In der jireien Aussprache brachten die Kollegen ihre Wünsche
vor, soweit sie nicht in den Anträgen enthalten waren. Die Ver—
treter der Ober-Postdirektion nehmen Notiz von den Wünschen
und erklärten, sich für die Beseitigung der Mißstände einsetzen zu
wollen soweit es in ihrer Macht liege. Die in der Delegierten—
sizung angenommenen Antrage werden der Verwaltung durch die
Berbanoßeirung vesonders vorgetragen. Kollege Geiß gao so⸗
dann der Versammlung den Wortlaut der gefaßten Entschließun—
gen bekannt, die einstimmige Annahme fanden. Ferner fand ein
Antrag aui Absendung eines Telegrammes an den Reichsverband
unter dem Beifall der Versammlung einstimmige Zustimmung.
Entschließungen und Telegramm lassen wir nachstehend im
Wortlaut jolgen.
Enischließung 1.
als ein großes Unrecht empfunden, daß Beamte Dienste böhere:
Hruppen verrichten ohne eine Beförderung zu erhalten.
Wir gestatten uns, daraui aufmerksam zu machen, daß Dienst⸗
posten in großer Anzahl vorhanden sind.
Die Eigenart des Saargebiets hat im Gegensatz zum Reichs⸗
rostgeblet ausschlieblich den genannten Betriebsdienst in die
dände der Gruppen 257 gegeben, ohne daß die Beamten die
entsvrechende Eingruppierung erhalten. Die alliährlich im Etat
ingesetzten Stellen sind daher zu gering, um die Beamlen füt
hre Dienstleistung zu besolden.
Als eine weitere Härte wird es empfunden, daß im Gegensas
zum Reschspostgebiet hier im Saargebiet die Beamtenvertreter
bei der Aufstelung des Saushaltsplanes nicht mitwirkten. Rach
inserer Ansicht wird den Eingaben, die wir alljährlich der Re—
jierungskommission übermitteln, sowie den mündlichen Be—
vrechungen bei der Abteiluns Oeffentliche Arbeiten in bezug auf
diee Ctarstragen nicht die norige Achtung geschenktt.
Wir bitten deshalb die Regierungskommission, Abteilung
Defifentliche Arbeiten, unserer Dienstleistung arößere Ausmerksam—
keit zu widmen. Ferner bitten wir, bei künftigen Etatsberatungen
die Beamtenvertreter hinzuzuziehen“
„Der Verbandstag des Verbandes der Post- und Telegraphen—
Beamten des Saargebietes, Untere Besoldungsgruppen, stellt
fest, daß die Regierungskommission des Saargebietes, die wirt—
schaitliche Bedrängnis der Beamten in den unteren Besoldungs—
aruppen anerkannt und diesen Beamten im Oktober eine ein—
malge Vorichußzzahlung angewiesen hat Der Verbandstag be—
dauert lebhaft, daß die den Beamten des Reiches ab 1. Oktober
aui die neue Besoldungsregelung gezahlten Vorschüsse nicht auch
bier im Saargebiet den Beamten laufsend gewährt werden.
Die Not der Beamten der unteren Besoldungsgruppen hat sich
bis ins uUnerträgliche gesteigert. Die Verschuldung in den Kreisen
dieser Beamten ist bereits so weit vorgeschritten und die Sorge
um den notwendigsten Lebensunterhalt bedrückt sie so schwer, daß
die glatte Abwickelung und die Sicherheit des Dienstbetriebs und
nicht zuletzt die Gesundhei der Beamten und ihrer Familien auf
das äußerste gefährdet sind.
Der Verbandstag hält es für seine Pilicht, die Regierungs—
kommission auf die sich infolge der unzulänglichen Besoldung her—
angebildeten unerträglichen Verhältnisse auimerksam zu machen.
Die dauernden und schweren Sorgen müssen die in Frage kom—
menden Beamten zur Verzwefilung bringen und ihre körper—
lichen und seelischen Kräfte zermürben.
Der Verbandstaag beauftzagt daher die Verbandsleitung, sich
mit allem Nachdruck beim Beamten-Vund des Saargebietes füt
die dringend erforderlichen Beamtenbezüge einzusetzen. damit
vor allem den sich unerträglicher Not befindlichen Beamten der
unteren Besoldungsgrupoen unverzüglich geholfen werde.
Telegramm an den Reichsverband.
„Der Verband der Post- und Telegravhenbeamten des Saar—⸗
jebietes veriolgt mit lebhaftem Interesse den Kampf des Reichs⸗
zerbandes um die neue Besoldungsordnung und wünscht, dab es
»en Bemühungen des Reichsverbandes gelingen möge, die
chweren Schäden dieser Besoldungsneuregelung für die im
KFeichsverband vertretenen Gruppen insbesondere der männlichen
Betriebsassistenten, noch in leßzter Minute abzuwehren. Der Ver—
andstas drückt dem Reichsverband vollste Sympathie aus und
relobt unverbrüchliche Treue.“
In seinem Schlußwort dankte der erste Vorsitzende den Rednern
iür ihre ausführlichen Rejerate und forderte die Kollegen auf
zu fernerer Mitarbeit an der Erreichung der gesteckten Ziele und
zu treuem Zusammensteben und Festhalten am Verbande und der
Spitzenorganisation, dem Beamtenbunde. Damit fand der ß Ver—
dbandstag der Post- und Telegraphenbeamten des Saargebietes
jeinen Abschluß.
Der Verbandstas gehört nun der Vergangenbeit ad nicht ije⸗
och der Geist, der diese Tagung beseelte. Er wird fortieben und
die Triebjieder zu nutzbrͤöngender Arbeit sein. Schwere Kämple
stehen bevon Alle Kräfte müssen gesammelt und entfallet wer—
den. Die Postbeamtenschaft muß geschlossen auf dem Plan er—
cheinen, wenn die Parole lautet: „Der letzte Mann ade die
Front.“ F
Entschließung 2.
„Der Verbandstag stellt jest. dak die Zahl der bisher erhalte—⸗
nen Beförderungsstellen der Gruppen 3—8 nicht in Einklang zu
bringen sind mit den vorhandenen Stellenanwätrtern. Es wird
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