Full text : 2.1927 (0002)

Dex Weamtenbund

DODer Beamtenbund erscheint
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2. Jahrgang Saarbrücken, den 17. Dezember 1927
Inhalt: Wochenschau. — Beamtenbank. — Kommunale Selbstverwaltung und Beamtenbesoldung. — Die Besoldungsordnung
in Preußen. — Besoldungsplan der Reichsbahn. — Die zweite Lesung der Besoldunasporlage. — Von der Bundes—
leitung. — Aus den Verbänden. — Beamten-Rundschau. — Neue Bücher.

Nummer 51

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OCHENSCHALI

Wenn diese Zeilen zu unseren Lesern kommen, dann wird
der Besoldungsstreit im Reiche seinen Abschluß gefunden
haben und das Reichsbesoldungsgesetz verabschiedet sein.
Der Haushaltsausschuß des Reichstages beendete in der ver
gangenen Woche die 2. Lesung, ohne dabei wesentliche Aen—
derungen an der Vorlage vorzunehmen. Die Reichsregie
rung ließ erklären, daß, wenn die Vereinbarungen ein
gehaälten würden und die Vorlage am 14. Dezember ver—
abschiedet set, die Regierung alle Vorbereitungen getrofsfen
habe, um die Nachzahlungen noch vor Wethnachten vor—
nehmen zu lassen. Auch die Beratungen in Preußen gehen
weiter. Der Hauptausschuß des Preußischen Landtages
hat die Vorlage ohne große Aenderungen in der Fassung
die sie durch den Untetausschuß erhalten hat, angenommen
Welches Aussehen die Regierungsvorlage nach den Be—
schlüssen des Unterausschusses hat, ist leider in seinen
kinzelheiten noch nicht bekannt geworden.
Wir brauchen nicht zu betonen, daß wir unseren Kollegen
im Reiche die Besoldungserhöhung aönnen und uns vor
allem freuen, daß sie nun auch vor Weihnachten das Geld
erhalten. Wir sind gewiß, daß dadurch Frau Sorge aus
maänchem Beamtenhaufe augenblicklich verscheucht wird und
gar mancher Familienvater erleichterten Herzens in die
Zukunft schaut. Uns Saarbeamten beschleicht bei solchen
Betrachtungen gar leicht ein beklemmendes Gefühl. Was
wird nun bei uns? Das ist die Frage, die man in Be
amtenkreisen so gerne beantwortet haben möchte. Eine
Einführung der Reuregelung vor Weihnachten ist ja un
möglich. Und doch muß etwas getan werden. In irgend—
einer Ferm muß die Regierung den Brauten vor Weih—
nachten helfen. Die Form ist augenblicklich Reben
ache; die Sauptsache ist, daß den Veanten aller Gruppen
vor den Feiertagen Geld in die Hand gegeben wird. Die
Arbeiisgemeinschaft hat eine neue Eingabe in dem Sinne
an die Regierungskommission gerichtet. Wir erwarten ka
sttimmt, daß die nächsten Tage Klarheit bringen.
Die ganze vergangene Woche war ausgefüllt mit Ver
handlungen zur Beilegung des Streikes der Eisenbahn
axbeiter. Die Arbeitsgemeinschaft der Beamtenverbünde
ergänzt durch den Verband der Lokomotivbeamten, mußt
ich mit der Frage des Eisenbahnarbeiterstreikes beschäf
tigen, weil durch den Streik die Interessen der Eisenbahn
ßeamten sehr stark berührt wurden. aber auch um ihrer

seits alles zu tun, den Weg zu Verhandlungen zwischen
der Regierungskommission und den Streikenden zu ebnen
Die Verhandlungen nahmen folgenden Verlauf:

Am vergangenen Montag, nachdem der Streik bereits
ünf Tage angedauert hatte, fanden die ersten Besprechun—
zen zwischen den Vertretern der Vereinigung der Eisen—
ahnbeamten, den Vertretern des Verbandes der Lokomotiv
zeamten und den Arbeiterführern statt, an denen auch auf
Vunsch der Vorsitzende des Beamtenbundes, Herr Rektor
Schneider, teilnahm. Die Aussprache, in der die Stellung
iahme der Beantten und Arbeiter dargelegt wurde, endigte
nit dem Beschluß. für Dieustag nachmittag die Ärbeits—
zemeinschaft der Beamtenverbände zu einer Sitzung ein
uladen. Diese Sittzung, zu der der Beamtenbund seinen
Korstand eingeladen hatte und an der außerdem wieder
ie Verireter der Lokomotivbeamten teilnahmen, kam zu dem
zeschluß. altiv die Vermittlung zwischen der Regierung
ind den Streilenden aufzunehmen. Da für Wiittwod
zitßzung der Regierungskommission angesetzt war, schien es
vbesentlich, noch vorher mit der Regierung in Verbindung
u kommen. Der Vorsitzende des Beamtenbundes. dem für
ie Verhandlungen eine Kommission beigegeben war, trat
im Dienstag abend noch mit Herrn Minister Koßmann und
zerrn Minister Lambert in Verbindung. Am Mittwod—
norgen 9.30 Uhr war die erste Besprechung zwischen den
derren Ministern Koßmann und Vesszensky und SHerri
Schneider, in der den Herren von der Regierungskommis
son die Lage der Veamtenschaft, wie sie sich infolge des
Streites entwickelt hatie, dargelegt und mündlich und
hriftlich um Verhandlungen zur Beilegung des Streiktes
cbeten wurde. Tas Ergebnis der Berichterstrattung der
eiden Regierungsmitglieder in der Sitzung der Regie
ungskommission war. daß aus der Sitzung heraus Her
räsident Wilton die Beamteuverrretung zu einer Be
prechung sür 12 Uhr einlud. Als Vertreter der Beamten
dast nahmen an den Verhandlungen die Herren Schneider
VBalm, Hoffmeister, Kratz. Goedicke teil; die Regierung war
ertreten durch Herrn Präsident Wilton, Herrn Ministen
ambert und Herrn Gencralsekretär Pierrotes. Am Nach
nittag desselben Tages fand noch eine Aussprache zwischen
derrn Minister Lambert und Herrn Palm statt, die Ver
nlassung gab, daß sich am Donnerstag mittag die Be
mntenvretreter Schneider Valm Goedicke mit den Arbeitoer
            
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