Full text : 2.1927 (0002)

Der Beomstenbnund

Der Beamtenbund erscheint
wöchenklich einmal, und zwar Samstags.
 Redakkionsschluß, auch
für Anzeigen, Dienstag mitkag.

Zeitschrift
des Beamtenbundes
des Saargebietes

Bei Bestellung durch die Post Be—
zugspreis monaklich 3.—2 Franken.
Anzeigenpreis: Die fünf—
gespaltene Millimeterzeile 0.50 Frs.

Verantwortlich: Für den redaktionellen Teil Wilh. Meister, Saarbrücken 83, Bruchwiesenstraßze 25, Fernsprecher 3055; für den
Reklame- und Anzeigenteil Ernst Pallmann, Saarbrücken 3, Dudweiler Straße 77, Fernsprecher 48384.
Postscheckkontko: 1850 Saarbrücken und 77 557 Köln.
Beschäftsstelle des Beamtenbundes des Saarxgebiekes: Saarbrücken 3, Königin-Luisenstraße 39, Fernsprecher 3055 und 4334.
—— 1700 Saarbrücken.
Druck und Verlag: Saarbrücker Druckerei und Verlag A. G., Saarbrücken 83, Fernsprecher 3130 bis 3134 und 460 bis 462.
Nummer 17
—

2. Jahrgang
Inhalt: Erklärung der Beamktenschaft des Saargebietes zum geplantken Gehallsabbau. — Die Verwaltungsakademie Saar—
gebiet. — Deukscher Aufbau. — Zum Gehalbabbau. — Grundsätze für die Neuordnung der unene — Von der
Bundesleiklung. — Aus den Verhänden. — Beamken-Rundschau.

ERRLARUVNG DER BFFXITENSCHAFT DES SAARGEBIETES
ZzUM Or EN GEHALTSABBAU

Die Regierungskommission des Saargebietes hat am 23. März 1927 den Abbau der Beamtengehälter
ab 1. Mai 1927 beschlossen. Am 31. März 1927 richtete die Arbeitsgemeinschaft der Beamtenverbände
eine Eingabe an die Regierungskommission, in der unter ausführlicher Begründung der rechtlichen und
moralischen Unhaltbarkeit jenes Beschlusses die Aufhebung desselben verlangt war. Mit Schreiben vom
7. April 1927 teilte die Regierungskommission mit, daß sie ihrem Schreiben vom 23. März „nichts hinzu—
zufügen“ habe.
Die Regierungskommission beharrt also damit auf ihrem Vorhaben, die Beamtengehälter ab 1. Mai d. J.
um Ue zu kürzen. Sie weigert sich, die Weihnachtsnotmaßnahme des Reiches zur Anwendung 2u bringen.
Sie hält sich noch nicht verpflichtet, den Absatz 8 der Abrede von Baden-Baden restlos durchzuführen. Und
zie lehnt endlich die sSchon seit über einem Jahr mündlich und schriftlich wiederholt erbetene Sachversztändigen-Aussprache
 über die Festsetzung des Umrechnungsfaktors ab.
Zu diesem Verhalten der Regierungskommission gegenüber der Beamtenschaft erklären die in der
ArbeitsSemeinschaft der Beamtenverbände zusammengeschlossenen und unterzeichneten Otganisationen
folgendes:
l. Der von der Regierungskommission des Saargebietes beabsichtigte Gehaltsabbau widerspricht
deutschem Beamtenrecht und der im deutschen Reichsgebiet allgemein anerkannten Auffassung
vom Wesen des deutschen Berufsbeamtentums. Nach unserer Auffassung werden durch ihn die
der deutschen Beamtenschaft des Saargebietes im Friedensvertrag von Versailles, im Beamtenstatut
 und in der Abrede von Baden-Baden garantierten Grundrechte angetastet und verlettèt.
Die Beamtenvertretung erhebt hiergegen einmütig schärfsten Protest. Sie behält sich alle weiteren
schritte vor und lehnt jede Verantwortung für aus der Durchführung des Abbaues etwa sich
ergebende Folgen ab.
Die Nichtgewährung der deutschen Weihnachts- Notmaßnahme ist nach unserer Auffassung ein
ßruch der Baden-Badener Abrede. Wir behalten uns auch hierzu alle weiteren Schritte vor.
Auf eine Aussprache über die Errechnungsmethode legen wir kKeinen Wert mehr. Die Methode
selbst lehnen wir nach wie vor ab, weil sie den Abmachungen von Baden-Baden zuwiderläuft. Sie
ist zudem auf falschen Voraussetzungen aufgebaut und kann deshalb von uns als richtiger
Vertmesser für die saarländischen Teuerungsverhältnisse nicht anerkannt werden. Wir überlassen
 es nunmehr der Regierungskommission, ob sie in Zukunft mit der Beamtenschaft über die
Festsetzung ihrer Gehälter verhandeln, oder ob sie ihre Besoldungspolitik auf dem Wege des
Diktates durchführen will.
IUnsere alte Forderung auf völlige ideelle und materielle Gleichstellung mit unseren Kollegen im
geich und Ersetzung aller uns bisher entstandenen Verluste bleibt bestehen.
vorstehende Erklärung haben wir der Regierungskommission des Saargebietes. der deutschen Reichscegierunge
 und dem Völkerbundsrat in Genf zur Kenntnis gebracht
Die Arbeitsgemeinschaft der Beamtenverbäande des Saergebietes:
Zeamtenbund des Saargebietes Sehneider. Blinn. Bund der techn. Angestellten und Beamten. Hoffmeister.
vereinigung der höheren Beamten des Saargebietes. Gewerksschaft Deutscher Eisenbahner e. V. EIz
Dr. Messinger.
verband der Büroangestellten und Beamten des Saargebietes. Verhand Deutscher Techniker. Kratz.
SsSchmitt. Einheitsverband d. Eisenbahner Deutschlands. PaulVvadera

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