi—
schen Beamtenbank in Karlsruhe, eine der größten und muster—
haftesten im Fen, in Augenschein zu nehmen und über die
Einrichtung zu berichten. Der Berichterstatter war voll des
Lobes über das Gesehene und schlug die intensive Bearbeitung
der Frage vor. Eine Zeit darauf hatte der Vorstand Gelegen—
heit, in seinem Kreise ein Referat eines früheren Aufsichts—
ratsmitgliedes der Badischen Beamtenbank über Ziele und Auf—
bau der Beamtenbank zu hören und sich über die Zweckmäßig—
keit dieser Einrichtung eingehend zu informieren. Als der Grün—
dung der Vank nun ernstlich näher getreten war, gestaltete sich
die gegenseitige Fühlungnahme der Bundesleitung mit det
Badischen Beamtenbank, die uns für die Einrichtung in finan—
zieller und anderer Hinsicht ihre Anterstützung in Äussicht ge—
stellt hatte, lebhafter. Der Vorsitzende der genannten Bank, Herr
Postinspektor Meyer, Karlsruhe, erbot sich in liebenswürdiger
Weise, uns in jeder Weise zu unterstützen. In einer Vorstandssitzung
 des Beamtenbundes am 28. November 1927 war er an—
wesend und behandelte in einem längeren, leicht verständlichen
auf Erfahrungen aufgebauten Vortrage das Wesen der Be—
amtenbank und ihre Vorteile für die Beamtenschaft und das
Wirtschaftsleben überhaupt. Alle Vorstandsmiiglieder waren
davon überzeugt, daß nicht länger gezögert werden dürfte, eine
Saarländische Beamtenbank ins Leben zu rufen. Die notwendi—
gen Schritte zur Gründung wurden mit Herrn Meyer besprochen
und in der Folgezeit begann die eigentliche pofitive Arbeit.
Eine Satzung wurde aufgestellt, wobei die einer vor kurzem
gegründetfen Beamtenhbanft als Muster diente noch Männern

IEE-MESS. P
BERODHMTE INDISCAE & CHINESISCA/E
y —
.

vurde Umschau gehalten, denen die Leitung der Bank anver—⸗
raut werden konnte, und die Bildung eines Aufsichtsrates, der
zus sachkundigen Personen und zugleich aus Vertretern der ge—
amten Beamtenschaft zusammengesetzt sein sollte, wurde ins
uge gefaßzt. Am 4. Jan. war zur Gründungsversammlung einge—
aden. Auf Vorschlag des Vorsitßenden der Badischen Beamten⸗
zank, der auch besolat wurde, sollte die Gründung nicht in einer
zroßen Versammlung erfolgen, weil sonst erfahrüngsgemäß eine
olch reichhaltige Tagesordnung, wie sie bei Gründung einer
ßenossenschaft vorgeschrieben ist, nur schwer vollständig abgewik—
elt werden könne. Auch war die Bundesleitung nach Fühlung—
ahme mit verschiedenen Mitgliederkreisen der Ansicht, daß der
beamtenbank von der Beamienschaft, die durch einige Artikel
na unserer Zeitschrift über die Bank aufgeklärt worden war,
illseitig Interesse entgegengebracht wurde und es nur einer
ormalen Gründung bedurfte, zu der eine Maoß Versammlung
aicht notwendig sei. Es erging daher Einladung an die Vor—
tandsmitglieder, mit dem Anheimgeben, noch weitere Beamte,
die sich an der Gründung beteiligen wollen, einzuführen. Nach
einer letzten vorbereitenden Vorstandssitzung des Beamten—
»undes am 4. Januar 1928 wurde am gleichen Tage die Grün—
ungsversammlung abgehalten. (Siehe hierzu Bericht über den
aane Gründungsversammlung.)
Die Satzung wurde bekannt gegeben und von 37 Anwesenden
merkannt und damit war die Gründung der Bank vollzogen.
der sich an die allgemeine Versammlung anschließenden
Generalversammlung der „Saarländischen Beämtenbank“ wur—
den satzungsgemäß Vorstand und Aufsichtsrat nach den von dem
Vorstand des Beamtenbundes aufgestellten, vorbezeichneten Ge—
ichtspunkten gewählt. Nach der Wahl der offiziellen Vertreter
»er Bank, die ein eigenes, selbständiges Gebilde, unabhängig
ꝛom Beamtenbund ist und nur durch ihn ins Leben gerufen
vurde, erfolgte die Uebergabe der Angelegenheit „Beamten—
ank“ durch den Vorsißenden des Beamtenbundes an den neu⸗
zewählten Vorstand der „Saarländischen Beamtenbank“ zur wei—
eren Bearbeitung. Damit war zu Anfang des Jahres 1928
zurch den Beamtenbund eine weitere Frage im Interesse der
Beamtenschaft zum schuuß gebracht und * nun zur weiteren
Erledigung in die Hände der einzelnen Beamten gelegt. An
hnen liegt es, die Bank groß und ihrem Zwecke entsprechend
esten Rach den bis jetzt vorliegenden Meldungen darf
der Hoffnung Ausdruck gegeben werden, daß die „Saarländische
Beamtenbank“ recht bald eine MNitglieberzahi aufweist, die es
hr ermcgüi ihrem Zwecke wirklich zu dienen. Ueber Aufbau
ziel und Geschäftsbetrieb der Saarländischen Beamtenbant
owie Mitaliedschaft und Rechte und Pflichten der Mitalieder

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OERIXBR 258 ⸗
—— * 4 v
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