Full text : 1.1926 (0001)

Lebensmitteln und Wintervorräten. Auch dieser Antrag
wurde zuerst abgelehnt, vierzehn Tage später alsdann ge—
nehmigt für die Gruppen I2.VII. Nunmehr konnte auch
die schon im Juli beschlossene Umgruppierungsaktion für die
gesamtc Beamtenschaft aufgenommen werden. Ihr war ein
erfter Erfolg beschieden mif dem Urteil der Personalkommis
sion zur Frage der Lehrereingruppierung. Ihren Abschluf
hat sie in Baden-Baden durch den dort vereinbarten amt
lichen Gruppenvergleich gefunden. Wir buchen ihn als
Fortschritt.
Mittlerweile war nach dem für die Beamtenschaft verloren
gegangenen Prozeß auch der Schritt an den Völkerbund ge—
kan und hatte zu keinem Ergebnis geführt. Da wandte sich
die Beamtenvertretung an die deutsche Reichsregierung und
bat um deren Unterstützung. Die Vorgänge bis hin zu den
Beden-Badener und letzten Berliner Verhandlungen dürfen
bei Ihnen als bekannt vorausgesetzt werden. Ueber die letz
ten Verhandlungen auf dem hiesigen Generalsekretariat und
über den augenblicklichen Stand der in Baden-Baden zuge
sicherten Besoldungsreform werden wir besonders berichten
Zusammenfassend glaube ich zur Behandlung der Besol
dungsangelegenheit durch die Bundesleitung sagen zu dür
fen, daß nichts versäumt wurde. Baden-Baden hat uns ent
täuscht. Enttäuscht hat uns auch Berlin nach all den ge
gebenen Mai- und Juli-Zusagen. Geben wir uns darum für
die kommende Entscheidung des neugebildeten Kabinetts, un
mit Herrn v. Friedberg zu reden, keinen Illusionen hin
Dann erleben wir wenigstens nicht neue Enttäuschungen
Die jetzige saarländische Besoldungsreform ist keine Enttäu
schung für uns; wir haben nichts anderes erwartet. Bei An
erkennung der Vorteile, die die augenblickliche Regelung
gegenüber der bisherigen Besoldungsordnung bringt, bleiben
doch noch so viele Forderungen unsererseits unbefriedigt, daß
es ganzer Kraft auch in der Zukunft bedarf, uns an das
Ziel unserer Wünsche zu bringen.
2. Die Besoldungsfrage ist von der Pensionsfrage
nicht zu trennen. Wir sind an dieser nicht minder interes—⸗
siert als an jener. Auf Wunsch der Altpensionäre haben wir
sowohl selbst wie auch mit Hilfe des Deutschen Beamten—
bundes den Abbau der 5prozentigen Saarzulage zu verhin—
dern versucht, leider ohne Erfolg. Für die Neupensionäre
haben wir bei der Regierungskommission die Gewährung der
Wintervorschüsse für die Gruppen ICVII beantragt und ge—
nehmigt erhalten. Auf Grund der Darstellung des Herrn
d. Friedberg am 30. Oktober v. Irs. über den Stand der
Pensionsfrage in den Baden-Badener Verhandlungen glaub—
ten wir uns der Hoffnung hingeben zu dürfen, daß die sämt
lichen Pensionslasten vom Reich nach deutschen Bestimmungen
übernommen würden, was uns hoffen ließ bezüglich der Aus—
wirkung auf die Gehaltsfrage. Leider haben die Dezember—
vrrhandlungen die Situation vollkommen verändert, wie—
derum zu unser aller Ungunsten. So findet nun also auch
die Pensionsfrage ihre Erledigung in den kommenden Kabi—
noettsbeschlüssen. Wenngleich nach dieser Seite hin die Aus—
sichten nicht ganz so ungünstig erscheinen, möchte ich dennoch
auch hierzu an Herrn v. Friedbergs Wort erinnern: .Geben
Sie sich keinen Illusionen hin!“
3. Ueber die Bauaktion des Beamtenbundes ist in der
letzten Nummer unserer Zeitschrift eingehend berichtet, se
daß ich mir weitere Mitteilungen darüber ersparen kann. Mit
einer Eingabe vom 4. Januar ds. Irs. haben wir die Regie—
rungskommission gebeten, uns bei Verwendung des Pen
sionsrücklagefonds für Beamtenwohnungen gebührend zu be—
rücksidrtigen. Eine Antwort darauf ist uns seither nicht zuge—
gangen. Ebenso steht die Antwort des Reichsarbeitsminifte—
riums auf unsere Juli-Eingabe noch aus.
4. Bei aller uns aufgenötigten materiellen Einstellung hat
die Bundesleitung doch die ideelle Seite der Beamtenfragen
nicht dergessen und darum z. B. die Frage der Krankenunterstützung
 nie aus dem Auge verloren. Eine Ent—
scheidung ist hier noch nicht gefallen. Es wird nach wie vor
unsere Aufgabe sein, auch nach dieser Seite hin unseren Mit.
gliedern Hilfe zu verschaffen. Die deutsche Not standsbeihilfe
 muß auch bei uns verwirklicht werden

5. In den letzten Tagen ist ein Vertrag zustande gekommen
zwischen der Leilung der U. T., der Kammer-Lichtspiele und
des Apollo-Theaters und uns, wonach unsere Mitglieder
gegen Vorzeigung ihrer Mitgliedskarten auf allen Plätzen
Frmäßigung erhalten. Näheres darüber bringt der
„Beamtenbund“.
Zusammenfassend darf ich zur Behandlung wirtschaftlicher
Fragen durch die Bundesleitung sagen, daß hier der Schwer—
punkt der ganzen mühevollen und dazu so undankbaren Ar—
beit lag. Wenn auch die letzten Ziele nirgends erreicht sind
so dürfen doch auch hier Fortschritte verbucht werden.
e) Was hat die Bundesleitung getan in der Beratung
der angeschlossenen Verbände?
Es kann mit Genugtuung festgestellt werden, daß das
Interesse der dem Bunde angeschlossenen Verbände an ihrer
Spitzenorganisation in ständigem Zunehmen begriffen ist. In
mehreren Fällen haben Vereine und Verbände die Unter—
tützung des Bundes nachgesucht und gefunden. Wie in
der Vergangenheit, wird auch in der Zukunft der Beamten—
und seine Hilfe allen Verbänden und Mitaliedern zu—
Lerfügung halten.
Es darf ferner festgestellt werden, daß das Verhältnis der
Verbände und Säulen untereinander ein gutes ist. Wir
haben die begründete Hoffnung, daß durch die Arbeit der
Bundesleitung und vornehmlich durch unsere neugegründete
alle Mitglieder verbindende Bundeszeitschrift die einzelner
Teile der saarländischen Beamtenschaft sich immer besser ver
stehen, achten und unterstützen werden.
d) Was hat die Bundesleitung getan in der Vertretung
allgemeiner Standesfragen?
Ich babe schon wiederholt verschiedentlich Gelegenheit ge
—D0
Wir stellen mit Befriedigung fest, daß durch die Herausgabe
ursserer Zeitschrift die Plattform des Bundes für die Vertre—
tung allgemeiner Standesfragen wesentlich erweitert worden
ist und unserer ganzen Arbeit größerer Nachdruck verliehen
vird. Auch an dieser Stelle sei darum dem Bundesausschuß
nochmals herzlich gedankt für seinen November-Beschluß
Wir hoffen, daß der neue „BPeamtenbund“ bald un—
ieren ämtlichen Mitgliedern als unbedingte Notwendigkei!l
erscheint, und daß damit auch der Grund entfällt für gewisse
Befürchtungen, die man uns geäußert hat, und für die wir
oolles Verständnis haben.
In der Arbeitsgemeinschaft der Beamten—
derbünde ist der Beamtenbund durch die Bundesleitung
vertreten und mit der Federführung betraut. Mit den
GBliederen der Arbeitsgemeinschaft, der Ver
ezinigung der höheren Beamten, dem Verband der Büro—
angestellten und-Beamten, dem Butab und der Gewerkschaff
deutscher Eisenbahner, haben wir die Besoldungsaktion
Schulter an Schulter durchgeführt.
Mit dem Verband der Lokomotioführer
und dem Einheitsverband deutscher Eisen—
bahner, die nicht zur Arbeitsgemeinschaft gehören, sind
vir erstmalig wieder durch die Baden-Badener und Berlinern
Verhandlungen in Verbindung gekommen. An dem seit
herigen Verhältnis hat sich dadurch nichts geändert.
Mit den Arbeitergewerkschaften haben wir keine
Fühlung aufgenommen. Gewisse Vorkommnisse haben uns
hier zur Vorsicht gemahnt. J
In enger Verbindung standen wir dagegen im vergangener
Herbst anläßlich des Schrittes an den Völkerbund mit dem
Landesrat und einzelnen seiner Mitglieder.
Auch gegenüber den gesetzgebenden Körper
schaften des Reiches und der Länder haben wir
ie schriftlicher wie an mündlicher Aufklärung nicht fehlen
lassen.
Mit dem deutschen und bayerischen Beamten—
hund ist ein dauernder Austausch von Schriftsätzen und
Zeitschriften vereinbart und durchgeführt.
Eine Vertretung allgemeiner Beamtenfragen ergab sick
auch anläßlich der eingeleiteten Bauaktion gegenüber der
Rheinischen Wohnunasbaufürsora'e in Düssel
            
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