Dern Veamtenbund
Zeitschrift
des Beamtenbundes
des Saargebietes
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Nummer 24
2. Jahrgang
Saarbrücken, den 11. Juni 1927
Inhalt: Aus der Arbeit des Beamtenbundes des Saargebiets. — Aus den Verbänden. — Beamten-Rundschau.
AUS DER ARBEITDESBEAMTENBUNDES
DES SAMARGOGEBIETES
In diesen Tagen verläßt Herr Präsident G. W. Stephens
das Saargebiet. Als die erste Kunde von seinem Rücktritt
zu uns kam, haben wir im Einklang mit der gesamten Saar—
odevölkerung dem Wunsche Ausdruck gegeben, Herr Stephens
möchte seinen Entschluß nicht zur Ausführung bringen. Das
ist nicht möglich geworden. Wir erachten es als müßiges Be—⸗
ginnen, den Gründen nachzuspüren, die ihn zu seinem Rück—
lritt bewogen. Wir haben mit der Tatsache zu rechnen, daß
Herr Präsident Stephens aus der Regierungskommission
des Saargebietes endgültig ausscheidet und in seine Heimat
zurückkehrt. Wir hatten reichlich Gelegenheit, Herrn
Stephens näher kennen zu lernen. Aus der Fülle der Aus—
sprachen mit ihm seien kurz einige Augenblicksbildchen
wiedergegeben:
In der Ulanenkaserne, kurz vor der Abreise der saarlän⸗
dischen Delegation nach Baden-Baden. Herr Finanzminister
Stephens läßt sich im Beisein des Herrn Ministers Koß—
mann und des Herrn Generalsekretärs Morize noch einmal
die Wünsche der saarländischen Beamtenschaft vortragen.
Er bekundet den guten Willen, sich für die Belange der
Beamten einzusetzen.
Im Kursaal zu Baden-Baden kurz vor Weihnachten 1925.
Der Führer der saarländischen Delegation, Herr Finanz—
minister Stephens, verliest die Erklärung der Regierungs—
tommission zu den Verabredungen aus den letzten Verhand⸗
lungen. Angesichts der mageren Ergebnisse, die er mitzu—
teilen in der Lage ist, hat diese Pflichterfüllung sicher auch
ihm ebensowenig Jeude bereitet wie den meisten Herren
der deutschen und der saarländischen Delegation.
In der Alanenkaserne im April 1926. Herr Präsident
Stephens empfängt „seine Beamten“ und nimmt alle noch
unerfüllt gebliebenen Beamtenwünsche entgegen. Er ver—
ichert ehrlichen Willens, für die berechtigten Belange der
Beamten eintreten, vor allem aber eine neue Art der Ver⸗
handlung mit der Beamtenschaft herbeiführen zu
wollen.“ Die Besprechung atmet neuen Geist. Alle Be—
teiligten fühlen mit Befriedigung das warme Herz und den
aufrechten Helferwillen des Mannes. der nun an die Spitze
der Regierungskommission getreten ist. „Sie können jeder⸗
zeit zu mir kommen, wenn Sie mir etwas vorzutragen
haben“, sagt er zu mir beim Abschied, „ja, es ist sogar
Ihre Pflicht, das zu tun; ich will wissen, was in der Be—
imtenschaft los ist.“ Dankbar reichen wir ihm die Hand.
Im Kreisständehaus auf dem Schloßplatz einige Monate
päter. Es fallen ernste Worte. Wir bringen Klagen vor,
erheben Vorwürfe über gegebene und noch nicht eingelöste
Persprechen. Er hört uns ruhig an. Er gibt zu, daß es ihm
ioch nicht gelungen sei, das wahrzumachen, was er gewünscht
ind erhofft hatte. Er bedauert, daß er seine Absicht noch
ticht habe verwirklichen können. Keine sonstige Erklärung,
eine Angabe der Gründe, warum ihm sein Vorhaben noch
aicht gelang. Aufrecht und vornehm.
Und abermals dortselbst im April dieses Jahres. Der
Abbau ist beschlossen. Wir beschweren uns über die uns zu—
eil gewordene Behandlung. Wir bitten um Aufhebung des
Abbaubeschlusses. Er beruhigt, sagt Verhandlungen zu und
oerspricht erneut, vor seinem Weggang aus dem Saargebiet
aoch die von ihm beabsichtigte Kommissionsverhandlungs⸗
möglichkeit zustande zu bringen.
Herr Präsident Stephens war guten Willens, uns zu
zelfen. Das sei ihm dankbar nachgerühmt. Er hat ein
varmes Herz für die Beamtenschaft gehabt. Wir konnten
ederzeit zu ihm kommen; er hat uns dieses Kommen sogar
zur Pflicht gemacht. Er sprach deutsch; und was er sagte,
vpar schlicht und keine Phrase. Er hat uns verstanden und
jat mit uns gefühlt. Wenn ihm das, was er wollte, nicht
mmer gelang, so lag das an den Verhältnissen, die stärker
waren als er. Wir bedauern seinen Weggang aus dem
Saargebiet und sehen ihn ungern scheiden. Möge er die
saarlaͤndische Beamtenschaft und darüber hinaus die ganze
iaarländische Bevölkerung in derselben angenehmen Er—
nnerung behalten, aus der heraus er sie vor dem Völker—
hundsrate in Genf so mannhaft in Schutz nahm gegen die
inberechtigten Angriffe und Vorwürfe Briands!
Als Nachfolger des Herrn Präsidenten ben⸗ wird der
Engländer Sir Ernest Wilton genannt. Séeine endgültige
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unsero Ankündiqunꝗq in den Taqos-Scifungen,
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