Full text : 1.1926 (0001)

tschar danus
de volastuüumlichste Zgarette

X

j*
lebens beitragen könnte, um die sachliche Arbeit der Organi—
ationen zu fördern.
Die sogiale Lage der Beamtenschaft müßte einmal gründ—
lich untersucht und in das „helle Licht der Wissenschaft“ ge—
rückt werden. Ueber die Arbeiterfrage gibt es eine umfassende
wissenschaftliche Literatur, aber eine „soziale Frage des
Beamtentums“ hat bisher die Wissenschaft mit vielem Un—
recht verneint.
An Versuchen, die Wissenschaft mehr für das Beamten-—
wesen, für Beamtenfragen und Beamtenverhältnisse zu in
teressieken, hat es bisher innerhalb der Beamtenschaft nich
gefehlt. Eine gewisse Vorarbeit ist von verschiedenen Be
amtenorganisationen in dieser Hinsicht schon geleistet wor
den. Allein mit dem nötigen Ernst und Weitblick ist diese—
Problem bisher noch nicht in Angriff genommen worden
Es handelt sich um die Erfafsung des Beamten als solchen
und des Beamtenverhältnisses in seiner Gesamtheit und
zwar in historischer, rechtlicher, wirtschaftlicher, sogialer, ethi—
scher und kultureller Beziehung. Als Quellengebiete, als
Hilfs- und Grenzwissenschaften für die Schaffung einer
eigenen Beamtenwissenschaft kommen in Frage: Geschichte
Staatenkunde, Staats- und Verwallungsrecht, Volkswirt—
schaftslehre, Volkswirtschaftspolitik, Statistik, Finanzwissenschaft,
 Soziologie, Sozialpolitik und Philosophie. In allen
diesen Wissenschaften finden sich Bausteine zum systemati—
schen Aufbau der Beamtenwissenschaft.
Es erhebt sich nun die Frage: „Wie gelangen wir zur
Beamtenwissenschaft?“ Wir setzen großes Vertrauen in die
Beamtenhochschulbewegung, in die Beamtenakademien. Diese
sind heute zum Teil schon Forschungsstätten für die Beam—
tenwissenschaft geworden. So hat die Verwaltungsakademie
Berlin ihrer ersten Zweckbestimmung, der Lehre, die andere
„die wissenschaftliche Durchdringung des gesamten Beamten
problems im Wege ausbauender Forschung“, hinzugefügt
Ihr Vorlesungsverzeichnis enthält bereits eine Reihe von
Themen, wie sie auch Winters aufgestellt hat. Auch die
Westfälische Verwaltungsakademie in Münster hat erfreu—
licherweise neben der Lehre die „wissenschaftliche Bearbei—
tung der Beamtenfragen“ als ihre zweite Hauptaufgabe
dezeichnet und eine „Forschungsstelle für Beamtenfragen“
ins Leben gerufen. Es wäre zu wünschen, daß die Ver⸗
waltungsakademien allgemein die Beamtenwissenschaft in
den Rahmen ihrer Bestrebungen einbezaiehen möchten.

*
MAGGI* SUPppEM
schrnecken vorzuqlich. —
- Vlele Sorten - *
—A
va⸗

Unser Ziel muß sein ein nach Wissen und Können hoch—
tehendes Beamtentum zu schaffen, das sich mit dem Volke
enge verbunden fühlt. Eine Voraussetzung hierzu ist auch
die wissenschaftliche Erforschung des Beamtenproblems. Sie
vird von ungeheurer Bedeutung sein für die Erhaltung und
Förderung des Berufsbeamtentums, eine Angelegenheit,
vrelche nicht nur in hervorragender Weise dem Interesse der
Beamtenschaft, sondern auch schten Endes dem Wohle von
Staat und Volk dient. L. M.

IIIXNMIIIMA-Ein

 Beitrag zum Weltspartag
Von Hermann Ehlers, Bremen.
Sparen, trotz der betrogenen Sparer — das ist der Sinn
des zum Weltspartag erhobenen 31. Oktober! Nur
rein weltgeschichtliches Drama, wie der Weltkrieg es war,
'sonnte es möglich machen, eine so alltägliche Selbstver—
tändlichkeit, wie die Notwendigkeit des Sparens, zu einer
Angelegenheit von solcher Wichtigkeit zu erheben, daß ihr
ein für die ganze Welt geltender Weihetag gewidmei
wurde.
Der Weltkrieg als geschichtlicher Untergrund einer welt—
wirtschaftlichen Revolution hat ja auch auf keinem Ge—
hiete so erschütternd und umschichtend gewirkt, wie auf dem
Bebiete des Geldes. Geld regiert die Welt, sagt ein altes
Wort; aber daß die Weltgeschichte auch Geld regieren kann,
— DD
ind seiner Nachwirkungen. Der Weltspartag hätte keinen
Sinn, läge in ihm, angesichts der betrogenen Sparer, nicht
der Charakter eines Bußtages als eines Tages der Reue
ind zugleich eines Tages der Gelübde für eine bessere Zu—
unft.
Man kann verstehen, wenn die heutigen Regierungen
nicht offen aussprechen, daß sie es waren, die das Ver—
prechen der Inflation auf dem Gewissen haben, sei es aus
Mangel an geldwirtschaftlicher Erkenntnis, sei es ans
Feigheit gegenüber der immer steuerscheuen, aber doch
nächtigen Masse. Doch darf man es als gewältigen Fort—
schritt verbuchen, daß der Weltspartag, obwohl noch nicht
sehr volkstümlich, doch als gerade hochoffizielle Einrich—
tung den Regierungen Gelegenheit gibt, sich gegenseitig
von Land zu Land und über die Meere durch Kundgebun—
gen und Depeschen feierlich dahin zu verpflichten. die Völ—
ker zum Sparen zu erziehen und sich selbst vor der Tod—
sünde der Inflation zu verwarnen. Natürlich sind diplo—
matische Schriftsätze niemals so deutlich abgefaßt, daß sie
Brobheiten gegen sich oder andere enthalten; immerhin
aber ist die Einrichtung des Weltspartages an sich schon ein
Bekenntnis, daß es eine geldwirtschasftliche Schniach von
allergrößtem Ausmaß zu sühnen gibt und daß sich die Re—
gierungen dieses Sühnewerkes auch bewußt sind
Was aber wichtiger ist als der gute Wille einer Re—
gierung, das ist der felsenfefte Wille eines gequälten
Volkes, sich keine Inflation wieder gefallen zu — Jetzt
weiß das Volk, daß Inflation eine Untat ist, die nur ge—
schehen kann, wenn eine Regierung sie aus irgend einer
Schwäche vollbringen will und das Volk zu unwissend ist,
diesen bösen Willen und seine Maßnahmen nicht zu er⸗
ennen. Das Voltk ist mehr denn je zum Sparen erzogen
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.