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Zeitschrift
des Beamtenbundes
des Saargebietes
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Saarbrücken, den 5. November 1927
2. Jahrgang
Inhalt: Unsere Gegner. — Reichsbesoldung und Saarbeamtenschaft. — Bericht über die Ausschußsitzung des Beamtenbundes.
— Der Wille der Saarbeamtenschaft. — Die Eingabe des Deutschen Beamtenbundes an den Reichstag. — Von der
Bundesleitung. — Aus den Verbänden.
Nummer 45
— ——
UNSERE
GEGNENR
In ihrer Rummer vom 28. Oktober beschäftigt sich die
„Saarbrücker Landeszeitung“ wieder einmal in einem Ar—
tikel „Soziale Streiflichter— mit Beamtenfragen. Es han—
delt sich in dem Artikel in erster Linie um eine Ausein—
andersetzung mit der „Volksstimme“. Dabei versäumt es
aber die „Landeszeitung“ nicht, in ihrer nun schon g
ohnten Weise beamtenfeindliche Tendenzen erneut zu de—
tonen. Den Ausführungen, die von Stegerwald stammen.
entnehmen wir folgenden Abschnitt:
Nun eine andere Seite des Bildes: Die Beamten in
den Gruppen 3, 4 und 5 (mittlere Dienstaltersstufe),
mit denen die Fach- und Qualitätsarbeiter in der Pri—
vatindustrie zu vergleichen sind, beziehen nach der in
Aussicht genommenen Besoldungsreform einschl. des Ge—
haltsanteils der Pension jährlich mindestens 1000 Mark
mehr wie ihre vergleichbaren Kollegen in der Privat—
industrie, Der „Vorwärts“ möge die Berliner Dreher,
Schlosser, Werkzeugmacher, Schmiede, Mechaniker an Hand
ihrer Wochenlohnlisten befragen und wird dort unsere
Angaben bestätigt finden. Und wer muß, mit
Ausnahmeder Reichsbahnund Reichspost,
die sich selbst tragen, für die übrige Be—
soldungsreform in der Hauptsache die
Mittelaufbringen?
Die breitesten Volksschichten.
Man braucht sich nur die Steuern des Etatsjahres
1927 anzusehen, in denen die Lohnsteuer mit 1 Milliarde,
die Einkommen- und Körperschäftssteuer mit 2 Milliar—
den steht (beide Steuern gehen zu 75 Proz. an die Län—
der, die wiederum 70 Proz. ihrer Gesamteinnahmen für
Beamtengehälter ausgeben). Die Hauszinssteuer, die
Hauptsteuer der Länder. beläuft sich auf 1.5 Milliarden.
Ein Blinder sieht, wie das die breiten Schichten belastet.
Unter denen befinden sich mindestens 75
Prozent,denenesnochschlechter,bestimmt
aber nicht besser geht, wie selbst den Be—
amtenin den untere n Stufen. Nennt man
das nach sozialistischer Auffassung: So—
ziale Politik? Daneben besteht noch die große
Gefahr einer Teuerungswelle,
was praktisch auf eine doppelte Belastung der
ärmeren Volksschichten hinauslaufen würde. Daß eine
Staatswirtschaft für 2,083 Millionen Menschen mit einem
Male die Bezüge erhöhte, war bisher noch nicht da. Das
ist ja geradezu ein Anreiz zur Preistreiberei. Die alten
Gewerkschaften lehnen es ab, Tarifverträge für die ver—
schiedenen Berufe gleichzeitig ablaufen zu lassen.
Die Termine werden absichtlich auseinander gezogen, um
Preissteigerungen zu vermeiden.
Von Neid und Mißgunst gegénüber den
Beamten wissen wir uns freis Wir sind aber
der Meinung, daß die Regierungsvorlage sihunsozial
auswirkt und einen weiteren Beitrag zur
Minderbewertung der Handarbeit
darstellt. Daß wir darum die Bedeutung der geistigen
Arbeit nicht verkennen, daß wir nicht zusehen können,
wie unter den Beamten die tüchtigsten Kräfte von der
Privatindustrie weggeholt werden, daß deshalb der Be—
zute entsprechend besoldet werden muß, liegt auf der
Hand.“
In der Einleitung zu dem Artikel schreibt die Redaktion
der „Landeszeitung“:
Wir,geben zu, daß ein Beamter, der nur
Gehaltsfragenkennt und alles materia—
listisch wertet, keinen Geschmack finden
——ie s chon Ihren
rOSen
ausgefüllt und zurückgesandt?
Flußtermin 19. November