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Zeitschrift
des Beamtenbundes
des Saargebietes
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1. Jahrgang Saarbrücken, den 13. Nooember 1926 Nummer 46
S
Vericht üher die Bauinteressenten⸗Versummlung am 27. Oßtoher
Etwa 300 Baulustige hatten sich im Johannishof einge—
funden. Durch ein Nißzverständnis hatte die Geschastsstelle
des Vereinshauses es leider versäumt, den bestellten großen
Saal herzurichten. Der rote Saal, in dem die Versamm—
lung dann stattfand, war bald überfüllt; viele mußten
stehen; andere kehrten um.
Der 1. Vorsitzende des Beamtenbundes, Herr Rektor
Schneider, eröffnete die Versammlung mit herzlichen
Worten der Begrüßung an alle Erschienenen. Er führte
u. a. aus: „Die letzte Bauinteressentenversammlung hat am
9. August stattgefunden. Damals standen wir am Anfang
der Burchführung unseres neuen Bauprogramms. Die
Richtlinien waren soeben bekannt geworden. Wir haben sie
damals gemeinsam durchgesprochen. Wünsche wurden ge
äußert, Anregungen wurden gegeben. In mehreren Be
prechungen mit den zuständigen Stellen haben wir all das
vorgetragen und um Abänderungen gebeten. Ich kann
zu meiner Freude feststellen, daß wir bei aller
Stellen der Verwaltungs- und Regierungskommission, so—
weit wir sie aufgesucht haben, nicht nur volles Verständ
nis für unsere Wünsche und Nöte, sondern auch wärmste
und tatkräftigste Unterstützung gesunden haben. Ich
möchte nicht versäumen, auch aän dieser Stelle den Herren
der Verwaltungskommission und ihren Beratern den Dan
der Beamtenschaft zum Ausdruck zu bringen. Uebern
100 Anträge sind zwischenzeitlich eingereicht, über 60 ver.
abschiedet und genehmigt worden. Es hat sich nun bei der
Vearbeitung der Gesuche herausgestellt, daß die Erledigung
der Anträge noch mehr beschleunigt werden könnte, wenn
alle Gesuche vorschriftsmähig eingereicht würden. Auch wir
von der Bundesleitung konnten fseststellen, daß noch
mancherlei Unklarheit herrischt. So ergab sich sowohl von
Seiten der Verwaltungskommission als auch der Bundes—
leitung der Wunsch nach einer Aufklärungsversammlung
Ich freue mich und danke Ihnen, daß Sie unserer Einladung
so zahlreich Folge geleistet haben. Möge die Regierungs⸗
kommission daraus ersehen, welch großes Interesse in der
Beamtenschaft dem Bauprogramm entgegengebracht wird.
Ich begrüße als Vertreter der Regierungskom mission
verrn Ninisterialrat Häausmann, der sich trotz sener
sonstigen starken Belastung liebenswürdigerweise bereit er—
klärt hat, das Referat für die heutige Versammlung zu
übernehmen. Ich begrüße ferner die Vertreter der Land⸗
rats⸗ und Buͤrgermeisterämter., die Herren Architekten,
unsere Mitglieder und sonstige Interessenten, soweit sie er⸗
schienen sind.“
Hierauf erhielt Herr Ministerialiat Hausmaun das
Wort, der folgendes qussührte:
Sehr geehrte Anwesende!
Die Regierungskommission des Saargebietes hat nach dem
Baden-Badener Abkommen die Verpflichtung, 17,5 Prozent der
Beamtengehälter in einem Jonds sicherzustellen und diesen Fonds
vpertbeständig anzulegen. Weiterhin ist vereinbart, daß als wert—
heständige Anlage angesehen werden soll die Verwendung des
GHeldes zu Bauswecken und seine Festlegung in Äypotheken aller
Art. Aus diesem Fonds mußs ein gewisser Betrag ausscheiden,
der notwendig ist zur Zahlung der laufenden Pensionen. Für den
Anfang sind 20 Millionen Fr. für die Bauswecke freigegeben.
Von diesen 20 Millionen Franken entfallen 13 Millionen auj
Dartlehen an Private, 7 Millionen auf staatseigene Wohnungs—
hauten. Von den 13 Millisnen sollen verwendet werden:
1 Million zur Ablösung von Nypotheken,
2 Millionen für Rumpibauten (das sind Bauten, die stecken ge⸗—
blieben sind oder, wie die Verwaltungskommission sie defi⸗
niert hat, Bauten, die über einen gewissen Stand hinaus
gediehen sind) und
10 Millionen für Bauten, die neu erstellt werden sollen, die
aber eriahrungsgemäß bei Stelluns der Anträge meist schon
im Bau begrifien sind.
Ich werde Ihnen die Artikel nun systematisch, entsprechend
hrer Reihenfolge in den Bestimmungen über die Gewähruns
von Darlehen, erläutern.
Die allgemeinen Bestimmungen.
In Artikel 1 ist zum Ausdruck gebracht, daß die Gewährung von
Darlehen in erster Linie an unmittelbare Beamte der Regie—
tungskommission erfolgen soll. Die Verwaltungskommission steht
zuf dem Standpunkt, daß man das nicht wörtlich nehmen soll,
denn das würde dazu führen, daß sämtliche Kommunalbeamte
zurücktreten müßten. Ich glaube, daß wohl im Beamtenbund für
diese Ansicht volles Verständnis herrschen wird. Auch will man
Private nicht ausschließen. Es ist aber selbstverständlich, und
dies ist auch die Ansicht der Verwaltungskommission, daß die
Privaten an die letzte Stelle zu rücken haben, daß die Beamten
vorgehen, da es sich ja sewissermaßen um ihre eigenen Ange—
legenheiten handelt. Jedenfalls ist nach dieser Weise bei der Be—
ratung verfahren worden.
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