tischen Landesratsfraktion unter einmütiger Annahme von seiten
beider Körperschaften jolgende Resolution gefaßt und sie am
Freitasg, den 26 ds. Mis. durch die „Volksstimme“ bereits ver—
öffentlicht:
„Zur Betreuungsaktion der Reichsregierung erklären die
Sozialdemoktatische Pattei und die sozialdemokratische Landes—
ratsiraktion, daß sie nur einer Betreuung zustimmen können,
die nach rein sozialen Gesichtspunkten eriolgt. Sie wenden sich
mit aller Schärse dagegen, daß
1. die Arbeiter und Sozialrentner bei dieser Aktion voll⸗
kommen übergangen werden, obwohl sie auf Grund ihrer
Notlage an erster Stelle berücksichtsat werden müßten;
nur ein Teil der Beamten betreut werden soll, während es
billig wäre, alle Beamten zu bedenken;
die Betreuungssumme für die oberen Beamten mebr al⸗
doppelt so hoch ist wie für die unteren Beamten, und sie
verlangen die Umkehrung dieses Verbältnisses zugunsten der
unteren Beamten.“
Dieser Vorstoß der Sozialdemokratischen Partei des Saarge
bietes, der in Uebereinstimmung mit der Auffassung der irelcen
Gewerkschaften steht, hat nunmehr einen sehr beachtenswerten
Teilerfolg errungen: Die Regierungskommission des Saarge—
bietes hat in ihrer Sitzung vom vergangenen Samstag de—
schlossen, an ihre Arbeiter einen Ausgleich fjür die an die Be—
amtenschaft zu zahlenden Betreuungsgelder zu geben. Es wird
der im Oktober ds. Irs. an die Arbeiter gezahlte Wintervorschuf
niedergeschlagen, und es tritt damit nachzahlbar ab 1. Oktober
ds. Irs eine Lohnerhöhung von durchschnittlich 11 Ets. pro
Stunde in Kraft. Die ab 1. Oktober fäll'gen Nachzahlungen
sollen nach Möglichkeit bis zum 15. Dezember ds. Irs. zur Aus—
zahlung gelangen.
haͤt der „Volksstimme“ vom 6. Dezember, Nummer 282,
vißt es
Dee Sosaldemokratische Partei und die freien Gewerüschaften
baben der Reichsregserung erklärt, daß sie nur eine Betreuungs⸗
akrion gutheißen könnten, die
1. —R und Sozalrentiner an erster Stelle berück—
ichtge
2. alle Beamten, einschließlich der Lohnangestellten, umfasse,
3. das Verhältnis der Barzählung zugunsten der unteren Be⸗—
amten umkehre, so daß also diese 300 Mark und die oberen
Beamten 120 Mark erhielten.
Die Reichsregierung hat diese Forderungen der Sozialdemo⸗
ratie und der jfreien Gewerkschaften abgelehni und auch det Re⸗
gierungskommission des Saargebietes erkrärt, daß sie es ablehnen
müsse, jämtliche Beamten und Arbeiter zu unterstützen. Darauf—
hin hat die Soz'aldemokratische Partei ihre Forderungen voer—
öffentlicht und sämtlichen Ministern noch vor der betr Sttzung
der Regierungskommission zugestellt.
In dieser Sitzung der Regierungskommission wurde dann be—⸗
schlossen, entgegen dem Willen der Reichsregierung, aber teil—
weise chprechern dem Antrage der Sozialdemokratischen Partei
und der freien Gewerkschaften,
1. alle Beamten zu bedenten,.
2. den Arbeitern einen teilweisen Ausgleich zu geben durch die
Gewährung eines Winterszuschusses von durchschnittlich
260 Fr. und einer damit verbundenen Lohnerhöhung von
11 CEts. pro Stunde und deren Nachzahlung seit 1. Okt 19826,
über die Frase der Lohnangestellten noch eine Regelung
zu finden, so daß diese ebenfalls nicht leer ausgehen.
Am 17. Dezember bringt in Nummer 292 die „Volks—
timme“ einen Beschluß der Sozialdemokratischen Fraktion
des Landesrates:
„Zur Frage der Betreuungsaktion selbst hatte die sozealdemo—⸗
ee Fraktion schon am 13. ds. Mts. jsolgendes Schreiben an
die Regierung gerichtet:
An die
Regierungskommissson des Saargebietes
Abteikung Volkswohlfahrt
zu Saarbrücken.
Die Sozialdemokratische Fraktion des Landesrats gestattet sich
qoermit, die Regserungskommission zu ersuchen, den Pensions—
und Rentenempfängern bezw. den Empiängerinnen sowie den
Beziehern von Versorgunggebührnissen. noch vor Weihnachten
eine einmalige Beihilfse gewähren zu wollen.
Ein schönes AmtIitz vird verehrt,
Drum wascue Deins mit -teclzepfercd.
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