Full text : 3.1928 (0003)

Regierung der Vieinung sei, es gebe gar keine andere Vin
lichteit. Nun auf einmal soll doͤch wieder etwas besonderee
Sgarlindisches gejschafsen werden. WRarum? Wer
bdennt den Grund? Doch man hat auch eine Begrün
dung: die Saarbesoldung soll soazialer ge—
sttaltet werdenalsdiedes Reiches. Wir kennen
auch diese Begründung. Sie ist nicht neu! Wir wollen gar
nicht Dinge verteidigen, an denen vielleicht eine Kritik be—
rechtigt iss. Warum soll man nicht der Meinung sein
können, die Reichsbesoldungsordnung hätte an manchen
Stellen mehr dem sozialen Äusgleich dienen müssen. Was
aber im Saargebiet aus den sozialeren Gestaltungen heraus—
gekommen ist, haben wir hart fühlen und teuer bezahlen
müssen. Das Endergebnis all der sozialen Gestaltungen
war bisher noch immer dies: kein einziger Beamter erhielt
das Gehalt, das ihm nach der Reichsbesoldungsordnung
zugestanden hütte. Sepane würde auch diesmal die sozia—
lere Gestaltung sich auswirken. Aber immerhin, die Vor—
aussage der sozialeren Gestaltung empfiehlt und
wirkt auf manche Kreise anziehend. Saar—
beamtenschaft, sei wach! Saarbeamtenschaft, versäume deine
Stunde nicht! Saarbeamtenschaft verkaufe dein Recht nicht
für ein feiles Linsengerichtt Für uns gibt es nur
einen Weg: Wir halten unverrückbar fest an unserem
rechtlich begründeten und vertraglich verbürgten Stand⸗
punkt und verlangen Einführung der NReichsbesoldung

⸗zrde Sonderregelung liegt abseits unseres Weges und muß
von uns unzweideutig zurückgewiesen werden.
Kollegen, es will scheinen, als ständen
uns harte Kampftage bevor, Bewahrt Euch
einen klaren Blick, ein warmes Herz und die Ueberzeuguug
daßßz Euere Führung auf dem Posten ist!
„Mit dem Recht kann man nicht spielen!“ Wir haben
elbstverständlich dieses Wort des Herrn Ministers von
hrnroothsogewertet, wie wir alsdeutsche
beamte gewohnt sind, Ministerworte zu
werten. Wir haben keine Veranlassung, daran zu zwei—
jeln, daß Herr von Ehrnrooth zu seinem Worte steht. Es
päre uns darum unverständlich, wie Herr
Präsident Wilton und Herr Minister von
Ehrnrooth in der Verwirtktlichung des neuen
Vorschlages eine Erfüllung unserer Rechts—
Ansprüche und eine Beachtungeder staatsrechtichen
 Verpflichtungen sollten erblicken können.
Für uns bedeutete dieses neue saarländische Besoldungs⸗
nfter nicht Recht, sondern neues Unrecht
Die saarländische Beamtenschaft verlangt unter Verufung
auf gegebene Versprechen:
Durchführung der in Angriff genommenen Reichs⸗
besoldungsreform!

WAS SIND DIE BEAMIENBANRKENDERBEAMIENSCHAFT?
sSchluß.)

Direktor Engelbart vom Deutschen Feeien
bund hielt am 11. Juli 1927 im Berliner Rundfunk einen
Vortrag über genossenschaftliche Selbsthilfe. Danach haben
wir etwa 80 Beamtenbanken mit über 200000 Mitglie—
dern. Diese Banken haben im Jahre 1926 etwa 30 Millio—
nen RM. Darlehen an die Mitglieder gegeben und einen
Umsatz von 2,3 Milliarden RM. gehabt.
Die Hauptaufgaben der Beamtenbanken bestehen in der
Gewährung von Darlehen an in Not befindliche Beamte.
Dies war ja auch der Hauptgrund zur Gründung der Be—
amtenbanken: Dem Beamten, dem Berufsgenossen, dem
Kollegen, dem Mitarbeiter in seiner Not zu helfen. Ihm
eine Bank zu schaffen, wo er vor Ausbeutung sicher ist, bei
der er sich nicht zu schämen braucht, seine Verhälinisse klar—
zulegen, wo er mitfühlende Herzen findet. Welcher Segen
ist doch schon durch die Beamtenbanken gestiftet worden
Welche Tränen sind schon getrocknet, welche Rot ist schon ge—
lindert, welcher Verzweiflumgsschritt schon verhindert wor⸗
den! Dreißig Millionen RM. Darlehen in einem Jahre an
Beamte gewähren! Man stelle sich dies vor! Und dann
male man sich aus, welche Unsumme von Leid dadurch ver⸗
hindert worden ist. Soll ich Beispiele geben? Zahlreich find
sie Drei mögen genügen:
„Die Frau eines Beamten ist schwerkrank. Die Kosten
sind hoch. Die Unterstützung der Behörde ist erschöpft. Die
Frau kann durch eine besondere Kur gerettei werden. Keine

MWVer aie benutet, spricht schnell bebehrt:
Die Seife ist mein Steclcenpferd.
teckrerir pferd-⸗VSeife
die beate Lili lebSif — Usherall zu haben.

— —— — — —— — — — —— —
flüssig, n allen Apo-REeGOE
 theken u. Drogerien
— — — — erhäôltl. bei Korperund
 Nervenschwache, Bleichsucht und Blutarmut.
In hesonderen Fällen trege man den Hausarzt. 117
— ——
— — — ——

GHeldmittel vorhanden. Soll die Frau elend umkommen?
Nein! Er geht zur Beamtenbank. Sie hilft. Die Frau macht
die Kur durch. Wird gesund. Zwei glückstrahlende Men⸗
chen sind dem Leben wiedergewonnen“
Ein anderer Fall:
„Der Vater eines Beamten hat einen größeren Verlust
zrlitten. Er kann ihn nicht ersetzen. Der Sohn soll helfen.
Kann nicht. Die Behörde hat ihm bereits ein Darlehen be—
willigt. Was tun? Vater und Sohn sind verzweifelt. Der
zute Name steht auf dem Spiel. Gibt es denn keine Ret—
e Wird die Beamtenbank helfen? Er versucht es. Sie
dil e
Ein dritter Fall:
„Die Witwe eines höheren Beamten ist beim Metzger,
Bäcker usw. verschuldet. Die Schulden wachsen. Es wird
richts mehr geborgt. Das Vermögen hat die Inle ve r⸗
chlungen. Die Witwenpension ist klein. In ihrer Not geht
ie zur Beamtenbank. Die Bank bezahlt ihre Schulden, gibt
der Witwe von ihrer Pension monatlich soviel, daß sie leben
'ann. Die Witwe sieht: Es geht. Aeberglücklich ist sie jetzt.“
Wenn auch die Gewährung von Darlehen an Beamte die
hauptsache der Beamtenbankt ist, so erledigen sie doch auch
alle anderen bankmäßigen Geschäfte. Daher auch Gegnet
iberall. Man fürchtet die Konkurrenz. Man macht die Be—
amtenbanken schlecht. Man spricht ihnen das Daseinsrecht
ab. Aber vergebens. Der gute Gedanke sett sich durch.

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—

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Waäsche ũberflüfsig. Ueberlegen Sie bitte, wieviel Zeit a
Arbeit Sie dadurch ar
            
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