Full text : 2.1927 (0002)

Zeitschrift sSel Vestellung durch die Pot Se—
des Beamtenbundes —
de 8 Saargebiete S gespaltene Millimelerzeile 0580 Frs.
Verantwortlich: Für den redaktionellen Teil Peter Hild, Saarbrüchen d, Reugrabenwes 39; für den Reklame⸗ und
Anszeigenteil E. Pallmann, Saarbrücken 8, Dudweilerstraße 77, Jernsprecher 4334.
Beschaftsstelle des Beamfenbundes des Saargebietes: Saarbrücken 2, St. Johannerstt. 85, Fernspr. 3055, Postscheckkonto 1700 Saarbrücken
ODruck und Verlag: Saarbrücker Druckerei und Verlag A. G. Saarbrücken 3, Fernsprechet 3130 3134 und 00462.

2 Jahrgang Saarbrücken, den 1. Januar 1927
J

Nummer1

1

24

242 c. —

8

—

— 29 —

— H 58 —

Zum neuen Jahrel —

J
d

Es liegt ein eigenartiger Reiz in dem Gehen und Kommen eines gahres. Wie im Felde ein Posten
den anderen abloöste, die Wacht aber ging weiter; wie in Gergwerk und Eisenhütte eine Schicht die andere
ersetzt, die Arbeit aber pulst unveränderlich; wie der Sommer dem Fruͤhling die Hand gibt, der Morgen
die Cacht verabschiedet, so wechselt auch Fahr mit Fgahr. Ewiges Kommen und Gehen! Nichts blebt, wie
es war. Das wächst und schrumpft; das altert und verjüngt sich; das lebt und stirbt und stirbt und lebt.
Ewig im Wechsel ist Sein und Schein. Es wechselt aber stets nur die Form. ODas Kleid wird ersetzt; die
Schale erneut sich; die Form zerbricht; der Kern allein bleibt. Gleibt ewig.
Es geht ein gahr, ein anderes kommt. Schüldträger der Ewigkeit sind beide. Das eine ist all
geworden, das andere steht jungbornfrisch. Müde, gebeugt, voll reichen Wissens, voll Freud und voll Leid,
so tritt das scheidende Jahr zurück von der Weltbühne und begibt sich zum Ruhstand. Stürmisch, gestrafft,
voll ehernen Willens, voll Kraft und voll Mut, so fordert das kommende gahr die Welt in die Schranken.
Mit stummem Händedrudk tauscht schweigend das alte gahr mit dem neuen die Parole; sein Wissen ver⸗
schließt es tiefinnerst im Herztämmerlein. Der Sonne entgegen breitet der Geuling die Armez; er steht au
dem Ausguck, die Welt ihm zu Füßen. Im Mauerwerk aber unken die Eulen.
So geht nun ein gahr wieder. Eintausend neunhundert und sechsundzwanzig hinsinkt ins Meer des
Gewesenen. Viel Gutes vermag es dort nicht zu melden den Lauschenden, die ihm vorangingen. Sein
Wissen ist Trauer, sein Lied ist Klage; und mit ihm klagen die Freunde. Aber allen anhaftet trotz Glut
und Tränen ein Fünkchen Sonnengold. Das lächelt sie an und heißt sie hofsen. Und sie scharen sich un⸗
gesehen um den Luginsland, auf dem ein junger Held ein Kampflied schmettert. Sie wissen, bald braucht
er ihre Hilfe, der ahnungslos Unerfahrene.
Eintausend neunhundert und siebenundzwanzig! Qun fährst Du dahin. Viel Gluck zur Fahrt ins
endlos lange Weltenjahr! Wir wissen, auch Du wirst muüde werden; doch heißt uns dein Siegwille hoffen.
Und hofsend und wollend und wirkend, so stehen wir treu dir zur Seite. — gm Willen schon liegt unser Sieg.
Und wir wollen. Fa, wir wollen.

2
2
*

8

*

*

*
X
(

J

Karl Schneider.

2
⸗

— J ——— AAx· 7. *
—— ——

—

A—

75

5

*
—

4

—
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.