Wi ruschaftli chleit des Betriebes der Deutschen Reichs bahn mah—
neblichen Fakroren zu stellen, bedeutet eine bedenkliche Ein—
schränkung des Begriffes der Wirtschaftichkeit. Sat man dies
rinmal erkannt, so dürfte es bei der Einficht in die Notwendis—
keit einer Revifion der Beamtenbesoldung nicht schwer sein, auch
der Möglichkeit zur Erfüllung des Rotwendigen mit der Aus—
sicht auf Erfolg nachzugehen
Verhanblungen über die BVeamtenbeihilse
Berlin, 8. Dez. Reichsfinenzminister De. Reinhold hai
heuie nachmittag im Reichstag mit den Fraktionen über die un—⸗
mittelbare Beihilsfe sür die Beamten verhandelt. In der Be—
prechung mit den Regierungsparteien einigte or sich auf folgen⸗
den Vorschlag:
Die Beamten der Klassen J und LVssollen als einmalige Zu⸗
lage ein Viertel des Monatsgehaltes erhalten, mindestens aber
30 Mark und höchstens 600 Mark; die Beamten der Klassen V bis
XII und die der Gruppen mit Einzelgehältern bis zum Reichs
banzler sollen ein Fünftel des Monatsgehalts erhalten, und zwar
ebenfalls mindestens I. und höchsten 60 Mark. Alle Beamten
solsen, falls sie verheiratet sind, 2O0 Mark für die Frau und 5 Marl
für jedes Kind erhalten. Die ganze Beihilfe soll als Abgeltung
für die Monate Dezember bis März nächsten Jahres betrachte;
verden.
Schwierigketten für die Verabschiedung dieses Vorschlages im
Reichssstag bestehen insofern, als dafür noch keine Mehrheit vor
handen ist. Die Sozialdemokraten verlangen eine Festlegung
daß die einmalige Beihilfe nach dem 81. März im eine laufende
Erhöhung der Bezüge umgewandelt werde; dies lehnt jedoch der
Finanzminister mit Rücksicht auf den Finanzausgleich ab. Auch
den deutschnationalen Vorschlag, die Höchfigrenze für die Beihilf⸗
auf 100 Mark zu erhöhen, hält er für finanziell nicht tragbar
Man wird nun die Verhandlungen fortsetzen, um eine Mehrheit
zu gewinnen. Die preutzische Regierung hat bereits zugesagt, den
Vorschlag des Finanzministers für ihren Bereich durchführen zu
wollen
: Berlin, 8 Dez. Der preußische Finangminister hat einer Ab
ordnung des Preußischen Beamtenbundes erklärt, daß das Stauts
ministertum beschlossen habe, der dom Reichsfinanzminister beab⸗
sichtigten Regelung über eine einmalige Zulage für Beamte bei—
zutreten. Der Minister glaubt die Aktion so beschleunigen zu
fönnen, daß die Auszahlung dieser Zulage bestimmt vor Welb—
achten erfolqt.
Aus dem deuntschen Sprachverein
Dreierlei Höflichkeit.
Man soll nicht sagen, daß die Laute ohne Bedeutung felen
Auch der Deutsche Sprachverein wird nichts dagegen einwenden
daß man Fremdes, das uns Deutschen fremdartig ist und bleibt
mit den ihm zukommenden Lauten bezeichnet. Mit Recht bringen
die jüngsten kulturgeschichtlichen Schilderungen über die Völker
mit denen wir Deutschen am meisten durch die Macht der Worte
verhandeln, Bemerkungen über die dort übliche Höflichkeit. Für
den Franzosen bleibt das Vorbild aller Höflichkeit der Kava⸗
lier“: in England und für den Angelsachsen überhaupt wird Höf—
lichkeit an dem Begriff „Gentleman“ gemessen. Bestrickend mag
auf den ersten Augenblick die gewandte, gewinnend liebenswür—
dige Art des „Kavaliers“ sein; aber hinter der Freundlichkeit
verbirgt fich zu leicht aufdrinaliche Süßigkeit, die namentli—
dein resjenden Ircuetn a, ab αsι αν ιννν
verden haun. Anders dee ——— Sich nicht angebeten
inmischen ist sein HRaupigebot, So mean er leaußt den Eindruck
des Gleichgultigen, des Gelangwellten. Ams doch wenn tur ein
GBlick ihn streift, erhebt er sich, ist er behliflich zleht sich dann
Wber wieder in seine ansche inerde Kühle zurüch Wir möchten
lauben, daß das ein zuviel, das andere zu wenig gibt. Wie
chön. wenn man sich auf der deutschen Mitte einigtel Der
dentsche beze ichat wahre gesellschaftliche Höflichkeit mit Ritter⸗
ichkett; das ist von Anfang bis zu Ende ein germanisches Wort
ein keltischer, kein lateinischer Bestandteil in darin zu finden
Dda wir nun das Wort wieder zu Ehren gebracht gzu haben meinen
wollen wir seinem Einne gleichfalls ein neues Dasein verschaffen.
Welches waren denn die Rittertugenden bei unseren Vorfohren?
Vor allem galt es, den Frauen gegenüber ein vornehmer Be—
chũtzer zu sein Witwen und Waisen in seder Art zu bdelfen
dranken und Schwachen beizustehen, dem Rechte Geltung zu ver
chaffen, das alles war Ritterpflicht. Wenn so bei uns im eigenen
bcuse alles gut steht, wollen wir auch nicht dergessen, den an⸗
deren Völkern damit ein Beispiel zu geben, damit nicht mehr der
Kavaliet“ und der „Gentleman“ im Vordergrunde auf der Weli⸗
prachbũhne stehen, oder wenn schon. so doch nicht allein; sondern
daß dort auch ganz befonders Achtung gebietend deutsche Ritter
lüchkoit“ geschãtzt und anerkannt werde.
Vrof. Dr. Manermann.
Der Eremit.
„Seit Ostern ist mein Mann eremltiert“, erzählt min eine
Dame. Ich erwidere: Sie meinen: emeritiert, d. 5. In den
Ruhestand versetzt, ein Eremit ist etwas anderes, das ist ein Ein⸗
siedler.“ Aber die Dame beharrt auf dem Eremiten: „Ra ja,
so ist es doch gerade; seit er nicht mehr mit seinen Kollegen auf
dem Amte zusammenkommt, ist or eben ein Einstedler geworden.“
Prof. Dr Weinnreifter
Bücherschau
vDie soztiale Betãtigung der Dentichen Reichspost“, von Mat
häns Holz, Präfident der Oberpostdrektion Spehyet. Seraus
gegeben vom Verlag für Verkehrswissenschaft in Berlin⸗Lichter⸗
selde. Ein neuer Band aus dem Sammelwerk Post und Tele—
zraphie in Wissenschaft und Praxis“. In leicht verstöndlichen,
kurzen Abhandlungen bringt das Wert eine Gefamtdarftellung
der sozialpolitischen Maßnahmen der Deutschen Reichspost. Die
Anschaffung des aktuellen Buches muß jedem vorwärts strebenden
Beamten empfohlen werden.
„Postleitfaden III“, herausgegeben von R. v. Decker's Verlag.
Berlin SWe19. Neuerdings ist das Heft 6 — Versendungsbe
dingungen der Postsendungen (Vakete) — erschienen. Allen Post
beamten, die beruflich auf der Höhe bleiben wollen, ist die An⸗
chaffung des Heftes zu empfehlen.
Geschäftliches
Weihnachten steht vor der Tür, und fürsorgende Liebe stunt,
nit welchen I Freude bereiten kann. In heutiger schwerer
Zeit wird man erster Linie zum praktischen Geschenk
Rennen wir z. B. nur Maggi's bewährte Erzeugnisse; Maggi's
Würze, Maggi's Suppen, Waggi's Fleischbrühwürfel, die sedem
dee willkommen find. Durch ihre vielseitige Verwendbar
eit helfen sie nicht nur das teure Fleisch, Kohlen und Gas sparen
ondern erleichtern außerdom der Sanxkrau die KQocharhbeit
bei Rheumatismus, Hexenschuß
BGliederschmerzen, Isschias Neuralgien,
Folgeerschelnungen von Gicht u. Influenza.
—A belastet also im Gegensatz zu Medika⸗
menten, die man eimimmt, weder Magen noch Darm. Man frage seinen Arzt
Salit· Ol outhttt als wirksamen Bestand tetl B00Sautt. pur. Satit⸗Creme WBohe. Sallt. pur.⸗ 70el.
Salicylsäurebornylester. Inrallen Apotheken zu haben.