hielten; war es bei Einführung der 18 Gruppen im Saar—
gebiet; beim Schritt an den Volkerbund; in Baden-Baden.
Sie solles auch für unsbleiben.
Darum gerade sind unsere Geschicke jetzt so innig mit
denen unserer Kollegen im Reich verbunden. Darum ist
ihr Kampf unser Kampf, ihr Sieg unser Sieg. Und
daß die Beamtenvertretung mit dieser Forderung nicht
a llein steht, daß sie sich stützen kann auf die ganze
Beamtenschaft, beweisen schlagend die in der heutigen Rum—
mer an anderer Stelle zum Abdruck gebrachten Entschließungen
der Fachgruppen und Verbände, beweist
vor allem aber die einstimmig gefaßte Entschließung des
Ausschusses des Beamtenbundes des Saargebietes, der
die Vertretung der übergroßen Mehrheit der saarländischen
Beamtenschaft darstellt. Däß im Rahmen dieser Forderung
die besonderen Verhältnisse des Saargebietes bei den ein—
zelnen Verwaltungen auf dem Wege der Etats-Festsetzung
durch bessere Dienstpostenbewertung oder durch
Schaffung neuer Beförderungsstellen berücksichtigt werden
können, ist selbstverständlich. Denn dabei handelt es sich nicht
um eine Besoldungsfrage, sondern um ein solche des Etats.
Schwer ist es natürlich, im Augenblick etwas über
unsere Aussichten
zu sagen. Es darf angenommen werden, daß die Regie—
rungskommission, ihrer Verpflichtung bewußt, die Besol—
dungsordnung des Reiches übernehmen wird. Es
darf weiter damit gerechnet werden, daß sie nach Inkraft—
treten der Reichsbesoldung die Neuregelung mit Be⸗—
schleunigung durchführt. Es wird aber geradezu
alles darauf ankommen, mit welchem Umrechnungsfaktor
sie die Höhe unserer Bezüge bemessen wird. Welche Möglichkeiten
sich dabei ergeben könnten, sei kurz einmal
angedeutet:
Die Regierungskommission hat bis jetzt, trotz allen Pro⸗
testes der Beamtenschaft, ihre Erechnungsmethode
noch nicht geändert. Auf Grund dieser unrichtigen Methode
beträgt der Umrechnungsfaktor zur Stunde 511.
Wollte also, wie jetzt schon gerüchtweise verlautet, die Re—
gierungskommission bei der Neuregelung den von ihr er⸗
rechneten Faktor an wenden, müßte sie einen neuen
GFehaltsabbau vornehmen: Herabsetzung der Um—
rechnungszahl von 5,5 auf vielleicht 5,1, so wie sie am
1. Mai dieses Jahres von 6 zurückging auf 5,6. daß dann
bei der Neuregelung praktisch en ichts herauskäme, liegt
klar auf der Hand. Noch weniger bliebe übrig, wenn die
Regierungskommission gar noch dazu überginge, wie eben⸗
falls schon gerüchtweise verlautet, den neuen Wohnungs—
geldzuschuß noch nicht einmal mit dem Umrechnungsfaktor
5,1, sondern mit dem Mietfaktor 3,55 zu errechnen.
Was wir bei einem solchen etwaigen Vorgehen der Regie—
rungskommission von der theoretisch vielleicht ganz an—
nehmbar en Besoldungsreform in der Prarxis er—
lebten, mag jeder sich selbst ausmalen. Wir vekämen
eine Besoldungsneuregelung, die dann für viele
Beamte sogar eine Besoldungsverschlechterung
wäre.
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Daß diese eben angedeuteten Möglichkeiten zugleich
rolle Un⸗Möglichkeiten sind, bedarf keines weileren
Wortes mehr. Die Beamtenschaft würde auch eine etwaige
derartige Behandlung ihrer Besoldungsfrage auf das
entschiedenste zurückweisen. Es sei bemerkt,
daß der Ausschuß des Beamtenbundes der Führung Voll—
nacht erteilt hat zur Anwendung aller ihr geeignet
erscheinenden Maßnahmen. Wir vertrauen der Klugheit
der Regierungskommission, daß sie sich und uns derartige
S„chwierigkeiten erspart.
Die Umrechnungsmethode ist falssh. Sie ist auf fal—
chen Voraussetzungen aufgebaut. Falsch ist, daß man
das kleine Saargebiet mit dem großen Reich vergleicht.
Falsch ist, daß man einen gewissen Anteil von Bedürf—
rissen, die sogar zum größten Teil in Reichsmark zu leisten
ind, überhaupt nicht berücksichtigt. Falsch ist endlich,
»aß man nur einen Teil der Gesamtausgaben zusammen—
tellt, von ihm aber das ganze Gesami-Einkommen er—⸗
echnet, daß man von vielleicht 60 bis 80 Prozent der Aus—
zaben 100 Prozent des Einkommens festsetzt.
Falsch wäre weiter die schematische Anwendung des
Mietfaktors auf die Errechnung des Wohnungsgeldzu—
chusses der Beamten, wenn das wirklich geplant sein sollte.
Wir hoffen durch die Beantwortung uünserer Fragebogen,
falls es sich als notwendig erweisen sollte, zeigen
zu können, daß der Beamte mit seinen Wohnverhältniffen
nicht unter die allgemeine Mietpreisbildung fällt; wie
vir weiter hoffen, damit geeinnetes Material zur Ortslasseneinteilung
in die Hand zu bekommen zu
eventueller Verwertung. An die Beamtenschaft des Saar—
gzebietes ergeht erneut die Aufforderuͤng, uns in
dieser vielleicht notwendig werdenden Abweh'r zu un—
te z uͤt en. Sollten wir sie nicht benötigen, dann um—
obesser.
Unsere Forderung hierzu lautet auch heute wieder wie
n der Vergangenheit: Errechnung unserer
Reichsmarkbezüge mit dem Börsenkurs,
Berücksichtigsung unserer örtlichen Ver—
hältnisse durch Einreihung in die ent—
prechende Ortsklasse. Mag diese Forderung der
Regierungskommission nicht angenehm klingen, wir wissen,
daß sie nicht übertrieben und nicht unberechtigi
ist. Was dem kleinsten und billigsten Eifel-oder Pommern—
dörfchen gegenüber dem großen und teuren Berlin rech
st, muß dem Saargebiet billig sein.
Und nun noch
die Oeffentlichkeit
im Saargebiet! Will's uns wundern, daß es hier genau
st wie im Reich?! Wie dort die Großen singen, so
zwitschern hier die Kleinen. So ist's mit der
Presse; so auch mit den politischen Parteien. Viel Gutes
haben wir bis jetzt von diesen Faktoren noch nicht ver—
pürt. Ich verzichte darauf, das im einzelnen zu belegen.
8 Leser unserer Zeitung sind hinlänglich hierüber unter—
richtet.
Selbstverständlich verwehren wir nie mand,. sich auch
mit unseren Belangen zu befassen. Wir freuen un—
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