Beamten gleich standen, sich heute Dinge leisten dönnen,
in die kein Beamter denken kann. Wir wollen niemand
berletzen, im Gegenteil, wir freuen uns, wenn es allen gut
geht, verlangen aber auch, daß man uns unser Recht lãßt.
in Zusammenhang mit der Besoldungserhöhung wird
auch wieder die Höhe der Besteuerung herangezogen wer⸗
den. Auch dazu ein paar Worte. Die Frage der Be—
steuerung kann die Beamtenschaft der Volksgemeinschaft
Jegenüber erörtern. Die Beamtenschaft hat ihre Steuer⸗
borrechte verloren und wird mit 10 5 Lohnsteuer heran⸗
zezogen. Ja, sie war es mit der Gesamtheit der Lohn⸗
leuerzahler, die in den größten Notzeiten dem Staate das
Betriebskapital gab. Yamals, als andere Kreise ihre
Steuern infolge der Inflation mit einem Nichts abgelten
konnten, bezahlte die Beamtenschaft redlich tatsächlich ihre
10 Prozent. Und auch heute noch ist es doch so, daß dem
Lohnsteuerzahler auch der letzte Pfennig versteuert wird.
Es genügt, wenn man zum Beweise dieser Tatsache auf die
wiederholten Erklärungen im Reichstage hinweist, daß
die Lohnsteuer 60 und mehr Prozent der Reichseinnahmen
ausmacht.
Wir verkennen auch nicht, daß es Kreise gibt, denen es
chlechter geht als den Beamten. Das sind zumeist die
Kreise, die Krieg und Inflation am härtesten getroffen
haben, Hier handelt es sich um Notstände. und die können
nicht Maßstab sein.
Die Beamtenschaft verlangt wirklich nichts Unrechtes,
wenn sie das Realfriedensgehalt fordert. Sie muß das
verlangen, wenn sie nicht dauernd ihr Recht auf Teil⸗
—D
zeben will. Notzeiten rechtfertigen Sondermaßnahmen,
darum trug die Beamtenschaft auch jahrelang die wirt—⸗
schaftliche Not; Notzeiten müssen aber einmal zu Ende
zehen und von normalen Verhältnissen abgelöst werden.
Es ist selbstverständlich daß die Forderung nach dem
Realfriedensgehalt keine schematische Uebertragung der
Friedensgehälter bedeutet und vor allen Dingen nicht Ver⸗
besserungen verhindern darf. Sie ist nur als Grundfor⸗
ee amzusehen und soll der Reform Richtung und Ziel
wveisen.
Die bisherigen Darlegungen hatten in erster Linie die
Reichsverhältnisse im Auge. Wenn wir uns nun un—
seren Saarverhältnissen zuwenden, dann wird uns nach
solchen Betrachtungen immer wieder klar, wie armselig
unsere Besoldung ist und noch mehr in der Vergangenheit
war. Von den 60prozentigen Friedensgehältern des
ceiches bezogen wir zeitweise die Häüfte. Dann tritt uns
uch immer wieder vor Augen, wie ungerechtfertigt der
hehaltsabbau war. Die Regierungskommission fühlte
ich seinerzeit verletzt durch die bestimmte Form, mit der
er Beamtenbund den Gehaltsabbau zurückwies. Wir
ürfen heute feststellen, daß auch die Regierungskommis⸗
ion mit uns in der Änsicht übereinstimmt, daß der Ge—
Altsabbau durch die wirtschaftlichen Verhältnisse nicht ge⸗
echtfertigt war. Die Preisabbauaktion der Regierungs⸗
ommission wird genau so ergebnislos bleiben wie die der
teichsregierung. Der Beamtenschaft hat man aber schon
m voraus durch den Gehaltsabban die Last aufgebürdet
ind läßt sie ste weiter tragen. Wer hat wohl den Vor⸗
eil davon? Nachdem der Handel eine Preissenkung ab⸗
elehnt hat, müssen wir verlangen, daß der Gehaltsabbau
ückgüngig gemacht wird. Die Regierung muß den Mut
aben, nachdem die Voraussetzungen ihres Gehaltsabbaues
nicht zu schaffen sind, nun auch die im voraus gezogenen
Foigerungen rückgängig zu machen. Man gebe uns mit
»em alten Umrechnungsfaktor wieder das kursmäßige
Neichsgehalt. Es muß immer wieder darauf hingewiesen
verden, daß es dem unbelasteten reichen Saargebiet doch
eicht sein müßte, seine Beamten so zu besolden, wie das
»erarmte Reich. Wenn das nicht der Fall ist, dann müssen
iemlich derbe Mißstände irgendwo vorhanden sein, und
hie berufenen Stellen mögen für Abhilfe sorgen. Die
degmtenschaft wird gerne helfen. Mittel und Wege zu
inden.
Und zum Schlusse noch eine Frage an die Regierungs—
ommission: Im Reiche sind die Arbeiten für die Besol⸗
ungsneuordnung im vollen Gange. Nach einer Mittei⸗
ung der ehin Zeitung“ soll das Gesetz zum 1. Ok⸗
ober in Kraft treten. Wir sind sogar der Ansicht, daß der
keichsbag sogar den 1. Juli als Termin bestimmen wird,
inabhängig dawon, wann die Beratungen zu Ende gehen.
zat die Regierungskommission schon mit den Vorarbeiten
ür die Einführung der Besoldungsreform begonnen? Es
vird der Regierungskommission nicht schwer sein, sich über
ie genauen Pläne des Reiches zu informieren, so daß die
VBorarbeiten unverzüglich aufgenommen werden können.
Wir weisen heute ag darauf hin, weil wir unbedingt
verlangen müssen, daß die neue Gehaltsordnung im Saar⸗
gebiet zum selben Zeitpunkt wie im Reiche in Kraft tritt.
zst die Regierungskommission bereit, ihren Beamten
ruch einmal das zu geben, worauf sie einen Rechtsanspruch
zaben. ohne jahrelangen Kampf? M.
DASBEANMIENHEIMSTATTENGESEIZI
Die großen deutschen Beamtenverbände — Deutscher Be- Jiele. Augenblicklich geht es in großzügiger Weise daran,
amtenhund, Allgemeiner deutscher Beamtenbund und uuch jedem aktiven und pensionierten Reichs- Staats-,
Reichsbund höherer Beamten — unterhalten schon seit vemeindebeamten, Lehrer, Geistlichen, Berufssoldalen ein⸗
mehreren Jahren ein eigenes „GFeimstättenamtder schließlich der weiblichen Beamten und aller Hinterbliebe—
deutschen Beamtenschafte. V.“ Das Heimstätten- ien die Möglichkeit zu geben, eine eigene Heimstätte zu
amt hat es sich zur Aufgabe gemacht, baulustigen Beamten rwerben, Zu diesem Zwecdke hat es zwei Aktionen in die
die Erstellung von Neubauwohnraum zu erleichtern. Das Wege geleitet, die, wenn sie zur Durchführung gekommen
ist ihm auch schon zu einem großen Teile gelungen. Rund ein werden, von der gesamten Beamtenschaft mit Freuden
3500 Heimstätten konnten abgebauten Beamten verschafft degrüßt werden können; das Beam tenheimstätten—⸗
werden. Zahlreiche Zuschriften der in Frage kommenden zefsetz und das Heimstättenzwecksparver—
Beamtenkreise an das Heimstättenamt lassen die große ahren.
— und Zufriedenheit erkennen, die diese segensreiche Das Beamtenheimstättengesetz, genannt „Gesetz über die
inrichtung bis jetzt schon hat wirken können. Abtretung von Beamtenbezügen zum Heimstättenbau“, be⸗
Das Heimstättenamt selbst aber betrachtet seine bis- chäftigt augenblicklich sehr stark den Reichstag; es darf
herige Tätiakeit nur als balben Erfola auf dem Weg zum damit gerechnet werden. dak es in den nächsten Wochen
2——
———
B.
un liehfen Becker's Bier