Full text : 2.1927 (0002)

zu zeigen, wie man dort die Frage beurteilt, führen wir zwe
Stimmen an: In der „Landeszeitung“ vom 83. Febr. 108
wird eine Entschließung des christlichen Metallarbeiterver.
bandes mitgeteilt:

»ezahlten Arbeiter lehnt die Konferenz entschieden uurd ein⸗
deutig als untragbar ab.“
„Die freie Gewerkschaft“ schreibt in ihrer Nummer vom
3. Februar 1927: „Im Gegensatz zu der für die Betriebe
guten Wirtschaftslage stehen die Verhältnisse bei der Arbeitnehmerschaft.
 Die im Jahre 1926 gewahrten Lohnerhöhungen
jaben einen Ausgleich der Teuerungsentwicklung nicht
jebracht. Für einen Facharbeiter über 25 Jahren beträgt
ie Lohnsteigerung rund 29 Prozent, während die Teuerung
um 3255 Prozent gestiegen ist. Gemessen an der Kaufkrafi
ꝛes Lohnes ist ein wesentliches Abgleiten zu verzeichnen. Das
Steigen des Goldlohnes ist noch lange kein Beweis dafür,
daß sich gleichzeitig auch die Lebenshaltung gehoben hat. Die
Birklichkeit zeigt, daß das Gegenteil der Fall ist. Der
daufkraftlohn des vorerwähnten Facharbeiters betrug im
Fanuar 1926 0,78 und fiel im Januar 10207 auf 0,74. Es
st deshalb eine Irreführung der Oeffentlichkeit, wenn im
Bericht über die Tagung der Handelskammer behauptet wird,
aß der Lohn aleich geblieben sei, während sich der Franken
um die Hälfte gebessert habe. Die Kaufkraft des Lohnes ist,
vie wir nachgewiesen haben, nicht gestiegen, sondern trotz
dohnerhöhung um rund 555 Prozent gefallen.“
Was gehen aber uns Beamten diese Fragen an und haben
vir ein Recht, uns mit den Dingen zu beschäftigen? Ja, die
Dinge gehen uns sehr viel an, und es ist sogar unsere Pflicht,
»arauf einzugehen. Wir sind ja auch Staatsbürger, haben
Staatsbürgerrechte und ppflichten. In dem industriellen
Saargebiet ist aber eine Frage, in deren Hintergrund ein
Wirtschaftskampf steht, eine Sache, die alle angeht. Jeder
Wirtschaftskampf zerstört Werte, die schließlich doch die
Allgemeinheit ersetzen muß, wir Beamten haben aber doch die
besondere Pflicht, den Besitz der Volksgemeinschaft zu schüten
— und sei es auch im geistigen Kampfe. Als Verbraucher
gruppe sind wir aber auch an der Preisgestaltung direkt
interessiert und müssen in die Front eintreten, die einen
angemessenen Ausgleich der Wirtschaftsverhältmisse verlangt.
Der Hauptgrund, uns mit der Frage zu beschäftigen, liegt
aber doch auf einem anderen Gebiet. Die Verflechtungen
gechias, Rkeuma, Gicht, Gelenk⸗ und Gliederschmerzen,
wie auch Influenza, Grippe und Erkältungskrankheiten vertreibt
nan rasch und sicher mit' Togal. Es stillt prompt die
Schmerzen und scheidet die Harnsäure aus. dnd er probt,
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„Die im, Saale des Kolpinghauses Saarbrücken versam—
melten Arbeiterausschuße und Betriebsvertrauensleute des
Christlichen Metallarbeiterverbandes aus der Schwerindustrie
des Saargebietes vertreten angesichts der sich im Saargebiet
seit 1919 entwickelten und besonders jetzt bestehenden Lage
folgende Auffassung und Forderung: Der Gesamwirtschaft
des Saargebietes fehlt, die einheitliche große Richtlinie und
das Ziel, nach dem die Wirtschaft eines Gebietes geführt
werden muß. Bergbau und Schwerindustrie, die beiden
Hauptwirtschaftsgruppen des Soargebietes, arbeiten nicht
nur aneinander vorbei, sondern sehr oft gegeneinander. Beide
Gruppen betrachten die Kohlenpreise und Lohnfrage nur von
ihren eigenen privatkapitalistischen, egoistischen Gesichtspunkten,
 die eine Lösung der beiden wichtigen Fragen nicht
auf Kosten eigener Gewinne, sondern nur durch Niedrig—
haltung der Löhne der Arbeiterschaft zu erreichen versucht
Die Lohnfrage ist in ein akutes Stadium eingetreten. Wäh
rend die Hütten und Gruben besonders in den Jahren
192526 einen geradezu glängenden Geschäftsgang au ver⸗
zeichnen hatten, verstanden es die Aktionäre der internationationalen
 Saarwirtschaft mit Hilfe unorganisierter Ele—
mente, die Löhne auf einem Niveau zu halten, durch welches
nicht allein unter der Arbeiterschaft und deren Familier
underkennbare Not entstand, sondern auch der deutiche Hande
und das Handwerk, besonders soweit diese Erwerbszweige au
die Arbeiterkundschaft angewiesen sind, teilweise einen
scharfen Existenzkampf führen mußte. Die Konferenz ist der
Auffassung, daß auch unter den derzeitigen Verhältnissen die
Schwerindustrie des Saargebietes in der Lage sein muß, in
Anbetracht des geringen Lohnanteils an der Tonne Fertig—
fabrikat, angefangen von den schwersten Profilen bis zum
Edelstahl, hochwertigen Gußzwaren und Konstruktions
arbeiten, nicht nur systematisch seitens der Hütten bekämpfte
Erhöhung der tariflichen Stundenlöhne vorzunehmen, son⸗
dern auch allgemein eine Aufbesserung der Löhne eintreten
zu lassen. Die ebenso wichtige Kohlenpceisfrage ist in
gemeinsamer Beratung zwischen Vertretern der Berawerksdirektion
 Saarbrücken, Berg- und Metallarbeiterorgani⸗
sationen zu klären. Jedes Tauschgeschäft zwischen Schwer—
industrie und Beraverwaliumg auf Kosten der unaulänalich

DD. DDAILIB
Birhenragæg

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