Full text : 2.1927 (0002)

nisse von allen Seiten auf die in der Beamtenschaft immer stärker
auftretende Mißstimmung und Verbitterung hingewiesen worden
war, daß die schwierige wirtschaftliche Lage, unter der viele Be—
amten seit Jahren leiden, die unverzügliche Durchführung der
von der Reichsregierung angekündigten Gehaltsaufbesserung
dringend notwendig macht.
Der Gesamtvorstand erwartet daher von dem Reichsfinanz-⸗
minister, daß er die zugesagten Besprechungen mit den Beamten⸗
pitzengewerkschaften aufnimmt, damit dem Reichstag in nächster
Zeit eine Besoldungsvorlage unterbreitet werden kann, in der
zas Hauptgewicht auf einer fühlbaren Erhöhung der Bezüge ins—
besondere bei den wirtschaftlich scwachen Beamtengruppen, liegen
muß.
Der Gesamtvorstand hält an dem jetzigen Gruppensystem —
unter Beseitigung der Gräben und Anerkennung und Durchfüh—
rung des Verzahnungsgrundsatzes — fest. Er steht auf dem
Standpunkt, daß bei den notwendigen Aenderungen des Besol—⸗
dungsgesetzes und der Besoldungsordnung folgenden Gesichts⸗
punkten Rechnung zu tragen ist:
Gßewährung von Unterhaltszuschüssen in angemessener Höhe
während der Vorbereitungszeit;
Annäherung der Bezüge der außerplanmäßigen Beamten an
das Anfangsgehalt der Anstellungsgruppe;
Wohnungsgeldzuschuß (Ortszuschlag) vom 1. April 1927.
ad Jahresbe'träge: b) Monatsbeiträge:
MBW —MBW———222—ç—æs—sæs——s—————————————————— — 20—22———————33
* 7 —— b.IJ. . 1821 bewilli
— 5 ——
von iährlich: von monatlich: J
Tarifklasse vuet wimulnn Tarifklasse: vn viv — — 1
i i ü ü üb üb üb üb üb
u 33 33 3345 u r 66
1068 J bis bis bis 13200 89 bis bis bis bis bis 1100
38 —— —4 2 35 — 0 1100
Zonderklasse . 22 121 184 n 50
101.50 132 165
——— öö 16330
c— 80 6688,50 104 80
5.. α 40,60) 60860 77
Anmerkung zu a und be Die II Fr BesGr. v erbalten auch in den beiden ersten Stufen den Wohnungsgeldzuschuß
der Tarifklasse V.
die Beamten der Ves.Gr. VIII erhalten in der ersten Stufe den Wohnungsgeldzuschuß der Tarifklasse W.
Finanzlage und Beamtenbesoldung. aus dem Auslande beine 3— her Jebersungen
j 1927. der Steuerkraft des deutschen Volkes geführt. Die Börsenlage
mitt at woch im dadte dee Sinteahres st nicht, wie vielfach angenommen wird, gleichbedeutend mit der
Bei den Reichstagsberatungen am 1. April ds. Is gab Graf Fiirtschaftslage. Inzwischen hat die Auflegung der 800-Millionen⸗
Westarp (Dn.) für Jämtliche Regierungspar- AUnleihe des Resches gezeigt, wie schwierig die Lage der Wirt—
eien eine ausführliche Erklärung ab, die sich mit der gegen. chaft und des Geldmarktes ist. Die Folgen des Krieges
wärtigen Finanzlage des Reiches und den durch Nachtragsetat und der Inflation erheischen gleichzeitig gewaltige Aufwendungen
anzufordernden Mitteln beschäftigt. Es beikt darin zunächst über ur Linderung der sozialen Rot. Alle diese Dinge haben jedoch
unsere allgemeine Lage: zislang noch nicht dazu geführt, daß das ganze deutsche Volk den
„Die Reparationslasten machen sich in steigendem Maße fühl- hollen Ernst unserer gesamten finanzpolitischen Situation zn
bar, insbesondere, weil ihre Zahlung nur infolge des Zuflusses Reich, Ländern und Gemeinden klar sieht. Die Regierungspar—
wusländischer Kredite, nicht aus Ueberschüssen der hei— eien halten es für ihre Pflicht. von dieser Stelle aus. namentlich
mischen Produktion möglich gewesen ist. Hier erheben sich schon nit Rücksicht auf die noch weiter steigenden Reparationefür
 das nächste Etatsjahr schwerste Probleme. Die Lage des asten, auf die Tragweite dieser finanzpolitischen Situation
Geldmarktes in Deutschland. die von dem erwähnten Zustrom rufmerksam zu machen und wiederholt darauf hinzuweifen. das

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