diese Veröffentkichungen ebenfalls bewiesen worden, daß
in der Beamtenschaft wohl ein starler Wille zum Sparen
vorhanden ist, jedoch nur eine sehr schwache Sparfähigkeit
entfaltet werden kann, weil die Gehälter zur Erzielung
von Ueberschüssen viel zu gering sind; und außerdem ist
bei der allgemein bekannten, von der Regierung wieder—
holt bedauerten äußersten Knapphaltung der Beamten—
gehälter zu betonen, daß in den geringen sogenannten
Sparbetraͤgen nicht vorwiegend ersparte Haushaltsüber—
schüsse als vielmehr notwendige Rücklagen für in sicherer
Aussicht stehende üuftige Ausgaben zu vermuten sind
Jeder Familienhaushalt ist durch die Natur des Familien—
und Wirtschaftslebens so gestaltet daß auf der Ausgaben
seite Woche für Woche oder Monat für Monat nicht Gleich—
mäßigkeit besteht, sondern Sparperioden und Zuschuß
perioden miteinander abwechseln. Die Beschaffung von
Zommer- oder Winterkleidung nud vor allem der Winter—
vorräte in Küche und Keller verteilt sich nicht gleichmäßig,
sondern nach dem Wechsel der Jahreszeiten, so daß schon
dieser regelmäßig zeitliche Wechsel auch einen Wechsel der
Kassenbestände bedingt, ein An- und Abschwellen also auch
der Spar- oder Bankkonten.
Sind diese Schwankungen auch klein, so wirken sie sich
durch Summierung vieler tausend Konten und zeitweise
kapitalbildend für die Volkswirtschaft aus, so sehr auch
fraglich ist, ob diese jahreszeitlich bedingte Kapitalbildung
überhaupt als eine solche anzusehen ist. Doch ob nach der
bankwissenschaftlichen Auffassung als wirkliches Kapital
echt oder nicht, bleibt sich gleich; praktisch führt die Konten⸗
führung der Haushaltsgelder den Banken oder Sparkassen
vorübergehend Gelder zu; und den Weltspartag mithin
auch als einen Werbetag für die Anlegung von Gehalts,
konten bei Banken und Sparkassen auszuwerten, ist eine
geldwirtschaftliche Selbstverständlichkeit, zumal solche
Haushaltskonten ja auch Zinsen erzielen, und seien es auch
nur Zinspfennige. Sind doch gerade die Pfennige das
Saatkorn des Kapitals, die noch viel zu wenig gefeierten
unbekannten Soldaten auf dem Kampfplatz der Wirtschaft
den heutzutage siegreich zu bestehen oft genug von der
großen Kunst abhängt, nicht nur mit Pfennigen, sondern
gar mit Pfennigbrüchen zu rechnen, einer Kunst, die zu
üben das deutsche Volk während der Inflationszeit sich
leider gar zu sehr entwöhnt hatte.
Den Weltspartag lasse die Beamtenschaft nicht vorüber—
gehen, ohne auch ein festes und stolzes Bekenntnis dafür
abzulegen, daß sie nicht nur zu sparen willens und ver—
pflichtet sei, sondern auch in voller staats—
bürgerlicher Freiheit berechtigt, sich
seine eigenen Geldinstitute zu schaffen
Ein in der „Bankwissenschaft“ (Nr. 611926) erschienenen
und auch in der „Sparkasse“ (Nr. 13/1926) wiederholter
sehr lehrreicher Aufsatz von K. L. Sudan über das gewal⸗
tige Wachstum der amerikanischen Arbeiterbanken ist ein
Beweis dafür, daß in Deutschland sowohl Wissenschaft
wie Wirtschaft anfangen, den berufsständischen Spezial⸗
banken ihr wohlmeinendes oder auch gegnerisches Inter—
esse zu bekunden. Wohl ist Amerika und Deutschland wirt—
schaftlich nicht auf eine Stufe zu stellen, wohl fteht die ame—
rikanische Arbeiterschaft wirtschaftlich besser da als der
Durchschnitt der deutschen Beamtenschaft; dennoch läßt sich
kein Grund dafür finden, die den amerikanischen Arheitoranlen
an Alter zum Teil überlegenen deutschen Beamten—
anken nicht in der Idee anzuerkennen oder sie durch Be—
ämpfung daran zu hindern, daß sie im deutschen Wirt—
chaftsleben ein Machtfakltor werden könnten, vorausge—
etzt natürlich, daß sie von erstklassigen Bank⸗ und Finanz—
jachleuten geleitet werden und sich so vollkommen organisch
in die allgemeine Geld- und Volkswirtschaft eingliedern,
vie es nach übereinstimmenden Darstellungen seitens der
merikanischen Arbeiterbanken geschieht. Die Doppelkraft
des Geldes und der Organisation vollbringt überall Höchst—
eistungen, und diese so sieghafte Doppelkraft auch in der
Bestalt von deutschen Beamtenbanken zur Geltung zu
»ringen, sei unter allen Forderungen des Weltspartages
an die deutsche Beamtenschaft mit die dringendste.
Sparen ist eine wirtschaftliche Selbstverständlichket; das
Spargut schützen durch Wertbeständigkeit ist eine For—
derung des Volkes an die Regierung; Beamtengewerk—
schaftssache ist es, dafür zu wirken, daß dem Sparwillen
der Beamtenschaft auch ein besseres Sparenkönnen ermög—-licht
werde; Beamtenbanken zu Verwaltern und Mehrern
der Beamtenspargelder auszugestalten und immer fester
uuch mit Beamten-Lebensversicherungen zu verfslechten,
möge in erster Linie eine Mahnung an die Beamtenbanken
und ihre verwaltenden Organe sein: Den Weltspar—
dag so zu verstehen und auszuwerten vom
Standpunktedes Beamten, heißt zugleich:
dem Sparer huldigen,dem Beamtennützen,
der VolkswirtschaftzujungemKapitalver—
helfen und also dem Vaterlande dienen
durch Pflege einer gesunden Geldwirt—
schaft, eines Wirtschaftsgebietes, das
tiefer als jedes andere am Boden lag und
das zu voller Kräftigung aufzurichten
noch einer Arbeit von JZahrzehnten be—
darf. Diese Arbeit wird voll gelingen trotz der Erinne⸗
rung an die Inflation; war doch noch kein Erdbeben so
sttark, daß nicht die Menschen immer wieder Mut und Kraft
zefunden hätten, das Zerstörte wieder aufzubauen, und
war doch noch nie in Deutschland ein Unglück im Staate
größer als seine Beamtenschaft, die sich nicht unterkriegen
läßt.
Man müßte ja die deutsche Beamtenschaft nicht kennen,
um nicht bestimmt zu wissen, daß auch ein Weltspartag für
sie nicht nur von Forderungen an den Staat erfüllt ift,
sondern auch von treuen Taten ganz in dem Sinne, e ie
die Regierungen im Gefolge des Weltspartages erwarten
mögen.
Dienstgeheimnis und Presse
Zu den wichtigen Aufgaben der Beamten gehört die Wah—
ung der Dienstverschwiegenheit. Bei jeder Anstellung wird
hierauf hingewiesen und manche Formeln für den Dienst—
enthalten ausdrücklich das Versprechen über solche Gegen—
stände nicht zu reden oder zu schreiben, die geheim gehalten
werden müssen. Es leuchtet ein, daß ein pflichtvergessener
Beamter, der unbefugt Dienstgeheimnisse absichtlich verrät
oder leichtfertig ausplaudert, unabsehbaren Schaden damit
stiften kann. Schwebende Verhandlungen, bei denen es von
zrößter Bedeutung ist, daß die eine Partei der anderen nicht
in die Marton sehen kann, erfahren durch die Mreisaabe woe—⸗
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bei Rheumatismus, Hexen chuß
Gliederschmerzen, Ischias Neuralgien,
Folgeerscheinungen von Gicht u. Influenza.
Salit dringt durch die Haut in den Körper, belastet also im Gegensatz zu Medika⸗
menten, die man einnimmt, weder Magen noch Darm. Man frage seinen Arzt
Sall Sl onthtilt als wirlsamen Vestandteil 800/0 Salit. pur. Salit⸗Creme Rosq. Salit. pur.⸗ 7
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