Ernennung wird in diesen Tagen in Genf erfolgen. Wir
hehalten uns vor, ihm nach erfolgtem Regierungsantritt in
dersönlicher Aussprache alle Beamtenfragen vorzutragen.
Für heute sei kuͤrz nur dies gesagt: Wir bringen Herrn
Kräsidenten Wilton volles Vertrauen entgegen. Die deutsche
Beamtenschaft hat sich freiwillig in den Dienst der Regie—
tungskommission gestellt. Wie bisher, wird sie auch in der
Zukunft treu und gewissenhaft ihre Pflicht erfüllen. Wir
wünschen demgegenüber, daß die Regierungskommission
unsere deutschen Beamtenrechte achtet und wahrt. Trotz
Beamtenstatut, trotz Abrede von Baden-Baden harren auch
heute noch mancherlei Beamtenwünsche auf Erfüllung. Die
letzten Maßnahmen der Regierungskommission haben zu—
dem starke Beunruhigung und schwere Verbitterung in der
saarländischen Beamtenschaft ausgelöst. Möge es Herrn
Präsidenten Wilton gelingen, endlich einmal der Beamten—
schaft des Saargebieles zu geben, was der Beamtenschaft
isi! Möge es ihm vor allem vergönnt sein, mit einer neu⸗
tralen, objektiven und gerechten Regierungskommission
Ruhe und Befriedung nicht nur in die Kreise der saarlän—
—W
kerung zu tragen.
In der Besoldungsangelegenheit ist zur Zeit nichts Neues
zu berichten. Zweimal hat sich nun schon der Gehaltsabbau
praktisch ausgewirkt. Alle Bemühungen der Beamtenver⸗
retung, diese schwere Belastung von uns abzuwenden,
waren erfolglos. Regierungskommission, Reichsregierung,
Völkerbundsrat haben unsere Erklärung zur Besoldungs—
kürzung entgegengenommen; geändert aber hat sich nichts.
In Heidelberg würde uns erklärt, daß die Reichsregierung
für eine neue Verlustersetzung nicht mehr in Frage komme.
—A
mission angewiesen. Und die hat bis jetzt immer noch ihre
Errechnungsmethode trotz deren offensichtlichen Fehler nicht
geändert. Seit Januar bewegt sich die Reichssteuerungszahl
dauernd aufwärts;: Januar: 187,94, Februar: 188,98.
März: 188,33, April: 190,24. Die Teuerungszahl des Saar⸗
gebietes dagegen fällt: Januar: 1053,09, Februar: 1031,09,
März: 102104, April: 1000,56. Daraus ergeben sich folgende
Umrechnungsfaktoren: Oktober 1926: 6,12, Rovember: 6,01,
Dezember: 5,78, Januar 1927: 5,6, Februar; 5,46, März:
3, 42, April: 5,26. Diese Entwicklung einerseits und die
tatiftischen Arbeiten einzelner Verwaltungen andererseits
haben leider in den letzten Wochen allerlei Gerüchte in
der Beamtenschaft aufkommen lassen, die zum Teil sogar
ihren Weg in die Tagespresse nahmen. Alle Berichtigungen
der Beamtenvertretung, die sich dauernd auf dem Laufen⸗
den hielt, vermochten nicht, den Gerüchten den Boden zu ent⸗
ziehen, bis wir uns durch eine offizielle Erklärung des
Herrn Ministers Koßmann bestätigen ließen, daß in der
Regierungskomission niemand daran denkt, einen neuen
Hehaltsabbau vorzunehmen. Hoffentlich sind nunmehr alle
Herüchte über einen neuen Abbau, über Aenderung der
Ortsklasseneinteilung ete. endgültig verstummt.
Mittlerweile bereitet sich im Reich die neue Besol⸗
dungsreform vor. Die Beamtenschaft drängt sehr
sttark auf unbedingte Verabschiedung noch vor den Sommer⸗
ferien. Es kann damit gerechnet werden, daß unter diesem
Druck der Reichstag tatsächlich bis spätestens Ende Juli eine
Entscheidung fällen wird. Wie die Neuregelung der Be—⸗
amtenbesoldung ausfallen wird, steht bis zur Stiunde noch
aicht fest. Wir im Saargebiet werden die Dinge wachsamen
Auges verfolgen. Auf Grund der Abrede von Baden-BPaden
Durceb Scharte vird die Haut verheert,
Drum vwasch Dich aur mit Steclkenpferd.
Fteckenpferd-Seife
die beate Lilienmilch-Seife. — Ueberall zu haben.
st die Regierungskommission verpflichtet, Besoldungsauf⸗
esserungen des Reiches auch auf uns anzuüwenden. Da die
pscungen uns gelehrt hat, daß die Regierungskommission
yon sich allein aus nach dieser Seite hin nichts tut, und um
uns nicht erneut dem Vorwurf ausgzusetzen, daß wir den
zeeigneten Zeitpunkt zur Einreichung einer Eingabe ver—
zaßt hätten, werden wir die Regierungskommission recht—
eitig an ihre Verpflichtung erinnern. In der Zwischenzeit
zaben wir die Verbindung mit ihr neu aufgenommen, um
iuf dem Wege ruhiger, sachlicher Verhandlung vorwärtszu⸗
ommen, unserem Ziele entgegen: Ideelle und materielle
sßleichstellung mit unseren Kollegen im Reich.
Die Urlaubszeit steht vor der Tür, hat teilweise schon ein—
jesetzt. Wir haben die Regierungskommission erneut davon
u überzeugen versucht, daß ihre Entscheidung über unsere
lrlaubseingabe nicht aufrecht erhalten werden kann. Im
heiche haben tatsächlich die Reichsbahnbeamten weniger
Irlaub als die übrigen Reichs- und Staatsbeamten. Wenn
iun die Regierungskommission die Saareisenbahnbeamten
den Reichsbahnbeamten bezüglich der Urlaubsdauer gleich—
tellen zu müssen glaubt, so kann unsererseits schon diese Be⸗
zründung ihrer Entscheidung nicht anerkannt werden; denn
iach klar geäußerten Auffassungen von Reichregierungs⸗
tellen sind unsere Eisenbahnbeamten Reichs- bezw. Staats-⸗,
iber nicht Reichsbahn-Beamte. Ist also nach unserer Auf—
assung schon der Vergleich Saareisenbahnbeamte gleich
deichsbahnbeamte nicht haltbar, so muß erst recht der Ver—
leich Saarbeamte gleich Reichsbahnbeamte abgelehnt wer—⸗
»en. Was hat die Urlaubszeit unserer Post-, Finanz-,
Zteuer⸗, Justiz-Beamten mit der der Reichsbahnbeamten zu
un! Will die Regierungskommission wirklich die niedrigen
Irlaubssätze der Reichsbahngesellschaft bei unseren Eisen—
ahnbeamten zur Anwendung bringen, dann muß sie ebenso
olgerichtig die Urlaubszeit der übrigen Beamten der ihrer
dollegen im Reich anpassen.
Die Verwaltungsakademie Saargebiet zählt im ersten
5emester 787 eingeschriebene Hörer. Weiter noch einge—
gangene Anmeldungen mußten zurückgewiesen werden. Das
Interesse aller Hörer an den Vorlesungen ist sehr groß. Als
Dozenten sind für das erste Semester verpflichtet die Herren
ßiese, Burchardt, Gerloff und Kalweram von
Frankfurt und die Herren Kuhring und Barth aus
Zaarbrücken. Die Vorlesungen des ersten Semesters finden
ibwechselnd in der Turnhalle Malstatt und im Johannis—
jof statt. Die Hörerkarten sind allen Besuchern zugestellt.
Aberstudienleiter der Akademie ist Herr Professor
Dr. Giese aus Frankfurt; die örtliche Studien—
eitung liegt in den Händen von Herrn Beigeordneten
Dr. Kuhring-Saarbrücken. Obergeschäftsleiter
er Akademie ist Herr Studienrat Diplom-Ingenieur Lieb—
nann⸗-Frankfurt; die örtliche Geschäfüsleitung
st der Geschäftsstelle des Beamtenbundes angegliedert und
obliegt dem Unterzeichneten. Zum Verwalfungsrat
der Akademie gehören außer den vier Genannten noch die
herren: Studiendirektor Seyfried, Stadtamtmann Schrei—
zer und Ingenieur Hoffmeister. Der Beirat der Akademie
etzt sich aus dem Verwaltungsrat und weiteren Vertretern
»er Arbeitsgemeinschaft der Beamtenverbände zusammen.
daneben soll demnächst noch ein Hörerausschuß ge—
ildet werden, der die Wünsche der Hörerschaft vertreten soll.
zn den nächsten Tagen bereits beginnen die Vorarbeiten
ür das zweite Semester. Der Studienplan liegt im Ent—
purf vor. Er wird neben der Fortsetzung der Allgemein—
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Schweißabsonderung verwendet man Vasenoloform⸗Puder.
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