Full text : 1.1926 (0001)

an Stoelle von Bonnen
und Gerreidekcdffeeæ
und als Koaffeezusdtz
is qanz hervorrd;
qend versuchen Sie
ihn heute noeh.
(ZTubereitunq wie Bonnenkoffe e)
Die Betreuungsaktion ist abaeschlossen. Baden—
Baden und Trier bilden zwei SDichtige Marksteine in
der Geschichte der saarländishen Beamtenschaft. Ein unge—
heures Maß von Arbe'tsrraft hat aufgewandt werden
müssen, bis wit aus erste Teilzͤel kamen. Wir werden
uns damit nicht begnügen, sondern weiterarbeiten, bis wir
endlich auch under A— erreicht haben: Wirt⸗
schaftliche und rechtiche Gleichstellung mit
unseren Kollegen im Reich. Die Kabinettsbe—
schlüsse und das Beamtenstatut weisen uns dabei den Weg.
Zum Schluß nun noch ein Wort des Dankes an alle
Stellen, hüben wie drüben, die zum Weihnachtsergebnis
1926 hervorragend mit beigetragen haben. Die Beamten—
schaft des Saargebietes dankt es ihnen von Herzen.
Und so wollen wir denn nun Weihnachten feiern und
das alte Jahr keschließen mit stiller Besinnlichkeit, mit
innerer Befriedigung und mit dem reinen Willen zu neuer
Tat. Karl Schneider.

e
Beamten chuft und Oeffentlichkei
Der scharfe Wirtschaftskampf, der dem Leben aller Schich
ten im neuen Deutschland seinen Stemvel aufdrückt, if
auch am Beamtentum nicht spurlos vorübergegangen. E
hat aus den werdenden Verhältnissen gelernt, mußte lernen
wollte es nicht mitleidslos zur Seite gestoßen werden. Ferr
ist die Zeit, in der der Beamte, unbekümmert um das Au
und Ab des Lebens, weltfremd jelbstbewußt und sich ab—
sichtlich zurückhaltend seinen Tag lebte. Der Staat, ein
beinohe außerhalb und über der Volksgemeinichaft stehender
Begriff. hob seine Diener, die Beamten mit aus der nie—
deren Sphäre des Alltogs und ließ sie wenigstens in ihrer
geistigen Einstellung über der aroßen Masse schweben. Wie

weit allerdings diese Einstelung auf einer ideellen Gon—
struktion beruhte, konnte jeder, dem die materiellen Ver—
hältnisse des großen Heeres der Beamtenschaft bekannt
waren, leicht ermessen. Und doch wäre es falsch, wenn man
diesem alten Beamtenstolz jede Berechtigung absprechen
wollte. Der monarchische Staat mit jeinem innewohnenden
konservativen Gehalt bot dem Beamten einen unverrückdaren
Halt. War die Basis der Lebensgestaltung auch schmal— so
war sie doch solid und fest, und niemand kam auf den Ge—
danken daran zu rütteln. Fußend auf ihren verbürgten
und verbrieften Rechten, konnte sich die Beamtenschaft in der
Oeffentlichkeit eine angesehene Stellung erwerben, ja Ach⸗
tung und Ansehen in der Oeffentlichkeit galten als selbst
derständliche Merlmale eines Beamten. Wenn die moderne
Beamtenschaft auf diese Verhällnisse zurückschaut, dann kann
sie es nur mit gemischten Gefühlen. Wir bekennen uns
freudig zum Staat, wollen mit und in der Vollsgemein—
schaft leben, wollen teilnehmen an ihrem Leid und an ihrer
Freude. Wir freuen uns, daß im Volksstaat der Beamte
aus einer ihm doch wesensfremden Sonderstellung befreit
wurde; die ihm allerdings seither als natürlich und gegeben
erschienen war. Es ist damit wenigstens die Voraussetzung
gegeben für ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Bür—
gerschaft und amtierenden Beamten, und man darf ja auck
ohne Zweijel feststellen, daß die Formen in den Amtsstuben
und auch draußen freundlichere, vielleicht sogar herzlichere
zeworden sind. Ich darf da wohl auf die eifrigen Bemüh—
uingen der modernen Polizei hinweisen, der Bürgerschaft
überall nicht als eine verhaßte Staatseinrichtung, sondern
als helfende und schützende Organisation enigegenzutreten.
Anders wird allerdings das Bild, wenn wir die beamten—
rechtliche Seite betrachten. Was früher als unantastbar galt
rericheint heute oft schvankend. Ich möchte da zuerst auf die
Bestrebungen nach Beseitigung des Berufsbeamtentums hin—
weisen. Es mag Parteigrößen als ein verlockender Zustand
erscheinen, daß bei Uebernahme der Staatsgewalt durch die
Partei auch alle einflußreichen Stellen mit Gesinnungs
zenossen besetzt werden, um dann bei dem nächsten Wechse!
zer Regierungsmehrheit anderen An zu machen. Nur dem
Amstande, daß einsichtige Führer und Parteien früh genug
die Gefahren dieses Systems erkannten, ist es zu danken, daf
die generelle Anerkennung versagt blieb. Daß ausreichendt
ostproben nicht erspart blieben, zeigt die ungesunde Auf—
»lähung des Beamtenkörpers nach dem Kriege. Tie Folgen
aber all der Versuche waren eine sinkende Achtung des Be—
amtentums in der Meinung der Oeffentlichkeit. Was unfer—
ige und unreife „neugewordene“ Beamte taten, schrieb man
zicht ihnen persönlich zur Last, sondern machte dafür die
Beamtenschaft verantwortlich. Man nahm sich das Recht
um Ausdruck zu bringen, daß Pflichttreue, Gewissenhaftig
eit und Fleiß. jene Tugenden des altpreußischen Beamtenums,
 verschwunden seien. So ergab sich die Sinstellung der
Deffentlichkeit aus der man es wagen konnte, zum Haupt.
angriff, zum Beamtenabbau, zu schreiten. Es sind untrag—
hare Verhältnisse, wenn eine Regierung für sich das Recht in
Anspruch nimmt, durch Cesetz Rechtsverhältnisse, die bisher
ls unkündbar galten, zu lösen. Man kann heute als Be
mter mit einer gewissen Genugtuung die Katzenjammer
rimmung beobachten. Dieser Tage ging eine Nouiz durch
zie Presse, deß das finanzielle Ergebnis des Abbaues für
Preußen 43 Mill. betrage. Was bedeuten 48 Millionen gegen
all das Leid, all die seetischen Folterqualen. all die Sorgen
und all das Unglück, das dieses Gesetz brachte! Dazu war
es eine Vergeudung von Arbeitskraft, die man nie wird ver—
antworten können. Beamte sind aber keine Mastiren an
denen man nur den Hebel umgzuwerfen braucht, um sie rück—
wärts laufen zu lassen; sie sind Menschen. Und was diese

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