Full text : 3.1928 (0003)

Er versicherte, daß et nach bestein Wissen und Gewissen an and zwar auf, das dutch die Reichsbesoldungsordnung fest—
der Lösung der Beamtenfrage arbeiten wolle. zesetzte. Im Saargebiet ist darum keine neue Besoldungs⸗
Besonderen Wert legte die Beamtenschaft auch auf rdnung zu schaffen, sondern die des Reiches einzuführen.
eine Aussprache mit dem Präsidenten der Regierungs- Das ist ein feststehender Rechtsanspruch. Daraus ergibt
tommission. Nach wiederholten Anfragen war es dem ich für die Regierung die Pflicht, die Besoldungsordnung
Herrn Präsidenten leider erst am vergangenen Sams- einzuführung und auch die notwendigen Gelder zu be—
tag möglich, die Beamtenvertretung zu empfangen. chaffen. Es kann nicht unsere Aufgabe sein, dazu Wege zu
Herr Schneider legte auch hier eingehend die Wünsche veisen, wenn es auch sehr verlockend ein könnte, hier mit
der Beamtenschaft dar und machte den Herrn Präsi- der Arbeit einzusetzen. Das ist Sache der Regierung. Nur
denten eindringlich auf den Ernst der Lage aufmerksam. nüssen wir ausdrücklich betonen: Das Recht ist das Grund⸗
Herr Präsident Wilton wies auf die Schwierigkeit der egende. Die Finanzen müssen sich darum nach dem Recht
Aufgabe hin und betonte, daß er den festen Willen habe, ichten, und nicht darf das Recht geschmälert werden zu
die Beamtenfrage unter Beachtung der eingegangenen Vere vunsten der Finanzen. Einem reichen Industrielande sollte
pflichtungen im Beamtenstatut IUnd in der Abrede von »s wirklich leicht sein, die für die Besoldungsreform not⸗
Baden⸗-Baden beschleunigt zum Eude zu führen. Er stellte vendigen Mittel zu beschaffen. Ein normal besetzter Be⸗
eine baldige Entischeidung der Regierungskommission über imtenapparat, wie es hier der Fall ist, darf im Saargebiet
die Vorlage der Spezialkommission in Aussicht und sicherte licht als Last empfunden werden, und wir sind überzeugt,
u daß dann der Entwurf der Beamtenschaft zur Stel- daß jeder der Beamtenschaft das, was ihr auf Grund des
ungnahme zugehen würde, Er teilte mit, daß die Re- Rechtes zusteht, gerne zukommen läßt. Als unwirtschaftlich
gierungskommission beschlossen habe, zur augenblicklichen vird nur der zum größten Teil um 1920 nach politischen
Linderung der Rot die Maigehälter am 27. April auszahlen vesichtspunkten durchgeführte Aufbau der Zentralverwal⸗
zu lassen. tung empfunden. Ohne heute auf Einzelheiten eingehen
Auf einen Punkt, den beide Minister erwähnten, müssen zu wollen, stellen wir zum Schlusse nur den einen
wir noch besonders eingehen. In beiden Besprechungen ßedanken heraus:
wurde die Durchführung der Vesoldungsreform im Hinblick Die im Saargebiet notwendige Beamtenschaft muß
auf die finanziellen Auswirkungen als besonders schwierig nach den Grundsützen der Reichsbesoldung entlohnt
bezeichnet. Es gehen allerlei Gerüchte um, ja es werden werden. Der Ausbau der Jentralverwaltung, die
auch Zahlen, zum Teil sogar ziemlich hohe Zahlen, genannt. ibermäßige Besetzung der Stellen mit hochbezählten
Es wäre denkbar, daß das Nennen solch unkontrollierbarer Ausländern darf nicht dazu führen, daß die gesamte
Summen die Durchführung der Reform ernstlich gefährden Beamtenschaft zu Gunsten einer kleinen bevorzugten
könnte. Darum muß zu diesem Punkte einmal fsolgendes Bruppe zurücktreten muß.
erklärt werden: Die Deutsche Saarbeamtenschaft hat nur eine For⸗
Nach den bestehenden Verträgen hat die Saarbeamten⸗ derung an die Regierungskommission:
schaft ein gesetzliches Recht auf ein bestimmtes Einkommen Gebtuns endlich unser Recht! M.
WAS SIND DIE BEAMITENBANRKENDERBEAMIENSCHAFT?
Welche Entwicklungsmöglichkeiten haben sie?
Der Zeitschrift des Beamten-Wirtschaftsbundes „Die
Wirtschaft“ entnehmen wir nachstehenden Artikel:
Unter den Selbsthilfeeinrichtungen der deutschen Beam⸗
tenschaf nehmen die Beamtenbanken mit die erste Stelle
ein. Sie sind noch jung: kaum acht, neun, zehn Jahre alt.
Die Badische Beamtenbank wurde Ende 1921 gegründet,
die Südwestdeutsche Beamtenbank am 10. Oktober 1922, die
Deutsche Beamten-Zentralbank, die Beamtenbanken in
Leipzig, Kiel, Dresden, Darmstadt wohl um die gleiche
Zeit. Die Bamtenbanken mußten sich ihre Daseinsberech⸗
tigung erst erkämpfen. Es waten anfangs nur wenige Be⸗
amte, die Mut genug hatten, das Werk zu beginnen. Selbst⸗
lose, uneigennutzige, furchtlose, führende Männer der Be⸗
amtenschaft! Männer, die den Wert der Beamtenbanken
für die Beamtenschaft erkannten, Männer mit weitem

„Am 25. Oktober 1922 taten sich 25 Beamte zusammen
ind gründeten die Beamtenbank in Wiesbaden. Die Bank⸗
räume befanden sich in der Wohnung des Oberpostsekretärs
Brinkmann, von dem die Anregung zur Gründung aus—
zjing. Am 1. Januar 1924 wurde die Bank in ein freige⸗
vordenes Zimmer der Pensionsregelungsbehörde verlegt.
zimmereinrichtung: ein altes Militärspind, zwei Tische

A.

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