Pertussin
ein hervorragendes Mittel gegen jede Art von Husten, insbesondere
Keuchhusten akuten und chronischen Bronchiatkatarrh, Kehrntopf—
tatarth, Asthma und aue sonsiigen Ertktrantungen der Amungs—
organe, wirit sofort schleimioseno und mildert schnell den Husten—
reiz. Es greist in teiner Weise den Magen an und wird von
Jebem, selbst dem tleinsten Kinde, gern eingenommen. — Fragen
Sie Shren UArzt — In allen Apotheten erhaltuch. 207
stehenden Paragraphenmenschen, nicht die Aktenstück um Akten—
stück jullende Schreiberseele, den durch kleinliche Pedanterie Ver—
ärgerung schaffernden Bürotraten erblicken, sondern jeder würde
ihn als einen seine besten Kräfte in den Dienst des Allgemein⸗
wohls stellenden, aleichberechtigten Mitkämpfier achten lernen.
Ueber dieses und anderes wird künftig noch mehr zu sagen sein.
Aber was böse Zungen da und dort auch reden mögen; eins
ist sicher: auf dem Bewußtsein ordnender, regelnder, gemein—
nütz:ger Berufsarbeit gegründet, von Recht und Gewissen
aleichermaßen geleitet, bildet das Beruisbeamtentum heute mehr
denn je das feste Bollwerk, das den Staatsgedanken im Wogen⸗
prall der Meinungen nicht zerschellen läßt; es war und ist auch
in schwerer Zeit der unermüdliche Vollstrecker des Staatswillens,
es gleicht einer unzerstörbaren, nie versagenden Kraft, die, dem
Mörtel gleich, den gangen moralischen Bau der Volksgemeinschaft
zugammenhält.
Vorüber, längst vorüber sind die Zeiten, die einst ein Freiherr
vom Stein mit den Worten zeichnete: „Wir werden von be—
soldeten, buchgelehrten, aber interesse- und verständnislosen
Maschinenmenschen regiert, überwacht und am Gängelbande
lindischer Bevormundung geführt, die nichts tun, als ihr Gehalt
uus der Staatskasse zu erheben und zu schreiben, schreiben, schrei⸗
ben, hinter stillen, wohlverschlossenen Türen, abgesondert von dem
lebendigen Treiben des Tages.“ Wir Nachgeborenen wissen, dakß
auch ein Mann wie Freiherrt vom Stein gegen Irrungen und
Täuschungen nicht gefeit war; doch zugegeben, sein Urteil
stimmte, so konnte ein solches Zerrbild des Beamtentums nur zu
einer Zeit erstehen, da Schläfrigkeit und Müdigkeit dem deut⸗
schen Volke den Blick in die Ferne und Weite verdunkelten und
ihm die Aufgaben, die seiner warteten, nur im Dämmerlicht
überlebter Anschauung erscheinen ließen. Und vielleicht hätte
man über andere Berufsstände damaliger Zeit von der höheren
Warte des Genies mindestens ebenso vernichtende Urteile zu
jällen vermocht wie über die damalige Beamtenschaft.
Wie dem auch sei, jener Zustand traumhaften Geschehens mußte
nachhaltiger Ernüchterung weichen, und zwar um so entschiede⸗
ner, je mehr sich die Fesseln des Gebundenseins an starre Formen
von dem Berufsbeamtentum zu lösen begannen und es im Voll
gefühl seiner jungen, unverderbten Kräfte die Schwingen unbe
hindert zu rühren vermochte. Ja, auch das Berufsbeamtentum
hat Freiheitskämpfe durchzufechten gehabt! Und nicht zuletz!
gegen den Staat selber. In harter, schwerer Selbstve redlung
streiite es schließlich mit der ihm eigenen Zähigkeit des Wollens
und der Biegsamkeit des Geistes die letzten Reste überlebten
Standeseigentümlichkeiten ab und erwarb sich durch Erweiterumg
eines Gesichtskreises, durch Vertiefung seiner Kenntnisse und
nicht zum wenigsten durch selbstlose Hingabe an die jeweils vor—
herrschenden Aufgaben jenen Grad der Beweglichkeit und Schlas—
sen der ihm heute jedwede neue Aufgahe spielend meistern
äßt.
Um so verbitternder wirkt es, wenn Männer von Ruf, wie
jüngst ein angesebener Schriftsteller, im Brustton der Ueber
zeugung den Berufsbeamten der breitesten Oeffentlichkeit als ein
Wesen darzustellen versuchen, das, entschlußunfähig, willens—
schwach, ohne Urteilskraft und ohne Verständnis für die Auf—
gaben der Zeit seinen einzigen Halt an dem Drahtverhau gegen
wartsferner Paragraphenzäune finde. Fällt die Welt- und Zeit
fremdheit, die hier dem Berufsbeamten angedichtet wird, nicht
auf den zurück, der in diesem Tone zu sprechen beliebt? Hat er
nie etwas vernommen von den vielgestaltigen Fortbildungsbe—
trebungen der Berufsbeamten, und nicht zum wenigsten der ge
hobenen mittleren Beamten? Weiß er wirklich nichts davon
wie ungezãhlte Berufsbeamte — auch solche des mittleren Dien—
stes — in allen möglichen Stellungen des politischen. wirtschaft⸗
lichen und geselligen Lebens auf vorgeschobenem Poften Er—
vriekliches leisten? Hat er keine Ahnung davon, daß sich mitt
ere Beamten aus eigener Kraft neben ibrer schweren Beruisar—
zeit das Rüstzeug zum akademischen Studium schmieden, daß
zünger der Künste in ihren Reihen stehen, die das Feuer der
aritik durchaus nicht zu scheuen brauchen? Fern sei uns jede
krankhafte Selbstbeweihräucherung. Aber wenn es gilt, uns vor
derabwürdigung zu schützen, wäre es töricht, weniger erscheinen
zu wollen, als wir sind, zumal in einer Zeit, da jeder Stand in
rusgeprägtem Selbstbewußtsein nach Anerkennung seiner Lei—
tungen drängt.
Nun wissen wir es endlich auch, woher die angebliche Streb—
osigkeit, die Unfähigkeit und Kampfesmüdigkeit des Beruisbe—
amten stammt; lediglich nur daher, daß er die Nöte des Lebens
rur vom SÄörensagen kennt. Es ist eine Stimme von vielen, die
o spricht. Dieses Lied kennen wir nun zur Genüge. Ist es nicht
ꝛin kühnes Unternehmen, zu einer Zeit, da die Not den Beamten
nehr denn jemals drückt, in solchem Tone zu sprechen? Es wäre
»erkehrt, sich durch solche Folgerungen die Berufsfreude rauben
zu lassen. Aber wenn man zusehen muß, zu welcher Bergeslast
die Sorgen der Beamtenschaft um Gegenwart und Zukunfit an—
wachsen, wenn man täglich spüren muh, wie sich die groben Zweck—
derbände des Handels, der Industrie, des Handwerks und der
Landwirtschaft immer zielbewußter auf für sie günstige Betriebs—
ind Wirtschaftsformen festlegen, dann kann man unmöglich das
igene Schiff widerspruchslos auf Sand und Klippen treiben
assen.
Es ist der Beamtenschaft in den letzten Jahren nicht nur ein⸗
nal aus berufenem Munde bestätigt worden, was sie längst
vußte. Bei jedem Ministerwechsel konnte man es vernehmen:
Die Beamtenbesoldung hat mit der Entwicklung der Wirtschafts⸗
»erhältnisse nicht Schritt gehalten. Und was die mittlere Post⸗
»eamtenschaft im allgemeinen, die Altverwaltungsgeprüften im
zesonderen anbelangt, so ist es ein offenes Geheimnis, daß ihre
Finstufung innerhalb des leider zu arg zusammengedrängten
ßsruppensystems durchaus hinter den berechtigten Erwartungen
urückgeblieben ist, die man nach dem ganzen Werdegange, nach
der seitherigen Stellung innerhalb des Beamtenkörpers und vor
illem nach ihrem Aufgabenkreise haben durfte. Es ist nicht
S„chuld der Beamtenschaft, wenn die notwendige Nachprüfung
»er Frage, inwieweit ihre Bezüge einen Ausgleich erfahren
nüssen, in eine Zeit innerpolitischer und wirtschaftlicher Span⸗
iung fällt. Daß diese Anpassung an die veränderten Zeitverhält⸗
risse bald kommen muß, kann keinerlei Zweifeln mehr begegnen.
Was die Altverwaltungsgeprüften betrifft, so läßt sich der Aus—⸗
zleich der Härten, die sich für sie aus der Veränderung der Per⸗
onal⸗ und Besoldungsverhältnisse der rückliegenden Jahre er—⸗
jeben haben, bei aller Würdigung der schwierigen Zeitlage kaum
änger umgehen.
Der Beamte ist im Grunde ein so leicht zu befriedigendes Ge⸗
chöpf. Sich in der notwendigen Beschränkung der sozialen Ein—
Miederung zu bescheiden, hat er von jeher verstanden. Aber die
ßenügsamkeit kann nicht zur Selbstentäußerung führen. Und es
ist nur zu begreiflich, wenn der Beamte sich wehrt. dem Chaos
des letzten Standes zu verfallen.
Wenn ihm nun ungeachtet seiner sonstigen Nöte noch die Be—
ufsehre angetastet wird, wie es leider in den letzten Jahren
zur Gewohnheit geworden ist, so darf man sich nicht wundern,
daß einmal Verbitterung sich seiner bemächtigt. Das ist ein Zu—
tand, der auf die Dauer unerträglich wird und die ersehnte und
o unbedingt notwendige Gemeinschaftsarbeit innerhalb des
Volksganzen in unverständiger Weise hintertreibt.
Man bedenke: es sind kleine, oft unsichtbare Hebel, mit denen
das große Räderwerk des Staatsgetriebes im Gange gehalten
wird, und keiner, auch der unscheinbarste, ist entbehrlich, soll seine
Tätigkeit nicht unerwünscht beeinträchtigt werden. A. in L.
(Aus der vpostalischen Rundschau.)
Mutter und Kind
In der Zeit vom 8. bis 16. Januar 1927 wird in Dil—
lingen die große sozialhygienische Ausstellung Mutter und
Kind“ gezeigt werden, die in vielen Teilen des Reiches
zrohßen Anklang gefunden hat und die auch hier im Saar—
zgebiet in verschiedenen Städten und größeren Gemeinden
en bedeutenden Zustrom von — aufzuweisen
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