Hebung des ganzen Volkes nicht leicht überschätzen kaun.
Darum ist es auch durchaus notwendig, den Beamten ma—
teriell in die Lage zu versetzen, an den Errungenschaften
der Kultur teilnehmen zu können. Wenn selbst Beamte in
den bisherigen Besoldungsgruppen 7 und 8 8 nicht die Mit—
tel erübrigen können, sich ab und an ein gutes Buch zu
kaufen oder in ein gutes Theater zu gehen, dann kann
man sich ein lebhaftes Bild davon machen, wie es in den
darunterliegenden Gruppen erst aussieht. Das ist aller—
dings ein Zustand, der eines modernen Staates ganz und
gar unwürdig ist und darum sofortiger und radikaler Be—
seitigung bedarf. Das muß bei der neuen Besoldungsord—
nung berücksichtigt werden.
Die gewählten Vertreter des deutschen Volkes, die Ab—
geordneten des Reichsstages und der Landtage, haben dar—
über die Entscheidung zu fällen. Die Abgeordneten ge—
hören den einzelnen Parteien an, und über das einzefne
zraktionsmitglied hinweg hat die Kartei das letzte Wort.
darum zum Schluß in letzter Stunde ein aufrichtiges, aber
rnstes Wort an die politischen Parteien. Wenn die Be—
imtenschaft auch im Berufe Diener der Gesamtheit ist,
zußerhalb des Dienstes besitzt sie die politische Freiheit.
Bei allem Idealismus geht sie an den realen Dingen nicht
sedankenlos vorüber. Um ihres eigensten Selbft willen
at sie die Pflicht, für die Befriedigung ihrer materiellen
Ansprüche einzutreten. Das große Wahljahr 1928 rückt
heran. Was hast du, Partei, für die Beamten getan? Das
vird die Frage sein, wenn der Beamte im nächsten Jahre
in die Wahlurne tritt. Von ihrer Beantwortung hängt
seine Entscheidung ab. Das mögen die politischen Varteien
ꝛeute schon bedenken.
Daß die Forderung der Beamtenschaft nicht übertrieben
ist, bedarf keines Beweises. „Der Beamtenbund“
VONDERBU“UNDESLEIIIUING
Abschrift.
g Saarbrüũcken, den V. November 1927.
n
die Regierungskommission des Saargebietes,
Generalsekretariat,
A. G. Nr. 125. 11. . Saarbrückenl,
Schloßplatz 15
Betrifft: Krankenkasse.
Durch Schreiben vom 8. November 1927 G. S. Nr. 5166 A hat
uns e Regierungskommission unter anderem folgendes mit—
geteilt:
„Die Frage der Wiedereinführung der Krankenkassen für
die Beamten der unteren Gruppen bei der Eisenbahn- und
Postverwaltung ist zurzeit Gegenstand einer Prüfung durch
die Regierungskommission; über diese Angelegenheit wird vor—
aussichtlich demnächst entschieden werden.“
Wir bitten die Regierungskommission, die endgültige Entschei—
dung in der Angelegenheit nur im Benehmen mit den Eisen⸗
bahn- und Postbeamtenverbänden zu treffen.
Die Arbeitsgemeinschaft der Beamtenverbände des Saargebietes:
Beamtenbund des Saargebietes.
Vereinigung der höheren Beamten des Saargebietes.
Verband der Büroangestellen und ⸗BVeamten des Saargebietes.
Bund der techn. Angestellten und Beamten.
hewerkschaft Deutscher Eisenbahner e. V.
Verband Deuticher Techniker.
Einheitsverband der Eisenbahner Deutschlands.
J. A.:: Schneider.
daß die Beamten noch vor Weihnachten in den vollen Genuß
der erhöhten Bezüge kommen.
Plit Bezug auf diese Entwicklung der Sache bitten wir die
Regierungskommission, nunmehr sofort die Vorbereitungen für
die rechtzeitige Durchführung der Reichsbesoldungsrefotm im
Saargebiet zu treffen und die m Reich für Ottoberbis
Dezember gewahrten Vorschüsse auf die Be—
oldungsneuregelung hofort an alle Beamten
des Saargebietes zur Auszahlung zubringen
Wenn die Reform nicht mehr in diesem Monat erledist wer—
»en kann, bitten wir, den Beamten vor Weihnachten
ꝛinen weiteren Vorschuß auf die Besoldungs
neuregelung zu gewähren
Wir sehen auch heute davon ab, die große Not der Bramten-—
chaft des Saargebietes im einzelnen zu schildern, weil wir an—
gesichts der von der Reichsregierung gezeigten Bereitwilligkeit,
hren Beamten noch vor Weihnachten die erhöhten Gehälter
zuszuzahlen, bestimmt damit rechnen, daß die Regierungs—
ommission ihren Beamten die Vorschüsse nicht mehr länger vor—
enthält. Wir müssen es erwarten, weil, wie wir in unserer Ein—
zabe vom 24 Oktober dargelegt haben, es sich um jeste Besol—
dungsbestandteile handelt, guf deren Auszahlung die Beamten—
schaft mit Bezug auf die Verpflichtungen der Regierungskom—
nission in der Abrede von Baden-Baden berechtigt Anspruch
machen kann.
Zum Schlus sei noch der Sinweis gestattet. daß die Regie—
ungskommission auch in den vergangenen Notiahren die Be—
amten vor einer Mittellosigkeit über die Weihnachtstage be—
vahrt hat.
Die Arbeitsgemeinschaft der Beautenverbände
des Saargebietes:
Beamtenbund des Saargebietes.
Vereinigzung der höheren BVeamten des Saargebietes.
Verband der Büroangestellten und -Beamten des Saargebietes
Bund der techn. Angestellten und Beamten.
Gewerkschait Deutscher Eisenbahner e. V.
Verband Deutscher Techniker.
Einheitisverband der Eisenbahner Deutjschlands.
J. A.:; Schneider.
Saarbrücken, den 6. Dezember 1827.
An die Regierungskommission des Saargebietes.
Generalsekretariat,
A. G. Nr. 127. 12. 27. Saarbrückenl,
Schloßplatz 15
Betrifft: Besoldung.
Die Reichsvorlage zu einer Besoldungsreform ist inzwischen
ohne wesentliche Aenderungen vom Reichstag in erster Lefung
verabschiedet worden. Gleichzeitig haben die Reichsregierung
und die politischen Parteien dem Willen Ausdruck gegeben, die
weitetre Behandlung der Besoldungsreform so zu beschleunigen,
—A
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