Der Beaomtenbund
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2. Jahrgang Saarbrücken, den 24. Dezember 1927
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Inhalt: Weihnachten! — Bamtenbank. — Der Abschluß der Besoldungsberatungen. — Von der Bundesleitung. — Aus
den Verbänden.
WVE
ACHTEFNI
Wenn die Weihnachtsglocken ihr „Friede auf Erden!“
über die Lande klingen, wenn das Kerzenlicht des Weih—
nachtsbaumes sich in strahlenden Kinderaugen spiegelt,
wenn die Menschen durch eine Gabe einander ihre Liebe
kundtun, dann ist die fröhliche, selige Zeit gekommen, dann
ist's Weihnachten, dann ist die Zeit da, in der auch heute
noch Millionen Menschen versuchen, Kinder mit den Kin—
dern zu werden und einmal — wenn auch nur für Stun—
den — all das Sorgen und Bangen des Lebens zu ver
gessen! Wohl den Menschen, die das noch können! Woh'
den Menschen, die das Leben noch nicht so zerstoßen und
zertreten hat, daß sie noch einmal froh sein können! Wohl
den Menschen, deren Seelenschwingen nicht zerbrochen sind
im Lebenskampf, deren Geist darum noch zum Höhenfluge
ansetzen und den im Arbeitsjoche müde gewordenen Men—
schen zum Ruheplatz des Vergessens führen kann! Unser
Geschlecht hat es wahrlich nicht leicht; das Leben ist so
hart, so poesielos und macht die Menschen so nüchtern, so
unempfindlich und unempfänglich für rein Geistiges, daß
selbst Weihnachten an vielen spurlos vorübergeht. Wir
schauen beinahe neidend zu vergangenen Zeiten zurück, da
die Menschen und Dinge noch so einfach, so natürlich
waren, daß das ganze Leben sich so viel harmonischer ab—
spielte, wie es heute der Fall ist. Wirtschaftliche und finan—
zielle Fragen reden überall im Leben mit hinein und er—
schweren den Lebenskampf, weil eine gewisse wirtschaftliche
Grundlage zum Leben doch unbedingt vorhanden sein muß.
Aber eins wollen wir doch festhalten: Materieller Besitz
verbürgt noch nicht Glück, Freude, Zufriedenheit. Freuen
wir uns, daß es so ist. Wir Beamten sind in unserer über—
wiegenden Mehrheit nicht mit Glücksgütern gesegnet und
nüssen gar oft hart kämpfen, um die Not unserem Herde
ernzuhalten. Und doch sind wir auch noch frohe Menschen,
nüssen und wollen es sein, um weiterleben zu können.
Ber es vermag, im Kreise seiner Familie Glücksstunden
zu verleben, wer aus dem Bewußtsein, in seiner Arbeit,
n seinem Amt treu seine Pflicht erfüllt zu haben, innere
Befriedigung und Freude zu schöpfen vermag, dem erwach—
en Feierstunden, die unabhängig sind von Geld und Gut.
Ind so möchte man wünschen, daß in der Beamtenschaft
jar viele seien, die in sich die Kraft haben, trotz all der
Widerwärtigkeiten des Lebens so weit ihre Seelen frei—
‚machen, daß in ihren Herzen stark der Weihnachtsaruß
zrklinge: Friede auf Erden!
Weihnachtsgeist war es wohl auch, der im Reiche das
zroße Werk für die Beamten förderte und zum guten Ende
ühren ließ. Was in all den Wochen nicht vollendet wer—
den konnte, das formte im starken Vorwärtsdrängen der
Wille: Noch vor Weihnachten muß der Beamtenschaft ge—
solfen werden! Weihnachtsgeist war am Werke. Die Ar—
»eit im Reiche ist getan. Wir haben heute nicht mehr um
eine Vollendung zu kämpfen, sondern können einmal
inparteiisch abwägend zurückschauen. Uns will es scheinen,
ils bliebe der deutschen Beamtenschaft übrig, noch eine
Dankespflicht zu erfüllen. Es ist sicher, daß auch diese Be—
oldungsreform nicht alle Wünsche erfüllt. Aber wenn man
iber Einzelheiten und persönliche Unstimmigkeiten hinaus
ruf das Ganze schaut, dann muß man anerkennen, daß in
iesen Tagen ein großes Werk für die Beamtenschaft voll—
ndet worden ist. Wir sind weit davon entfernt, das Re—
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Allen unseren Cesern wünschen wir ein
gesegnetes Weihnachtsfest!
HDie GHundesleitung. Die chriftleitung.
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