Die Behörden im Reiche bringen den Beamtenbanken
größtes Interesse entgegen und unterstützen ihre Bestre—
bungen soweit als möglich. So lösen in Baden z. B, neben
den eigenen Zahlstellen der Beamtenbank, alle Behörden—
kassen, Eisenbahn-Stationskassen, Justizkassen, Postkassen,
Gemeindekassen usw. die Schecks ihrer zu den betreffenden
Dienststellen gehörenden Beamten ein und geben sie in
einem vereinfachten Abrechnungsverfahren an die badische
Beamtenbank weiter. Ferner sind dort alle Privatbanken
— auch die Großbanken — und die Sparkassen, Scheckein—
lösungsstellen der badischen Beamtenbank. Im Saarge—
biet z B. sind die Filialen der Rheinischen Creditbank in
Homburg und St. Ingbert ebenfalls Einlößungasstellen der
hadischen Beamtenbank.
amtlich angestellte Bankrevisoren. Seine Hauptaufgabe r,
ieben den Revisionen der einzelnen Banken, um den bank—
technischen- und genossenschaftsrechtlichen Ausbau dieser
zesamtwirtschaftlichen Selbsthilfe-Einrichtungen der Be—
beamten besorgt zu sein Durch Bildung von Zentral—
'assen und Giroverbänden werden die Beamtenbanken nach
Wirtschaftsgebieten zusammengeschlossen. Diese Zentral—
tassen arbeiten als Geldausgleichsstellen — wie dies z. B.
bdei den landwirtschaftlichen Genossenschaftsverbänden schon
lange der Fall ist. Eine derartige Zentralkasse besteht z.
B. für die Süddeutsche Beamtenbank in Karlsruhe; ihre
Heschäftsführung hat z. Z die Badische Beamtenbank.
Beabsichtigt ist, die in Berlin bestehende Deutsche Be—
imten-Zentralbank A. G. so auszubauen, daß sie als Zen—
tralbank der deutschen Beamtengeldwirtschaft, ähnlich wie
die Deutsche Verkehrs-Kreditbank der Reichsbahn, einen,
der Stellung der Beamten im Staate entsprechenden und
der Allgemeinheit nützlichen Einfluß auf das Wirtschafts—
leben ausüben kann.
So ist die Beamtenbank mehr als nur eine „Wohlfahrts—
einrichtung der Beamten“,; sie hat ihre Existenzberechtigung
erwiesen und wird mithelfen, auch im Wirtschaftsleben auf
einen sozialen Ausgleich hinzuwirken.
Daher hat jeder, auch der im kleinsten Landorte tätige
Beamte, seine örtliche Scheckeinlösungsstelle und seine Bank—
verbindung; er muß nicht besonders „in die Stadt“ fahren.
Um alle nur erdenklichen, im Interesse der Genossen
liegenden Sicherbeitsmaßnahmen auszunutzen, haben sich
die Beamtenbanten in einem Revisionsverband — im
Deutschen Beamten-Genossenschaftsverband e. V. — zu—
sammengeschlossen. Dieser Revisionsverband hat haupt—
DER ABSCHLUSS DER BESOLDDIVNCSBERATUNCGEN
Die 2. und 3. Lesung des Vesoldungsgesetzes
im Reichstag
bei der Vertretung berechtigter Wünsche habe äußerste Zurück—
haltung auferlegen müssen, weil iht die Ordnung in den Reichs—
iinanzen wichtiger gewesen wäre. Abg Morath (D. Vp.) be—
tonte wiederum, daß seiner Partei das Wohl der gesamten
Beamtenschaft oberstes Gesetz gewesen sei Den den Regierungs—
arteien gemachten Vorwurj von Demagogie und BHeuchelei
vies er zurück. Im übrigen empfahl er Reich, Ländern und
ßemeinden größtmöglichste Sparsamkeit Abg. Seppel Goz.)
emängelte, daß in der Vorlage von sozialen Gedanken keine
ede sei. und daß manche Beamte in Zukunit noch schlechter
zestellt sein würden als bisher. Abg. Dietrich-Baden (Dem.)
»etonte am Schluß längerer Ausführungen, daß an der Erhal—
ung eines zuverlässigen gutbesoldeten Berufsbeamtentums alle
Lolkskreise gleiches Interesse haben. Nach ihm sprach der Abg.
dorgler (Komm), der die Einheitsfront von Arbeitern und
beamten gegen den kasitalistischen Staat propagierte. Der
ächste Redner, Abg Lucke (W. Vgg.) stellte heraus, daß die
etzize Vorlage den Stempel größter Ungerechtigkeit trage und
»aß seine Partei es lieber gesehen hätte. wenn das alte
ßruppensystem beibehalten und noch zusammengezogen worden
väre. Abgs. Allekotte verteidigte den Standvunkt des Zentrums
ur Besoldungsvorlage Sein Fraktionskollege Stegerwald nahm in
nicht besonders überzeugender Art Gelegenheit, den Vorwürfen,
»ie ihm auf Grund seiner viel erörterten Einstellung zur Be—
oldungsneuregelung Beamtenfeindlichkeit nachsagen, zu be—
jegnen. Nachdem noch eine Anzahl anderer Redner das Wort
zrhalten hatte, wandte sich das Hausß der Einzelberatung zu.
Am Beginn der Fortsetzung der zweiten Beratung zum Besol—
dungsgesetz am 13. Dezember machte Reichstagspräsident Loebe
darauf aufmerksam, daß eine Auszahlung der erhöhten Bezüge an
die Beamten nur erfolgen könne, wenn die Beichlüsse des Reichs—
tages bis Mittwoch abend vorliegen. Abg. Lucke wandte sich
sodann gegen die Konsumvpereinsgründungen und den Waren—
handel der Beamtenschaft. Einige Anträge von ihm, die sich mit
der Beratung nicht verbinden ließen, blieben unberüchsichtigt
Abg. Quaatz (Dn,) erstattete sodann den Ausschußbericht, in
dem er vornehmlich die Rückwirkung der Besoldungserhöhungen
auf die Verhältnisse der Länder und Gemeinden und auch der
Reichseisenbahn hervorhob. Weiter betonte er, daß eine Ver—
waltungsreform nicht nur die eigentliche Verwaltung, sondern
auch die Reichsbetriebe umfassen müsse. Abg. Steinkopf (Soz.)
erstattete sodann den Bericht über die Verhandlungen im Haus—
haltsausschuß, wobei er einen zusommenfassenden Rückblick über
die stattgefundenen 30 Sitzungen gab, in denen über 806 An—
träge abgestimmt worden war. Sein Fraktionskollege Bender
machte den Regierungsparteien den Vorwurf, daß sie bei den
letzten Reichstagswahlen den unteren Beamten Versprechungen
gemacht hätten, die uneingelöst geblieben sind. Im weiteren
forderte er dringend. daß auch den Reichsarbeitern bis zum
Fest eine Erhöhung der Löhne zugestanden werden müßte. Abg.
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