Warenhaus Muüller und Baur, Bergstraße und in der Zi—
garrenhandlung Gettmann, Breitestraße.
Einzelkarten zum Preise von 1Fr. sind an der Abendkasse
erhältlich. Es empfiehlt sich, da mit Massenbesuch gerechnet
werden kann, rechtzeitiges Lösen von gewünschten Karten.
Die Vortragsreihe ist getragen von dem Main-Rhei⸗
aischen Verband für Volksbildung. Zu ihrer Durchführung
hat sich ein geschäftsführender Ausschuß ge—
hildet, bestehend aus je einem Vertreter des Volksbildungs⸗
bereins und der Volkshochschule Saarbrücken, des Vereins
ür freie Volksbildung und Kunstpflege im Saargebiet. des
Colksvpereins für das katholische Deutschland und des Epgl
Lolksbildungsdienstes für das Saargebiet. Ihm ist ein
Fhrenausschuß beigegeben, zu dem auch der Unter—
eichnete als Vertreter der Beamtenschaft gehört.
Die Vortragsreihe „Deutscher Aufbau“ wird von uns
värmstens begrüßt und tatkräftig unterstützt. Führende
Persönlichkeiten der deutschen Politik, des deutschen Geistes—
und Wirtschaftslebens haben sich zur Verfügung gesiellt.
Wir heißen sie in der deutschen Westmark herzlich willkom
men. Möoge ihrer Arbeit reicher Erfolg beschieden sein!
Karl Schneider.
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Wir haben wiederholt versucht, die Gründe zusammenzu⸗
tellen, auf die wir unseren Anspruch gegenüber der Regie—
ung, daß ein Gehaltsabbau den wirtschaftlichen Verhältnissen
viderspreche und mit unseren Beamtenrechten unvereinbar
ei, aufbauten. All unsere Bemühungen waren vergebens.
Bis jetzt beharrt die Regierung bei ihrem Entschluß, und die
Beamtenschaft wird leider damit rechnen müssen, daß ihr am
l. Mai die verkürzten Gehälter ausgezahlt werden. Wenn
vir gegen unsere Absicht uns heute noch einmal mit der Frage
beschäüftigen, dann geschieht es. weil einer der Gründe, den
die Regierung glaubte für ihren Standpunkt in Anspruch
nehmen zu sollen, inzwischen von berufenster Seite ange⸗
zriffen wurde und damit seine Wirkung eigentlich verloren
hat. Die nicht sichere stabile Währung wurde
gegen uns in Feld geführt. Herr Poincaré, Finanzminister
»on Frankreich, Retter des Franken, sagte vor einigen Tagen
in der Finanzkommission der Kammer, daß die Stabilisierung
——
veniger Stunden offiziell als durchgeführt angesehen werden
könnte. Herr Poincaré dürfte ja etwa wissen, wie es um den
Franken steht, und wenn das Wort von der gesicherten stabisen
Währung dem Geiste und nicht dem Buchstaben nach
gelten soll, muß der Franken von der Regierung in Fragen
der Beamtenschaft als stabil behandelt werden.
Auf eine andere Stimme gegen den Gehaltsabbau wollen
vir auch noch hinweisen. Die „Lothringer Volkszeitung“ be⸗
chäftigt sich in einem größeren Leitartikel in der Nummer
»om 5. April mit dem Gehaltsabbau im Saargebiet. Was
ie dabei der Regierungskommission sagt, läßt an Deutlichkeit
richts zu wünschen übrig. Nachdem sie einleitend den Lohn⸗
ibbau der Industrie angreift und darauf hinweist, daß die
ehr hohe Gewinnspanne der Vergangenheit ihr sehr wohl die
Möglichkeit zur Ueberwindung der Krisenzeit gegeben hätte
ꝛrinnert sie die Regierung daran, daß sie wohl die Pflicht ge—
habt hätte, auf die Industrie einzuwirken und für die Arbeit—
nehmerschaft einzutreten. Statt dessen „verspricht“ die Re—
gierung ihren Beamten einen Gehaltsabbau von 8,7 Prozent.
Und sie sei nicht einmal im Stande, auf die Gründe — Absatzschrüerigkeiten
— überteuerte Kohlenpreise — die man bei
der Industrie zur Not immer noch als wirklich vorhanden
hinnehmen müßte, hinzuweisen. Was die „Lothringer Volks—
zeilung“ dann über Teuerungszahlen und Gehaltsabbau
chreibt wollen wir im Worflaut anfügen:
„Ihr (der Regierungskommission D. Red.) war es vorbe—
yalten, die Teuerungsziffer mürbe zu reiten. Sie hätte ihren
Baul besser im Stalle gelassen, denn gerade sie ist zuletzt dazn
erufen, auf Grund der Senkung der Teuerungsziffer die Ge—
yälter und Löhne zu kürzen. Sie scheint vergessen zu haben
aß sie am 14. August 1920 im Regierungsamtsblatt Nr. 9,
Urtikel 34, den saarländischen Beamten versprochen hat, daß
etztere nie schlechter gestellt sein sollen als ihre Kollegen im
deiche; sie scheint ferner vergessen zu haben, daß ihr das
dandgericht Saarbrücken sowie der Oberste Gerichtshof in
Zaarlouis im Jahre 1925 bescheinigt haben, daß die Ver—
ieunn zur Einlösung dieses Versprechens noch nicht er—
oschon ist.
Oder sollte sie etwa glauben den Beamten gegenüber ihre
flicht erfüllt zu haben? In diesem Falle sei ihr folgendes
ns Gedächtnis zurückgerufen: Im Jahre 1923 wurden die
vehälter im Reiche den Friedensgehältern angepaßt. Diesem
ßorgange mußte die Regierungskommission bei der Be—
imtenbesoldung Rechnung tragen. Und was tat sie? Sie gab
hren Beamten damals ungefähr die Hälfte von dem, was die
ßeamten im Reiche erhielten. Erst im Jahre 1924 bequemte
ie sich zu einer Neuregelung der Gehälter. — Sie drehte
erner ihren Beamten eine Besoldungsordnung an, die be—
eits im Reiche seit langem in Vergessenheit geraten war, und
chädigte so ihre „treuen Diener“ durch zu niedrige Eingrup—
»ierungen. — Den Grundgehältern (in Reichsmark) legte sie
ußerdem jeweils einen Umrechnungskurs zugrunde, der wohl
mn eine starke Phantasie erinnert sonst aber mit Kurstabelle
der Inderziffer nicht das geringste zu tun hat. Daß eine Er—
zöhung des Umrechnungskurses langsam hinter dem Auf—
teigen der Teuerungsziffer herhinkt, ist nicht nur selbstver—
tämdlich, sondern auch durch die Erfahrung bewiesen.
Und ausgerechnet diese Regierung will einen kaum bemerk—
aren Rückgang der Teuerungsziffer als Vorwand für einen
dohn- und Gehaltsabbau benutzen? — In Frankreich sind die
ßeamtengehälter in letzter Zeit erhöht worden, in Deutsch—
and werden sie in absehbarer Zeit erhöht. Die Regierungs—
ommission scheint hierfür keine Augen zu haben. Außerdem
»at sie es übersehen, — es ist ja so menschlich! — daß die Be—
imten im Reiche zu Weihnachten eine Wirtschaftsbeihilfe er—
»alten haben. Statt einen Gehaltsabbau ins Auge zu fassen
zte sie besser daran ihren Beamten diese Beihilfe ebenfolse
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Deuuts —
ean Güte allen voraus
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