Full text : 1.1926 (0001)

da ab das Heilverfahren aus Mangel an Mitteln ganz
eingestellt.
Daß die zum Schutze berufenen Behörden versagen, kann
man auch aduf verschiedenen anderen Gebieten des öffent⸗—
lichen Lebens beobachten. Das Reichsaufsichtsamt für
Privatversicherung soll die Interessen der Versicherten gegen⸗
über den Versicherungsanstalten durch nachhaltige Begauf
fichtigung wahren. Es entspricht aber wenig den Interessen
der Versicherten, wenn das Reichsaufsichtsamt für Privat
verficherung die Lebensversicherungsanstalten aufgeforder“
hat, keine Lebensversicherungen auf wertbeständiger Grund
lage abzuschließen. Allerdings hat diese Vorschrift für die
Versicherungsanstalten nur theoretische Wirkung, denn wir
mir ein Kenner des Versicherungswesens, ein Aufsichtsrats
mitglied eines unserer größten Lebensversicherungsunter
nehmens, mitgeteilt hat, denken recht wenige Leute daran
Versicherungen ohne Wertklausel abzuschließen, so daß die
Versicherungsunternehmungen ihren Geschäftsbetrieb schlie
zen müßten, wenn sie der Aufforderung wörtlich nachkom⸗
men würden.
Die Hauszinssteuer wird von den kleinsten Wohnungs
tnhabern im Interesse des Wohnungsbaues erhoben. Ueber
den sozialen Wert der Hauszinssteuer wird man einiger
maßen stutzig, wenn man durch die neuerstandenen Villen;
viertel geht, die mit Hilfe der Hauszinssteuer erbaut worden
sind, selbst wenn man davon absieht, daß der größte Tei
der Hauszinssteuer nicht für Wohnungsbauten, sonderr
für andere Zwecke verwendet wird.
Die Sparkassen sind so recht die Bank des kleinen Mannes
Nach und nach beginnt der Sparbetrieb wieder sich zu
regen und die Guthaben steigen in langsamem, aber erfreu—
lichem Maße. Nach der Katastrophe der betzten Jahre müßte
das Bestreben dahin gehen, die Spareinlagen so sicher wie
möglich anzulegen. Es entspricht wenig den Interessen der
Einleger, wenn man zu einer Zeit, wo kein Geschäftsmann
daran denken würde, Geschäfte ohne Wertklausel abzu⸗
schließen, den Sparkassen verbietet, wertbeständige Einlagen
anznehmen. Augenblicklich ist ein heftiger Kampf um die
Einlagen der Sparkassen entbrannt. Die Banken laufen
Sturm gegen die Sparkassen, weil sie Gelder an großindu
strielle Unternehmungen geben und so den Einfluß der
Banken auf Großindustrie und Großhandel schwächen. Die
Landwirtschaft fordert billigen langfristigen Realkredit von
den Sparkassen, und die Mittelstandskreise fordern Kredite
für den Wohnungsbau. Wer in dem Kampfe um das Ka—
pital der Sparkassen den Sieg davontragen wird, erscheint
zweifelhaft. Auf die naheliegende Forderung, die Einla—
gen im Interesse der Einleger selbst zu verwenden, scheint
niemand zu kommen. Fortsetzung folgt.)

Von der Bundesleitung
Abschrift.
Regierungskommission Saarbrücken, den 10. Nov. 1006
des Saargebietes Schloßplatz 15
Generassetretariat
G. S. Nr. 51014

An
die Arbeitsgemeinschaft der Beamtenverbände
des Saargebietes
z. B. des Beamtenbundes
Saarbrücken 2
St. Johannerstraße 65.
Mit Schreiben vom 2. November 1926, A. G. Rr. 46. 11. 26
tichteten Sie an die Regierungskommission eine Eingabe um
Fewährung einer Wirtschaftsbeihilfe, oder Auszahlung eines
Gehaltsvorschusses.
Nach Prüfung dieser Eingabe kam die
zu dem Schlusse, daß es aus finangiellen
n Anbetracht der Folgen, welche die von

— — —
F
278
amn

nahme nach sich ziehen dürfte, leider nicht möglich sei, Ihren
Bitte Folge zu geben.
Der Generalsekretär
der Regierungskommission des Saargebietes:
Pierrotes.

Ueber die Betreuungs⸗ und Eingruppierungsangelegen⸗
heit ist bis zur Drucklegung unseres Blattes eine Enhschei—
dung noch nicht gefallen. Wir haben bis zur Stunde
alles getan, was uns zu tunmn notwendig schien und möglich
war. Die Führung hat die Regierungskommission sowohl
wie die Reichsregierung über den Ernst der Lage nicht im
Unklaren gelassen.
Wir werden weiter bemüht bleiben, alle Angelegen—
zeiten zu einem günstigen Ende zu führen und über ge—
troffene Entscheidungen auf schnel1Ist e m Wege berichten
Wir bitten nur um eines: Vertrauen!
Schneider.

Der Saarbrücker Zweig des Deutschen Sprachvereins lädt
die Mitglieder des Beamtenbundes (der Beamtenbund des
Saargebietes ist körperschaftliches Mitglied beim Deutschen
Sprachverein) freundlichst ein zu seinem nächsten Vortrage
am Freitag, den 19. November, abends 8 Uhr, im Saale
des Knipperbräus, Saarbrücken 3, Bahnhofstraße 46.
Fräulein Studienprofessoren Reck wird prechen über: „Das
deutsche Märchen“

Aus den Verbänden

Reachruf!

Am 8. November verschied nach schwerem, im
Kriege zugezogenem Leiden, unser lieber Kollege

—** 3
—VVI
aus Puttlingen, Obersteuersekretär beim Finanzamt
Völklingen. Inhaber des Eisernen Kreuzes.
Wir verlieren in dem Entschlafenen ein treues,
eifriges Mitglied, dem wir ftets ein ehrendes An—⸗
denken ee werden.
Verband der Finanzbeanmten
des Saargebietes.

59

verband der Bahnhofsverwalter, Eisenbahnaffistenten,
Vetriebsu sistenten und Anwarter im Saargehiet
Am Sonntag, den 31. Oktober ds. Jahres, nachmittags 3 Uhe,
wurde die von über 70 Kollegen besuchte Versammlung vom
Vorsitzenden, Koll. Reschke eröffnet. Er begrüßte den Ver—
reter des Ortsvereins Trier, Koll. Tugendheim und dankte den
doslegen für ihr zahlreiches Erscheinen. Nach Genehmigung
            
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