Full text : 2.1927 (0002)

troffenen Kreisen doch ein dankbares Gefühl der Anerkennung
aus. Vom Beschluß bis zur Auszahlung aber war noch ein
weiter Weg. Die Reichsregierung hatte der Regierungskom—
mission des Saargebietes von ihrem Vorhaben Kenntnis ge—
geben. Es ist bekannt und braucht darum hier nicht weiter er—
örtert zu werden, wie die Regierungskommession lange Wochen
hindurch kaum einen Ausweg aus der für sie sehr schwierigen
Lage finden konnte, bis man sich endlich auf neue Verhandlungen
mit der Reichsregierung einigte. In Trier trafen sich am 22
und 23. November die beiderseitigen Delegationen, nachdem
wenige Tage vorher noch eine Abordnung der Saarbeamtenschaft
die letzten Wünsche im Auswärtigen Amt vorgetragen hatte
Die Trierer Abrede kam zustande, und nun beschloß in Auswir—⸗
kung derselben die Regierungskommission des Saargebietes am
27. November 1926 die Genehmigung der Betreuungsaktion und
ihre Ausdehnung auf alle in Diensten der Regierungskommission
stehenden Beamten. Kurz vor Weihnachten konnten die Betreu—
ungsgelder ausgezahlt werden. Es war ein weiterer Ersolg wach
monatelanger, aufreibender Arbeit. Kleinere Härten wurden
in den folgenden Wochen noch mehr oder weniger beseitigt. Eins
ist nicht gelungen: Die Kommunalbeamtenschaft und
die Bergbeamten sind bis jetzt noch nicht in den Kreis der
Betreuten einbezogen worden. Wir bedauern das von Herzen,
wie wir uns andererseits freuen daß auch die Angestellten
und die Staatsarbeiter bedacht wurden, wenn auch in ge—
ringerem Ausmaße. Mit dem Dank an die Regierungskommission
verbinden wir vor allem unseren herzlichen Dank an Herrn
Beheimrat von Friedberg, den aufrichtigen und warmherzigen
Freund der Saarbeamtenschaft.
Die Betreuungsaktion war für uns ein Ersolg. Sie hat uns
nicht das gebracht, was uns als Ziel vorschwebte, aber sie hat
unsere Lage fühlbar erleichtert. Neben den Abreden von Baden—
Baden und Trier bleiben die Kabinettsbeschlüsse des Jahres 1920
— auch nach wiederholten Versicherungen der Vertreter der
Reichsregierung — vollinhaltlich für uns bestehen. Die Verluste
aus der Vergangenheit sind nicht ersetzt worden; die volle Besol⸗
dungshöhe haben wir nicht erreicht; und die Eingruppierung
entspricht nicht unseren Wünschen. Die anderthalbfache Anrech—
nung unserer Dienstzeit ist uns nach wie vor zugesagt; ein Ver—
zicht der Saarbeamtenschaft hierzu liegt nicht vor. An dem
Prozeß der höheren Beamten gegen die Heimatregierung hat sich
der Beamtenbund nicht beteiligt. Ich stelle auch das ausdrücklich
und erneut fest.
2. Beamtenbund und Volkspertretung.
Erfahrungen aus der Vergangenheit haben in uns die Ueber—
zeugung gefestigt, daß die Belange des Berufsbeamtentums
 am besten von ihm selbst wahrgenommen werden
nnen. Das hat uns freilich nicht abgehalten, in dauernder
Fühlung mit den Volksvertretungen des Saargebietes und des
Reiches zu bleiben zum Zwecke der Unterstützung unserer For—
derungen. Und so haben wir denn den Landesrat und die
einzelnen Fraktionen und Parteien laufend mit Unter—
lagen versorgt. Mit dem Beamtenausschuß und einzelnen Füh—
rern der Deutsch-Saarländischen Volkspartei
haben auf Wunsch derselben mehrere Besprechungen stattgefun⸗
den wegen einheitlichen Vorgehens in der Beamtenfrage. Es
darf auch an dieser Stelle zum Ausdruck gebracht werden, daß
verschiedentlich in der Beamtenschaft aufgetauchte Zweifel an der
Beamtenfreundlichkeit des Abgeordneten Herrn Röchling sich
als unbegründet erwiesen haben. Wir hatten im Gegenteil Ge—
legenheit, uns davon zu überzeugen, daß Herr Röchling des
öfferen sehr warm für Ai⸗ Ronmtoenischaft eingetrefen 118

Tãglich
dem Maschwasser
rugesetzt, gibt
ugendfrischen.
reinen Teint.
Nilarich Nach Jacht Un a. .

Auch die zuständigen Mitglieder des Reichs- und Landages
 wurden von uns laufend über unsere Verhältnisse un—
errichtet. In mündlichen Aussprachen mit maßgebenden Par-—
amentariern haben wir Unterstützung nachgesucht und
nuch gefunden.
3. Beamtenbund und Presse.
Die Macht der Presse ist allgemein bekannt und anerkannt.
Wesentliche Dienste hat uns unser eigenes Organ geleistet.
Ddie Tagespresse hat sich nur wenig mit unseren Beamten—
helangen befaßt; und das war gut so. Eins darf hier der Presse
tachgerühmt werden: Die sogenannte „Veamtenhetze“ des
Reiches haben wir nicht erlebt. Von kleineren Zwischenfällen
ibgesehen, darf gesagt werden, daß die saarländische Tagespresse
die Beamtenbewegung loyal verfolgt und ausgewertet hat.
Die Presse des Reiches wurde in kritischen Zeiten von
ins ebenfalls mit Unterlagen versorgt. Wir konnten feststellen.
»aß uns gerade in Fragen der Betreuungsaktion warme Unter—
tützung durch namhafte Blätter des Reiches zuteil wurde.

4. Beamtenbund und Oeffentlichkeit.
Wir Beamten wollen keinen Staat im Staate bilden. Und
venn wir auch, unbekümmert um rechts und links, unsere Be—
ange verfochten haben, so haben wir uns doch zu keiner Zeit
rußerhalb unserer Volksgemeinschaft gefühlt oder gar gestellt.
Mitten im Volkskörper drin wollen wir nichts weiter sein als
Diener am Gemeinwohl, gleichberechtigt und gleichbewertet. Wir
hatten stets nur Beamtenbelange zu vertreten, höchstens
ioch die der Angestelltenschaft. Abeiterbelange, Fragen
»er Wirtschaft, desHandels,der Industrie usw. gingen
ins allesamt nur mittelbar an. Aber wir haben uns nie in Geg—
ierschaft zu diesen Gruppen gestellt ohne Grund. Und so haben
vir es freudig begrüßt, daß auch die Staatsarbeiter durch
insere Betreuung einen Vorteil verbuchen konnten, wenngleich
vir wußten, daß gerade die Arbeitergewerkschaften im
zergangenen Sommer und Herbst uns die Durchführung der Be—
reuungsmaßnahme sehr erschwert hatten. Daß in den letzten
Pochen die Gewerkschaften, die Parteien, die Presse, die kommu—
ialen Körperschaften einen gewaltigen Sturm gegen die Reichs—
egierung laufen, bedauern wir in Hinsicht auf die ohnehin schon
zroß genug gewesenen Schwierigkeiten des Reiches, bedauern
wir besonders, soweit die klare Rechtslage verwischt oder unbe—
techtigte Vorwürfe an die falsche Stelle gerichtet werden. Im
ibrigen haben wir nichts dagegen einzuwenden, wenn auch an—⸗
ere Bevölkerungskreise des Saargebietes unterstützt werden
ollten, falls das Reich die Mittel dazu aufbringen kann.
Mit den Wirtschaftskreisen des Saargebietes ver—
zindet uns die allgemeine wirtschaftliche Lage. Die Preisgestal—
tung ist für uns ein sehr gewichtiger Faktor. Mit irgend welchen
Mitteln — Beamtenkonsum, Beamtenbank — haben wir auch
im vergangenen Jahre nicht die Preisbildung zu beeinflussen
versucht. Mit allen Wirtschaftskreisen wünschen wir die baldige
Stabilisation urserer Währung.
Korporativ ist der Beamtenbund im Ausschuß für
Gefundheitspflege der Stadt Saarbrücken, im
Verband der Jugendherbergen des Saarge—
bietes, in der deutschen Lichtbild- und Filmge—
meinschaft an der Saar un im deutschen Sprach—
oerein — Ortsgruppe Saarbrücken — vertreten.
Auch die Oeffentlichkeit des Reiches wurde gelegentlich auf
uns aufmerksam, vornehmlich in der Zeit der Saalbauversamm⸗
tlung. Der Saarverein hat sich in Wart und Schrikt tat⸗
gegen rheumatische Schmerzen,
hervorragend bewährt auch bei Gicht, Ischias,
Hexenschuß, Grippe, Influenza, Erkältungskrank⸗
heiten, Gelenk⸗, Nerven⸗ und Kopfschmerzen, sowie
Schlaflosigkeit. Togal stillt prompt die Schmerzen
und scheidet die Harnsäure aus. Keine schädlichen Nebenwirkungen!
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