Der Vertreter des Ministers für die besetzten Gebiete,
Ministerialrat Dr. Voaels,
ührt u. a. folgendes aus:
Im besetzten Gebiete habe die Beamtenschaft noch viel unter
den fremden Machthabern zu leiden. Es sei das Bestreben der
Reichsregierung, auch den Beamten wieder ihre volle Be—
wegungsfreiheit zu verschaffen. Ueber all dem stehe natürlich
die Befreiung des heute noch besetzten Gebietes und der „Saar“.
„Wir alle“, führt der Redner wörtlich fort, „daben das Ver—⸗
rauen, daß die Wucht der Tatsachen, die für uns soprechen, sich
rach und nach durchsetzen und daß die Franzosen einsehen, daß
die Räumung des Saarlandes letzten Endes auch in ihrem eige—
nen Interesse liegt.
Freudig begrüßt, ergreift der
2. Vorsitzende des Beamtenbundesdes Saar—⸗
gebietes das Wort.
Er überbringt zunächst die Grüße der deutshen Beamten an
der Srar. Er schildert, wie eng wir uns mit den Reichskollegen
verbunden fühlen. Kurz streift er die Mißstände im Saargebiet.
Als er die Mitteilung macht, daß zur selben Zeit, wo die Reichs⸗
beamtenschaft um Gehaltserhöhung kämpft, die Regterungs⸗
fommission die Saarbeamtengehälter sogar abgebaut dabe, geht
ein gewaltiger Sturm der Entrüstung durch die Reihen der An—
wesenden. Zum Schluß agibt er der Hoffnung Ausdruck, daß bald
in dem befreiten Saarbrücken der Rheinische Beamtentag abge⸗
halten werden könne. Etürmischer Beifall.)
Einstimmig werden darauf der nachstehende Aufruf und die
folgenden Entschließungen angenommen:
Aufruf.
Die zum 8. Rheinischen Beamtentage in Krefeld versammelten
Vertreter der rheinischen Beamtenschaft erklären:
Mit größter Besorgnis beobachten wir die Entwicklung, die die
Frage der Beamtenbesoldung in der jüngsten Zeit genommen hat.
Aus den Erklärungen des Reichsfinanzminister hatten wir zu—
dersichtlich angenommen, daß sofort, mindestens aber vor Beginn
der Parlamentsferien, der allseits anerkannten Notlage der Be—
amten abgeholfen werden sollte.
Die in letzter Zeit zwischen Reichsfinanzminister und Finanz⸗
mninistern der Länder geführten Besprechungen geben uns zu den
ernsten Befürchtungen Anlaß, daß die Beamtenbesoldungsfrage
zu esnem politischen und finanziellen Handelsobiekt zwischen
Reich und Ländern gemacht wird. Die Notrufe unserer Kollegen
besagen uns, daß die Beunruhigung einen Griad erreicht hat, der
eine Verschleppung aus staatspolitischen Gründen nicht mehr ver—
trägt. Die fortlaufenden verschiedenartigen Meldungen über
den Stand der Besprechungen tragen einmal dazu bei, die Be—
amtenschaft noch stärker zu beunruhigen, andererseits in altbe—
kannter Art die öffentliche Meinung aufzuregen.
An die Reichsregierung und die Parlamente richten wir drher
den dringenden Ruf, die vom Reichsfinanzminister Dr. Köhler
im Namen der Reichsregierung abgegebenen Erklärungen be—
schleunigt zur Tat werden zu lassen. Erklärungen und Be—
prechungen, politische Hin- und HServerhandlungen können der
Not der Beamten nicht steuern, ihren Glauben aber weiter er—⸗
schüttern. Darum brauchen wir die Tat.
An unsere Bundesfreunde im ganzen deutschen Vaterlande
cichten wir in dieser ernsten Stunde den herzlichen Appell:
Last alles beiseite, was unsere Einheit stören und unsere Kraft
gefährden könnte. Steht einmütig zusammen und hinter unserer
FJührung.
An unserem einmütigen und entschlossenen Willen müssen die
gesetzgebenden Körperschaften und unser Volk erkennen, daß der
Augenblick da ist, wo die Beamtenschaft am Ende ihrer Kraft
zum Ertragen „der Pferdekur“ steht.
Entschließungen:
1. die in der Verfassung festgelegten Versprechungen, ein ein—
heitliches Beamtenrecht und ein Beamtenvertretungsgesesß zu
chaffen, sind leider immer noch nicht erfüllt.
Dagegen bemüht man sich in Preußen, die Polizeibeamten⸗
schuft unter ein Ausnahmegeseitz zu stellen.
Der Deutsche Beamtenbund hat den Entwurf dieses Gesebes
ogelehnt und den Polizeibeamten seine Hilfe und Unterstüßung
igesagt.
Der 8. Rheinische Beamtentaa bestätigt die Stellunanahme
einer Spitzenorganisation und verspricht den Kollegen von der
Polizei treue Mitarbeit in ihrem Kampfe.
2. Einisung der Beamtenschaft.
Der 8. Rheinische Beamtentag erinnert sich gern des am 8. Ok—
ober vollzogenen Zusammenschlusses der beiden grohen Beamten⸗
»rganisationen. Er erwartet von den Unterors inisationen, daß
ie gemäß den getroffenen Richtlinien alles dazu beitragen, die
Zusammenarbeit zu fördern. Im weiteren richtet er an die Kol—
egen, die noch nicht dem D. B. B. angehören, die Bitte, in ihren
jachgewerkschaften für einen restlosen Zusammenschluß aller Be—
mten zu wirken.
3. Besetztes Gebiei.
Ueber 8 Jahre leidet die Bevölkerung der besetzten Gebiete
inter dem Druck fremdländischer Truppen und Verwaktungen.
Nachdem Deutschland dem Völkerbund beigetreten ist, versieht
nan nicht, welchen Sinn die Zurücklassung fremder Truppen tin
»eutschen Landen haben soll. Die Tatsache der Anwesenbeit
ieser Truppen genügt, um das Mißtrauen der Bevdlkerung
zegenüber den fremden Mächten zu steigern. Vorkommnisse, wie
in der Pfalsz, sind geeianet, unabsehbare Folgen herbeizuführen.
Der 8. Rheinische Beamtentag richtet an die Regierung das Er—
uchen, mit Nachdruck dahin zu wirken, daß das ganze besetzte
vebiet von den fremden Truppen befreit und das Saarland
aldigst dem Mutterlande wieder einverleibt wird
Es folat das Referat des
Bundesvorsitzenden Flügel über das Berussbeamkentum
im Volksstaat.
(Gekürzt nach Krefelder Ita.)
Die Verfassung von Weimar machte den Fürstendiener des
Abrigkeitsstaates zum Diener der Volksgesamtheit im Deutschen
Bolksstaate. Der Beamte steht nicht gegen sein Volk, ist leben—
diger, wertvoller und Werte schaffender Bestandteil des Volks—
zanzen geworden. Der Dienst am Volke ist die Aufsgabe jedes
inzelnen deutschen Beamten. Dienst am deutschen Volke und
einem Starte ist die tragende Idee der deutschen Beamtenbe⸗
veguna. Die deutsche Beamtenbewegung ist verkörvert durch
»en Beamtenbund, staatserhaltend und staatsfördernd. Des
Bolkes Rechte und Gesetze zu schützen, ist besondere Pflicht des
Staatsdieners und seiner Organisation. Diese Verpflichtung
besteht im besonderen gegenüber der Verfassung. Der D. B. B
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Mornfronci -onhlen-Kcrtoffeln
zind 3 dinqe, die man ⁊um leben braucht. Dovon Ist mir
omfrancsi doch das siebsse, er verschoffi mir sters duren
zeinen quten, feinen Geschmock einen unqefrũbten Genuss
nurein tsslottel cut ller ouer ꝰ3 ormtonca und Bohnenboffao.
ubereirung in Jeoom Folle vis Ln—αα)