Full text : 2.1927 (0002)

AUSDENVERBANDEN
Verband der Post- und Telegraphen⸗Beamten des Saargebietes.
U. Besoldungsgrnuvpen.

Die Erkenntnis, daß einer gerechten Besoldung unserer Kol—
egen eine gerechte Bewertung ihrer Diensttätigkeit vorangehen
nuß, ist längst Gemeingut der gesamten Kollegenschaft geworden.
Der von uns jahrelang geführte Kampf um unsere Kranken—
asse soll in diesem Jahre durch Wiedereinführung derselben be—
ndet werden.
Ob wir es glauben dürfen?
Daß die Zustände auf dem Gebiete des Beamtennachwuchses,
der Anstellung, der Prüfung und Beförderung reform- und
Herbesserungsbedürftig sind, beweist die Zahl der Anträge, die
zerade zu dieser Materie vorliegen. Während unsere Reichs—
ollegen bald in den Genuß der Etatsstellen von 1928 kommen.
zarrt hier im Saargebiet der Etat von 1927 noch der Erledtaung

Getragen von dem Verttauen der gesamien Kollegenschait,
kommen am 8 und 4. Dezember die Vertreter des Saargebietes
in Saarbrücken zum diesjährigen Verbandstag zu ernster, schwerer
Ztandesarbeit zusammen. Wehe unserem Stande, wehe unserer
Kollegenschaft, wenn wir die Zeichen der Zeit nicht verstehen.
Diese ernste Mabhnung muß Leitstern für die Arbeit unseres Ver—
bandstages sein. Damit offenbart sich die Verantwortung in
ihrer ganzen Größe, die die Verbandsvertreter als Vertrauens—
personen der Gesamtkollegenschaft mit ihren Entscheidungen und
Beschlüssen zu tragen haben.
Die verschiedenen Umstände haben dazu beigetrasen, daß sich
tür die Beamten erst spät die Möglichkeit geschaffen hat, die
— in den Kampf um ein menschenwürdiges Leben zu
tellen.
In dieser Tatsache und in den Zeitverhältnissen las der Grund
dafür, daß alle —S seit Gründung unseres Verbandes
im Saargebiet ihr gerütteltes Maß an Arbeit hatten. Gewaltige
Arbeit hat oft unter den widerwärtigsten Verhältnissen geleistet
verden müssen und ist geleistet worden.
Es galt, vieles nachzuholen. Groß waren oft die Schwierig—
leiten, die nicht zuletzt der Wandel der Zeit immer wieder vor
ins aufbaute.
Manches von dem, was die krüberen Verbandstage beschäftigte,
zat seine Erledigung gefunden. Was uns betrübt, ist die Ge—
vißheit, daß mancher berechtigte Wunsch unerfüllt blieb.
Und wie zu allen Zeiten, so haben sich auch gà dem lesten
Lerbandsstag zu den unerfüllt gebliebenen Wünschen neue
Zchwierigkeiten gesellt.

Dieser kleine Auszug aus den dringendsten Forderungen läßt
s verständlich erscheinen, wenn dem diesjährigen Verbandstage
UInträge zur Beratung vorliegen, die die Wünsche und Forde—
ungen zur Besoldung. zu den Standesfragen, zur Sozialfürsorae
ijw. enthalten.

Ein gerütteltes Maß von Arbeit ist es also, das auch die De—
legierten des Verbandstages zu erledigen haben.
In der Hoffnung, daß diese Arbeit den gewünschten Eriolgs
zeitigen möge, entbietet der Verbandsvorstand allen Verbands—
keilnehmern ein herzliches Willkommen

Am 3. und 4. Dezember findet der diesjährige Verbandstag
tait. Tagungslokal ist das Restaurant Ludwigspar?
Tagesordnuns:
Am Samstag, den 3. Dezember, nachmittags 3 Uhr,
1. Begrüßung und Eröffnung des Verbandstages
2. Feststellung der anwesenden Abgeordneten
3. Jahresbericht:
a) Fasanederich des 1. Vorsitzenden,
b) Kassenbericht des 1 Kassierers,
o) Bericht der Kassenprüfer.
z. Aussprache über Punkt 4 und Entlastung des Vorstandes.
Um s Uhr findet im goben Saale ein Unterhaltungsabend und
zeleliges Beisammensein zu Ehren der Abgeordneten und Güiste

Das Besoldungsunrecht das seit der Einführung der 19gruppigen
Besoldungsreform im Saargebiet besteht, dauert bei den unteren
Gruppen fort. Daau wird die wirtschaftliche Lage immer drücken⸗
der. Mit woblwollenden Worten für die Beamtenschaft wird
zwar von keiner Stelle gegeizt. Es ist darin sogar reichlich viel
getan worden. Aber daß damit nicht genugs getan wird, eßt
die Tatsache, daß die Kollegenschaft in wirtschaftlicher und kul⸗
tureller Besziehung langlam aber sicher von Stufe zu Stufe sinkt
und bereits auf einem Tiefstand angekommen ist, der kaum noch
überboten werden kann.

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