Durch die Umlegung aller besonderen Gebühren für
Wasser, Müllabfuhr, Kanalisation, Schornsteinreinigung
sowie der Instandsetzungskosten für die Wohnung auf den
Mieter müssen heute schon mindestens 80 Prozent der
Friedensmiete aufgewendet werden. In vielen Fällen
ift der Prozentsatz noch höher, zumal dort, wo anläßlich
eines Wohnungswechsels der Vermieter eine Erhöhung
der Friedensmiete von 3050 Prozent vornehmen durfte.
Die Forderung der Beamtenschaft, den Umrechnungs—
faktor für den Wohnungsgeldzuschuß anf mindestens
30 Prozent des Börsenkurses festzusetzen, ist daher recht
bescheiden. Im übrigen hat auch das Reich in den Zeiten,
in denen noch keine Friedensmieten gezahlt wurden,
mindestens 80 Prozent des Wohnungsgeldzuschusses ge—
währt. Daß den Inhabern von Neubauwohnungen ein
den Reichsverhältnissen entsprechender Ausgleich bewilligt
wird, ist nicht nur recht und billig, sondern wird auch zur
Förderung der Bautätigkeit und damit zur Hebung der
Vohnungsnot beitragen.
Zu Punkt 9 der Eingabe:
„oIn die saarländische Besoldungsordnung ist der 8 48 des
preußischen Besoldungsgeseßes (Auswirkung auf Kommunalbeamte
und Lehrer und Beamte an nichktstaatlichen Anstalken)
aufzunehmen.“
Damit sollen ebenso wie im Reich gewisse Verpflich—
ungen der Gemeinden aus dem Gesetz betr. vorläufige
Kegelung verschiedener Punkte des Gemeindebeamtenrechis
in Preußen von 1920, im Saargebiet von 1923) in den
Besoldungsbestimmungen verankert werden.
Das sind die hauptsächlichsten Wünsche der Beamten—
chaft. Ganze Arbeit der Regierungskommisston wird Zu—
riedenheit und Dienstfreudigkeit in der Beamtenschaft
zuslösen und somit dem Wohl der Gesamtheit dienen.
Blinn.
VONDEEBUNDESLEIIUNG
Abschrift.
Regierungskommission Saarbrücken, den 16. März 10928.
des Saargebietes Schloßdlatz 15
G. S. Nr. 713 A.
An die Arbeitsgemeinschaft der Beamkenverbände
des Saargebietes
zu Händen des Beamtenbundes
Saarbrücken 3, Königin Luisenstraße.
Mit einer an die Regierungskommission Pndesen Eingabe be
ankragten Sie seinerzeit, daß den kassenführenden Beamten mit
Wirkung ab 1. April 1926 eine Enktschädiqunq für Kassenverluste
gewährt werde.
Ich beehre mich Ihnen mitzukeilen, daß in der Sitzung der Regie
rungskommission vom 14. März 1928 die Richtlinsen für die 8
währung einer Verlustentschädigung an kassenführende Beamte im
dipne der von Ihnen vorgebrachten Wünsche festgelegt worden
ind.
Die Derehenne dieser Maßnahme obliegt der Finanzabkeilung
Der Generalsekretar der Regierungskommission des Saargebietes
Pierrotet.
Saarbrücken, den 20. März 1928.
An
die Regierungskommission des Saargebietes,
Generalsekrekariat,
A. G. Rr. 27. 3. 28. Sagarbrücken 1,
Schloßplaßz 15
Betrifit: Besoldung.
In unserer Eingabe A. G. Nr. 13. 2. 28 vom 20. Februar
haben wir darauf Niesen, daß die Beamtenschaft bestimmt
mit einer weileren Vorschußzablung auf die Besoldungs—
geuregelung gerechnet und deshalb diese in die Wirkschafis—
führung für Februar in Rechnung gestellt hat.
Die Vegeen durfte dies, weil auch für die Monate
Oktober 1927 his Jannar 1928 WPorschlisse bewilligk worden
N f 7 flüssig, in allen Apo-E
O SEPD O theken u. Drogerien
—— — erhältl. bei Korper
und Nervenschwache, Bleichsucht und Blutarmut
In hesonderen Fällen fröage man den Hausar?“
ind. Sie war berechtigt dazu, weil die Vorschüsse verbürgle
Besoldungsbestandteile darstellen.
Durch die Ablehnung der ahg ist die Beamtenschaft
unmehr in die größte wirkschaftliche Bedrängnis geraken.
In vielen Beamtenfamilien ist die Lage inzwischen noch ver⸗
chärft worden durch die in den vergangenen Wochen fällig
gewordenen, nicht unerheblichen Steuernachzahlungen. Ganz
chlimm sind die Verhältnisse dort, wo in diesen Tagen un
Wbwendbare Ausgaben für die Ausstattung der Kinder für die
Konfirmation und die Kommunion gemächt werden mußten.
Der Beamkenschaft muß deshalb sofort geholfen werden.
Wir bitten daher die Regierungskommission erneut und
dringend, die fälligen, Vorschüsse zu zahlen oder, wenn sich
dies nicht sofork ermöglichen läßt, die Früberzahlung der Aprildezüge
zu verfügen.
Die Arbeitsgemeinschaft der Beamtenvereine
des Saargebietes:
Beamtenbund des Saargebietes.
Vereinigung der höheren Beamten des Saargebieles.
Verband der Büroangestelllen und Beamten des Saargebietes
Bund der technischen Angestellten und Beamten.
Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner e. V
Verband Deutscher Techniker.
Einheitsperband der Eisenbahner Deulschland
J. A.: Schneider.
Mitteilung der Schriftleitung.
Die Bekanntmachung der Regierungskommission über die
ßenehmigung von Notstandsbeihilfen wird in der nächsten
Nummer veröffentlicht.
Ueber die Vesoldungsfrage ist nichts Neues zu berichten.
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werden — das ist wissenschaftlich festgestellt —
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