Full text : 3.1928 (0003)

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Der Beamtendund erscheint
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3. Jahrgang
JInhalt: Wo bleibt die Besoldungsreform? — Umschau. — Unsere Vorschläge zur Besoldungsreform. — Aus den Verbän⸗
den. — Deutsche Beamten-Krankenversicherung. — Beamten-Rundschau.

WO BLEIBTDISE BESODDUNGSREFORM?
Durch wiederholte Eingaben hat die Arbeitsgemeinschaft rechnungsfaktors, bei der Ablehnung der Vorschußanträge
der Beamtenverbände die Regierungskommission um er- eine wesentliche Rolle gespielt zu haben. Die Beamten
neute Zahlung der Vorschüsse gebeten. Die Regierungs- schast mußte warten, mußte immer noch warten, ohne
kommission lehnte die Anträge der Beamten ab und ver- Nücksicht auf die Unhaltbarkeit ihrer wirtschaftlichen Ver⸗
harrte trotz wiederholter Bitten auf ihrem ablehnenden hältnisse. Der März ist schon zur Hälfte vergangen und die
Standpunkt. Die Beamtenschaft erblickie in dieser Stel- Besoldungsfrage ist noch nicht geklärt. Wenn nicht die näch⸗
lungnahme der Regierungskommission eine Verletzung be— sten Tage die Entscheidung bringen, ist eine Auszahlumd
zum 1. April wieder einmal technisch unmöglich. Wir sind
stehender Beamtenrechte, weil die Vorschußzahlung im so nüchtern geworden, daß wir den Gang der Dinge so be—
Reiche auf Grund eines besonderen gesetzgeberischen Aktes cilen, wie er sich in der Vergangengein nter und
erfolgte, und weil die Beamtenschaft auf Grund des Ab⸗ mmer wieder abgespielt hat. Man erledigt Fragen, die
lommens von Baden-Baden einen verbürgten Anspruch auf füt Menschen lebenswichtig sind, in einem Tempo, als
gleichmäßige Behandlung mit den Reichsbeamten hat. uinge es um die gleichgültigsten Dinge der Welt. Dah dar—
Hauptgrund für den ablehnenden Standpunkt der Regie— üͤber Menschen geistig und wirtschaftlich zerbrechen, scheint
rungstkommission war angeblich die Tatsache, daß die saat- wirklich gleichgültig zu sein! Aber auch diese Einstellung, zu
ländischen Zwischengruppen, die auf Grund des Gruppen- der uns eine lange Kette von Enttäuschungen geführt hat,
vergleichs über den entsprechenden Reichsgruppen liegende goll uns nicht abhalten, praktische Vorschläge zur erträg—
Bezüge erhalten, durch die laufende Zahlung der Vorschüsse ichen Gestaltung der Dinge zu machen. Sollte eine Durch—
mehr bekommen haben würden, als sie nach der Einfüh- führung zum 1. April wirklich nicht mehr möglich sein,
rung der neuen Besoldungsordnung erhalten werden. dann schlagen wir folgende Lösung vor:
Selbst wenn man zugibt, daß die Tatsachen so liegen, dann Die Regierungskom mission setzt sofort den Umrechnungs⸗
ist das Vorgehen der Regierung gegen die Gesamtbeamten- jabtor sest, und am 1. April werden dann an Hand der vor⸗
schaft doch unbedingt als nicht korrekt zu bezeichnen. Ist zäufigen Berechnungen Vorschüsse ausgezahlt.
es recht, daß wegen einer verhältnismähig kleinen Gruppe Das soll selbstverständlich nur ein letzter Ausweg sein,
der Beamten allen die Vorschüsse vorenthalten werden? um zum 1. April den Beamten Geld zu verschaffen. Grund—
Sollte es wirklich keine Möglichkeit gegeben haben, einen sätzlich fordern wir: Beschleunigte Durchführung der Be—
gangbaren Ausweg zu finden? Wo ein Wille ist, da ist auch soldungsreform, entsprechend den von der Arbeitsgemein—
ein Weg! Tatsächlich scheint aber der Haupthinderungs- schaft der Beamtenverbände vorgeschlagenen Grundjätzen.
grund. die völlige Unklarheit über die Festsetzung des Um⸗ M.
r

bhendohnbeumse und nwdrler, ersusn bure Wohlphithi!
Am Dienstag, den 20. März 1928 von 8 bis 18 Uhr, finden die
Ausschußwahlen statt. Kein Kollege darf an der Wahlurne fehlen.

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