Full text : 2.1927 (0002)

lierten Zimmern — Wohnformen, die durchaus keine be—
friedigende Lösung dieser so wichtigen Frage darstellen und
die freie Gestaltung des persönlichen Lebens in verschieden—
ter Hinsicht beschränken und beeinträchtigen Wo die Eigen—
vwohnung zu finden ist, stellt sie gewöhnlich eine Kopie der
Familienwohnung, der Haushalt eine Kopie des Familien⸗
Jaushaltes dar. Die Folge ist einerseits starke finanzielle
Lelastung, andererseits sehr häufig körperliche Ueberan—
trengung durch Hausarbeit in den wenigen freien Stun—
den, die der Erholung gewidmet sein sollten. Die Versuche,
Wohngemeinschaften zu bilden, etwa in der Form des Zu—
sammenwohnens zweier Freundinnen oder Berufsgenossin—
nen, sind bisher häufig daran gescheitert, daß zugleich eine
Seelengemeinschaft gefordert wurde. Beides miteinander
in Einklang zu bringen, wird jedoch immer ein seltener
Glücksfall bleiben. Die berufstätige Frau muß sich damit
abfinden, daß es für das vertraute Zusammenleben mit
einem geliebten Menschen, wie es die Ehe gewährt, im all⸗
gemeinen keinen Ersatz gibt. Unter dieser Voraussetzung
dürfte dann wohl die dechnische Wohngemeinschaft, die den
Beteiligten volle innere Freiheit und Selbständigkeit läßt,
die ideale Wohnform der Zukunft für die berufstätige
Frau sein.
Eng verknüpft mit der Wohnungsfrage ist die der Haus—
haltsführung. Hier muß eine grundlegende technische Um—
zgestaltung Platz greifen. Auf diesem Gebiet sind die neu—
zeitlichen Rationalisierungsmethoden der Arbeit, die sich in
der Wirtschaft immer mehr Bahn brechen. zur Anwendung
zu bringen.
Sodann braucht die berufstätige Frau Geselligkeit, wenn
sie nicht innerlich verarmen und veröden will, auch im In—
eresse ihres Berufes, und zwar Geselligkeit im eigenen
Heim, nicht im Cafés und Wirtshaus. Jedoch mit wieviel
Hindernissen und Engherzigkeiten hat sie in dieser Bezie—
zung noch zu kämpfen!
Auch heute noch leidet sie unter einem Mangel an gesell—
schaftlicher Achtung, der sie vor der jüngsten verheirateten
Frau zurücktreten läßt. Mit solchen Gepflogenheiten muß
gebrochen und der berufstätigen Frau auch gesellschaftlich
der ihr gebührende Platz zuerkannt werden.
Auf dem Gebiete der Wohnungsgestaltung wie der Um—
prägung der gesellschaftlichen Sitten liegt ein weites Be—
tätigungsfeld für die verheiratete Frau. Hier sollte sie tat—
kräftig mitarbeiten an der Lösung von Problemen, die für
das Lebensglück vieler Mitschwestern von weitgehender Be—
deutung sind

VONDERBUN

Verwaltungs⸗Akademie.
Vorlesungsplan.
1. Samstag, den 23. Juli, nachmittags 480 Uhr, in der Turn⸗
halle Malstatt, Vorlesung Kalveram: Die Finanzierung.
2. Sonntag, den 24. Juli, vormittags 10,80 Uhr, im Johannis⸗
hof, Vorlesung Kalveram: Die Finanzierung.
Semesterschluß!
Mitteilung der Bundesleitung.
Die Audienz der Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der
Beamtenverbände bei dem Herrn Präsidenten Wilton
hat am 18. Juli ds. Irs. stattgefunden. Es wurden hierbei
die Beamtenfragen aus der Vergangenheit und der Gegen—
wart dem Herrn Präsidenten vorgetragen und dabei dem
Wunsche Ausdruck gegeben. daßk es gelingen möge., alle

Das Glũcliasgefunhl erhönt und mehrt
Ein Antlitz, echsn durck Stecl—pfercdd.
Flteckennpferd-VSeife
die beste Lilienmilch-Seife. — Ueberall zu haben.

Schließlich wird ein weiteres der berufstätigen Frau zu
nnerer Befriedigung verhelfen; die tätige Anteilnahme
in den großen geistigen und kulturellen Aufgaben der
Volksgesamtheit, ein Sich-Einstellen in den Dienst an der
Allgemeinheit. Nicht wenige Frauen kranken daran, daß
ie sich in ihrem Beruf einspinnen, oder daß sie zuviel von
hm verlangen, daß sie erwarten, er werde alle ihre
geistigen und seelischen Bedürfnisse befriedigen. In der Ar—
zeit für die Allgemeinheit werden sie finden. was ihnen
der Beruf versagt.
Jede Generation schuldet der nächsten die Erhaltung des
„hysischen und materiellen Bestandes sowie die Vermeh—
ung und Höherentwicklung der geistigen Güter. Die Ver—
jeirateten sind augenblicklich zumeist wirtschaftlich so be—
engt, daß sie für die Bewältigung kultureller Aufgaben
richt mehr viel tun können, Hier erwächst der berufstätigen
Frau die Pflicht, einzuspringen, sich in einer Art Arbeits—
eilung einzusetzen für die geistigen, die idealen Ziele der
bolksgemeinschaft. Sich selbst ernähren ist nicht genug!
Zusammenfassend ist also festzustellen: Harmonie und
Lebensglück der berufstätigen Frau sind abhängig von der
geistigen Einstellung ihrer Zeit und der danach geprägten
Sitte. Ferner kommt es darauf an, was sie persönlich
ius diesen Gegebenheiten zu machen versteht. Das erstrebte
ziel — harmonische Daseinsgestaltung — wird nur dann
u erreichen sein, wenn dreierlei die innere Haltung der
zerufstätigen Frau bestimmt:
1. Bejahung der Berufsarbeit,
2. Ielve an geistiger und wirtschaftlicher Selbständig—
eit,
tätige Anteilnahme an den geistigen und kulturellen
Aufgaben der Volksgemeinschaft.
Der besondere Wert dieser Gedankengänge liegt darin,
»aß sie das geistig-seelische Problem, welches die Lebensge—
taltung der berufstätigen Frau in sich schließt, klar in
einer ganzen Tragweite herausstellen und zugleich die
Vege zu seiner Lösung weisen; denn wer sich in dieser
Zaupt- und Grundfrage zum richtigen Standpunkt durch—
gerungen hat, dem wird „alles andere zufallen“.
Wohl jede berufstätige Frau ahnt unbewußt oder emp—
indet bewußt dieses geistig-seelische Problem. Es einmal
nseiner ganzen Tiefe aufgerollt und zugleich den Weg zur
leberwindung dieser bedrückenden Zwiespaältigkeiten zu
ehen, müßte für jede berufstätige Frau zum richtung—
zjebenden Erlebnis werden Dr. E.
chwebenden Fragen bald einer die Beamtenschaft zufrieden⸗
tellenden Lösung zuzuführen. Der Herr Präsident gab in—
jaltlich folgende Erklärung ab:
„Die Beschwerden der Beamtenschaft des Saargebietes
sind mir nicht unbekannt geblieben. Es war mir aber
nicht möglich, in der kurzen Zeit meiner hiesigen Tätig⸗
leit mich mit den Fragen eingehend zu beschäftigen und
sie zum Abschluß zu bringen, sondern ich muß hierfür noch
rine gewisse Zeit zur Verfügung haben. Nehmen Sie
iber die Versicherung entgegen, daß die vorgetragenen
Wünsche von mir mit dem größten Wohlwollen geprüft
und erledigt werden.“
Sodann wurde dem Herrn Präsidenten die nachfolgende
Fingabe der Arbeitsgemeinschaft, die einen Teil der
Pünsche der Beamtenschaft zuiammenfaßt. überreicht.

— — — —
⸗
Zum Schutze des Kindes
gegen die verschiedenen Schädigungen der Haut ver—
wendet man Vafenol⸗ Wund- und Kinderpaste, um die
Einwirkung des nächtlichen Nässens auf die Haut un⸗
wirksam zu machen. Hierauf pudert man mit Vasenol—⸗
Wund⸗ und Kinder-Puder ein. Die Vasenol⸗Präparate
kann man in allen Apotheken und Drogerien kaufen.
            
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