pertretung auch bestimmt, den Gruppen, die mir am schlechtesten
bei der Reuregelung weggekommen zu sein schienen, eine höhere
Zuwendung zu geben. Das Reichsschiedsgericht hat mich dann
aAber gezwungen, die eigene Regelung, nachdem sie einen Monat
in Kraft war, zurückzunehmen.
Ich habe von dem, was ich zu jener Zeit zur Charakteristerung
der Besoldungsregelung gesagt habe, aber auch kein Wort
zurückzunehmen.
Daß ich nunmehr Gelegenheit habe, die Grundgedanken, die ich
bor drei Jachren vertreten habe, in die Tat umsetzen zu können,
st mir eine tiefe Befriedigung. Seit Dezember 1924, also seit
der nach meiner Meinung ungenügenden Regelung der Besol—
n der deutschen Beamten, ist nichts Durchgreifendes mehr ge⸗
hehen.
Ddie in den letzten zwei Jahren gegebene Weihnachtsbeihilfe
lann nicht als durchgreisende Maßnahme zur Vehebung der
Not der Beamtenschaft angesehen werden. (Seht richtig!)
Es war mgrven auf dem Gebiete des Besoldungs⸗
wesens. dig stille aber ig es geworden auf dem Gebiete der
Tosten, der Lebenshaltung des deutschen Volkes. (Sehr richtig!)
Diese Kosten sind im Laufe der 3 Jahre fortgesetzt gestiegen. Vet
Abstand zwischen den Einnahmen aus der Besoldung und den
Ausgaben für die Lebenshaltung wurde immer größer. Die
Rotlage in den Kreisen, die ihre Einnahmen nicht selbständig
bestimmen können, stieg immer höher. Soll der deuütsche Beamte
in seiner vollen Arbeilskraft überhaupt erhalten bleiben, sollen
eine Familienangehörigen nicht auf das schwerste geschädigt
werden, so ist alsbaldige Hilfe dringend erforderlich.
M. D. u. H.! Gewiß, auch in der Vorkriegszeit war das Be—
amtengehalt nur knapp ausreichend; bei den unteren Srpden
war es nach meiner persönlichen Ueberzeugung in vielen Faͤllen
oöllig unzureichend. (Sehr richtig!)
Der alte Staat vpersäumte hier seine Pflicht. Bei den mitt—
leren und höheren Beamten war ein Auskommen nur bei spar—⸗
amster Wirtschaft möglich, wenn nicht der Rückhalt aus dem
eigenen Vermögen vorhanden war.
Die jetzige Lage der Beamtenschaft aber ist für sie unerträglich.
Die Lebenshaltungskosten sind, wie gesagt, gestiegen, die Bezüge
aber blieben sich gleich seit drei Jahren. Es ist der gesamten
Beamtenschaft nur bei aller bescheldenster Lebensführung über⸗
haupt möglich auszukommen; Rücklagen für außergewöhnliche
Bedürfnisse zu machen, ist durchaus unmöglich. Sie werden sagen,
das wissen wir doch alles, aber, meine Verehrten,
das deutsche Volk muß das wissen!
Sehr richtig!). Das muß hinausdringen in das letzte Dorf (Bei⸗
fall), so daß dieses fürchterliche Wort, das gesprochen worden ist,
die Beamten fresen den Staat auf, endlich einmal ad absurdum
zeführt wird. (Langanhaltender Beifall).
Deshalb, grregute Kollegen und Kolleginnen, mache ich Ich
Ausführungen. Ich sage: Rücklagen für außergewöhnliche, Fülle
waren auch in der Vergangenheit unmöglich. — Dazu kommit
aber 9— die dutg die Inflation hervorgerufene absolute Ver⸗
nögenslosigkeit fast des ganzen aee
Wie wirkt sich nun eine derartige materielle Lage aus? Jedes
„reudige Ereignis“ in einer Familie wird zu einem traurigen,
wie Krankheit und Todesfall, weil dadurch Kosten erwachsen, füt
die eine Deckung aus den laufenden Einkünften überhaupt nicht
vorhanden ist. FJ
Man hat hier etwas zu deg durch Vrane— Bei⸗
zilfen und Unterstützungen. Diese gi e wurde dankbar aner⸗
annt, aber der Veamte, der seine Pflicht tut degen den
zer aufgeht in seinem Berufe, er uß jetzt den Weg der Bitte
zehen, um sich und seine Familie überhaupt durchbringen zu kön—
nen (sehr richtig!), ein Zustand, der gexadezu deprimierend ist,
und der in größtem Umfange alsbald beseitigt werden müßte!
die Kleider⸗ und Wäscheschränke sind leer, die Vorräte erschöpft.
die Nöte des Krieges und der Inflation haben ausgeräumt.
Dringenden Neuanschaffungen aber steht der Beamte mit seinem
kargen Einkommen hilflos gegenüber. Ich wage es zu sagen:
Welte Kreise unseres Volkes ahnen nicht die Traadie. die sich
n vielen Beamtenfamilien abspielt (sehr richtig), abspielt untet
her Rot, die in der Mehrzahl der be — die mit
dem Beamten früh aufsteht, sich mit ihm an den Tisch setzt und
ich mit ihm wieder zur Ruhe begibt. In geradezu heroischer
Selbstüberwindung nach außen werden aule die Schwierigkeiten
Jetragen, all die Opfer gebracht; aber die Gefsundheit und die
Bankkonten, sie wissen davon zu erzählen. (Sehr gut!)
—— deeechh hat einen Um—
nen, der es jedem Veran i in di
neneet twortlichen in die Ohren
.M. D. u. H.! Der Sinn und Zwedk der Beamtenbesoldung hat
ich im Laufe der jüngsten Vergangenheit grundlegend geändert.
Aus dem früheren Grundsatz: Bezahlung nach der Leistung, ist
eine vollständige Alimentation für die eingeengtesten Ledbens
verhältnisse geworden. Daß diese Umstellung für die Dauer nicht
erträglich ist, ist einleuchtend. Gering und infolgedessen für die
bescheidenste eieren ausreichend war, wie ich gesagt habe,
das Einkommen des deutschen Beamten. Aus dem Gehallt groͤßere
Ersparnisse zurückzulegen, war immer unmöglich. Aber der
deutsche Beamte wußte früher, daß der Staat für ihn sorgte, auch
m Ruhegehalt und auch in der Hinterbliebenenversorgung, und
er vergalt dies durch unbedingte Hingabe.
Wie hatte sich der deutsche Beamte der Vorkriegszeit auf den
Staat eingestellt? Das Bewußtsein einer gewissen Sicherheit in
einer Lebensführung schuf jenen Typ des deutschen Beamten,
der auch in den vereinfächsten Verhältnissen und unter Entbeh⸗
rungen ich doch immer bewußt wär, daß er als Vertreter der
nachtvollen Staatsautorität stehe und arbeite. Und wie her vor⸗
agend hat der deutsche Beamtenstand gerade aus dieser staats—
derbundenen Fanewane heraus in den schweren Tagen der staat⸗
ichen Umwälzung sich bewährt!
Was wäre in dieser chaotischen Zeit aus Reich und Ländern
zeworden, wenn Beamte aus allen Sparten nicht unentwegt ihre
Pflicht getan und dadurch als Stützen der staatlichen Ordnung
AUnvergängliches für das deutsche Volk geleistet hätien!
Derselbe Geist war es auch, der bei der Stabilisierung der
Pährung Ende 1923 und Anfang 1924 durch die Hungergehälter
inen so erheblichen Anteil zum Gelingen dieser lebensrettenden
Aktion des deutschen Volkes zum Erfolg verhalf.
Jawohl, die Besoldungsfrage des deutschen Beamten nicht
iur eine Standesfrage, sondern sie ist eine Staatsfrage! Da läßt
es sich nicht verhehlen: In der furchtbaren Zeit nach dem Kriege
mit ihrem Kampfe um das nackte Leben sank auch die Stellung
des Beamten zum Schaden für den Staat. Liegen schon im Be—
rufsethos des — Beamten, in seinem Pflichtbewußtsein,
in seiner ganzen Arbeit und Lebensführung starke staatserhal⸗
tende Kräfte, trägt er noch heute die Repräsentation des Staates
bis hinaus in das kleinste Dorf des deutschen Vaterlandes, von
einem Auftreten, von seiner Zufriedenheit oder Unzufriedenheit
Mießn die Bevölkerung in weitem Umfange auf diesen Staas
uind sein Wesen. Eehr richtig!)
Das gewaltige Kontingent des deutschen Beamten in Reich,
Ländern und Gemeinden in Höhe von über 1 Millionen und
— wenn die Familienangehörigen noch dazurecnen — mit ins⸗
zesamt über 1 Millionen Menschen ist ein bedeutendes Mo—
ment in der Gestaltung der Stimmung und des Ansehens für den
Staat. Welche Einwirkungsmöglichkeiten stehen dem Beamten,
diesem Mittler zwischen Staat und den Volksgenossen, aus dieser
Ztellung zu in den dienstlichen Betrieben, in den Gerichten und
Lehrsälen, in Schulen und Aemtern? Aber von welch gewaltiger
Bedeutung ist es dann, Vertreter objektiver Einstellung auf all
Ve Stellen zu haben und nicht Männer, die durch den eigenen
debenskampf getrübt und zermürbt, mürrisch und mißmutig
hren Dienst am Volke verrichten. Gegenseitiges Vertrauen kann
n einer Aimosphäre der von mir geschilderten Art nie und nim—
ner aufkommen. Die uanen aber trägt der Staat. Das deutsche
bolk braucht zu seiner Vertretung freie und aufrechte, braucht
gonsichere Männer und Frauen, die ihren Dienst als Vertreter
hres Stgates tun in dem hohen Bewußtsein, ihrem Volke zu
dienen. Der deutsche Beamte soll nicht im Dienste oder in der
Hnade einer Vartei stehen; er soll kein unfreier. auf seine kärg—
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Fccc — ——
Ep verbessert nicht nur bas Caffee-⸗Getränk - er verbilligt es auch.
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