Mark bestreiten mußten, daß alles in allem für Essen und
Trinken nur 3200 Mark, oder pro Kopf und Tag etwa
do Pfg. ausgegeben wurden, und daß, trotz dieser sparta
nischen Sparsamkeit, und obwohl die Familie von ernsteren
Krankheitsfällen verschont blieb, es nicht möglich war, die
Ausgaben ohne Aufnahme eines Darlehens von 1000 Mar
zu declen, das hohe Zinsen erfordert und dessen Rück
zahlung völlig zweifelhaft ist, und hält man demgegenüber
daß, wie manche unserer Tageszeitungen in der letzten
Woche voll Stolz berichteten, wir es allein in diesem
Winter auf 500 öffentliche Bälle bringen werden, daß die
Revuen und die sogenannten „vornehmen“ Gaststätten all
abendlich überfüllt sind und daß die Kürschner Hochkon
junktur in Edelpelzen haben, so fragt man sich, wie lange
die Regierung diese verfehlte Besoldungsploitik, die mi—
Notwendigleit zur Verelendung des Beamtentums führen
muß und die sich letzten Endes an ihren Urhebern selbsi
rächen wird, noch festzuhalten gedenkt. Wenn in einem
sogenannten „Spritweberprozesse“ einem der Angeklagten
einem den gebildeten Kreisen angehörnden Kriminal—
beamten, der an den Schiebungen Webers teilgenommen
hatte, vom Staatsanwalt in seiner Anklagerede bescheinigt
werden konnte, bei einem mit der finanziellen Bedeutung
seiner Tätigkeit in schroffem Mißverhältnis stehenden Mo—
natsgehalt von 200 bis 300 Mark und dem täglichen Ver—
kehr mit Leuten, denen ein Tausendmarkschein eine Baga—
telle gewesen sei, seien seine Verfehlungn zwar nicht zu
entschuldigen, aber vielleicht bis zu einem gewissen Grade
menschlich zu verstehen, so haben wir wirklich keinen Anlaß
mehr, uns noch sehr über „russische Zustände“ zu erregen.
Denn auch das viel geschilderte Bestechungsunwesen in
Rußland beruhte schließlich nicht auf der minderwertigen
Mentalität der russischen Beamten, sondern auf dem Um—
stande, daß infolge der herrschenden Korruption und der
sich daraus ergebenden unzureichenden Entlohnung mehr
oder weniger gezwungen waren, sich Nebenquellen zu er—
schließen. Daß im übrigen im Falle Weber das Reich im
großen verlor, was im kleinen zu geben es sich gescheut
hatte, ist ja bekannt.
Interessant wäre es auch, aus dem Gesichtswinkel der
Besoldung einmal zu erfahren, wie sich die Behörden in
einer sernen Zukunst — zunächst ist der Bedarf ja vollauf
gedeckt — eigentlich die Sicherung des Beamtennachwuchses
denken. Daß kein Beamter mehr seinem Sohn mit gutem
Gewissen raten kann, ebenfalls die Beamtenlaufbahn ein⸗
zuschlagen, daß die heranwachsende Generation, die die
ewigen Kalamitäten eines Beamtenhaushaltes aus eigener
Erfahrung kennen gelernt hat, selbst im allgemeinen auch
gar nicht daran denkt, einen Beruf zu ergreifen, der ihm
späterhin nicht einmal eine bescheidene Verzinsung des für
bie Ausbildung aufgewendeten Kapitals an Geld und Ar—
beit gewährleistet, liegt auf der Hand. Bisher bildeten ge—
rade die Söhne aus Beamtenfamilien, die mit der Be—
amtentradition groß geworden waren, das wertvollste und
zahlenmäßig stärkste Material für die Auffüllung des Be—
anitenbedarsfes. Ob, wenn einmal dieser Zustrom versiegt,
sich der Bedarf an Beamten aus anderen Quellen in dem—
selben Umfang und derselben Güte wird decken lassen, er⸗
scheint recht fraglich. In unserer mehr und mehr auf ma⸗
ierielle Interessen sich einstellenden Zeit wird der Zudrang
zur Beamtenlaufbahn, die in diefer Hinsicht so aut wie ver
Sraktisgchez elbnachtsgeßchenb!
Mabbis ürze,
Maßbbls duppen in Würfeln,
Mabbls Fleischbüh-Würiel.
Man achts genau auf den Hamen Mbb.
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leine Aussichten bietet, an sich sicher nachlassen; jedenfalls
verden tüchtige Kräste sich zu ihr kaum hingezogen fühlen.
Ob man mit der Wiedereinführung von Titeln und Orden,
die man ja neuerdings zu erwägen scheint, sie hinreichend
»egehrenswert wird gestalten können, muß die Zukunft
ehren. Eine weitschauende Beamtenpolitik sollte jeden—
alls diese Gesichtspunkte nicht aus den Augen lassen und
echtzeitig verhüten, daß wir dem Schicksal Frankreichs zu—
teuern, wo z. B. heute schon manche Gerichte nicht mehr
arbeitsfähig sind, weil es infolge der unzureichend Be—
oldung an der genügenden Zahl richterlicher Beamten
ehlt. Daß es ohne ein starkes in sich gefestigtes Berufs—
»eamtentum auch im Volksstaat nicht geht, daß das Berufs—
»eamtentum vielmehr als „ruhener Pol in der Erschei—
iungen Flucht“ das natürliche Gegengewicht gegenüber
der Begehrlichkeit des Parlamentarisnus bildet, hat jüngst
roch der bekannte Münchener Staatsrechtslehrer, Professor
Nawiasky in einem auch im Druck erschienenen, sehr be—
ichtenswerten Vortrag auf der Mitgliederversammlung
der Arbeitsgemeinschaft deutscher Beamtenhochschulen in
Dresden am 6. Juni 1926 hervorgehoben; es wäre drin—
gend zu wünschen, daß sich in weitesten Kreisen die Er—
kenntnis von der Bedeutung eines zufriedenen, von der
Sorge um das tägliche Brot befreiten, arbeitsfrohen und
darum arbeitstüchtigen Beamtenstandes für die Allgemein—
heit durchsetzte.
Leider sind wir von dieser Erkenntnis zur Zeit weiter
entfernt denn je. Von allen Seiten ergießt sich eine Flut
von Angriffen gegen das Beamtentum, die teils auf Uebel—
wollen, teils auf Unkenntnis der Dinge beruhen. Der
Beamtenbund“ hat in seiner Nummer 63 eine Uebersicht
über die allein in seinen Spalten in der letzten Zeit er—
schienenen Abwehrartikel gebracht, die Bände spricht. Am
zedauerlichsten ist es, wenn diese Angriffe aus Kreisen
lommen, bei denen man wirklich einiges Verständnis für
Beamtenbelange voraussetzen sollte, oder wenn sie gar aus
den eigenen Reihen stammen. Auf die bekannte, später
allerdings richtig gestellte Entgleisung des Herausgebers
des „Türmers“, Professors Dr. Lienhard, oder die Artikel
des früheren Landgerichtsdirektors, Geheimen Justizrats
Dr. Hiekmann, in der „Fleischer-Zeitung“, sei in diesem
Zusammenhange erinnert. Daß ebenso ein Teil der Tages
presse die sicherlich recht bedauerlichen Vorfälle in Magde—
burg zum Anlaß genommen hat, um die maßlosesten Vor—
mücse ponen das Richterium im besonderen und das Be
bei Rheumatismus, Hexen'chuß
Gliederschmerzen, Ischias Neuralgien,
Folgeerscheinungen von Gicht u. Influenza.
Salit dringt durch die Haut in den Körper, belastet also im Gegensatz zu Medika⸗
menten, die man einnimmt, weder Magen noch Darm. Man frage seinen Arzt.
Salii⸗Ol enthüilt als wirksamen Bestandteil bWOds, Salit. pur. Salit⸗Creme 28010. Salit. pur.⸗70,
Salicenlsaurebornylefter. In al len UApotheten zu haben.
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