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Der Veomtenbund

Der Beamkenbund erscheint wöchent⸗
lich einmal, und zwar Samstags.
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drel Tage vor dem Erscheinungstage.

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Zeitschrift
des Beamtenbundes
des Saargebietes

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. Jahrgang
F

Saarbrücken, den 30. Oktober 1926

Nummer M

Der deutfche Beamte der Gegenwart unod Zukunft

Auf der Tagung des sächsischen Gemeinde-Beamten—
bundes in Dresden am 19. September nahm Reichsinnen—
minister Dr. Külz Anlaß, sich in einer groß angelegten,
programmatischen Rede über Wesen und Aufgaben der Be—
amtenschaft zu üußern. Er führte u. a. aus, daß es scheinen
wolle, als ob sich in der inneren und äußeren Struktur der
Deutschen Beamtenschaft wenig geändert habe. Das sei
aber nicht zutreffend. Im Verhaltnis zwischen Beamten—
schaft, Staat und Vollsgemeinschaft, zwischen Beamten—
schaft und Wirtschaft und auch im Innern des Gesamt—
körpers der Beamtenschaft selbst hätten sich doch grund
legende Wandlungen vollzogen. Eine Voraussetzung dazu
set, daß wir vom Obrigkeitsstaat auf den Weg zum Volks
staat gekommen sind. Der grundsätzliche Unterschied, daß
der Obrigkeitsstaat von Obrigkeit zu Untertan, der Volks
staat aber von Mensch zu Mensch arbeitet, ist natürlich au
die Auffassung und die Tätigkeit der Beamtenschaft nich
ohne Einfluß geblieben. Wer sich als Beamter dem Staa
munerlich verbunden fühle, werde bei allen seinen amtlicher
Maßnahmen erfüllt sein von dem Streben, dieses Gefüh
des Verbundenseins mit dem Staate auch bei allen denen
zu erwecken oder zu erhalten, denen er diene, d. h. bei aller
Volksgenossen. Denn der Beamte sei Diener der Gesamt
heit, nicht Diener der Partei. Vornehmstes Gebot für die
Beamtenschaft sei daher eaeee Verbundensein mit dewm
Staate. Daraus ergebe sich aber die Forderung: Verbun
densein des Staates mit der I Wenn auch der
Staat in den letzten Jahren in bitterster Selbsterhaltungs
not der Beamtenschaft viel Schweres zumuten mußte, o
er sich doch der Pflicht dieses Verbundenseins bewußt. Aben
das Treueverhältnis zwischen Staat und Beamtenschaf
schaft müsse auf beiden Seiten lückenlos sein. Bekenntnis
der Beamtenschaft zu diesem Staate und Bekenntnis des
e, zu seinen Beamten, das sei der wesentlichste Inhalt
ieses Treueverhältnisses, das sei zugleich auch das Funda⸗
ment des Berufsbeamtentums.

An die Gefahren erinnernd, die dem Berufsbeamtentum
drohen, betonte der Minister mit besonderer Stärke, daß
„das Berufsbeamtentum auch im Volksstaat eine Staats—
notwendigkeit seit. Nicht Abbau des Berufsbeamtentums,
e Festigung, Modernisierung, Stärkung der Lei—
stungsfähigkeit, das seien die Forderungen der Gegenwart
und Zukunft und zwar Forderungen, die nicht etwa allein
aus beamtenpolitischen, sondern vor allem aus staats—
politischen Gründen zu — 388— eg In Verbindung da⸗
mit ging der Rednet auf das Beamtenrecht ein, das seit
einiger Zeit in seinem Ministerium fertiggestellt ist, und

vor dessen Abschluß eine Stellungnahme mit den Vertre—
tungskörpern der Beamtenschaft stattfinden wird.
In den weiteren Ausführungen sprach er über die Dienst—
strafordnung und das Beamtenvertretungsgesetz. Zur viel—
genannten Verwaltungsreform führte er aus: Die einen
meinen dabei Behördenreform, die anderen Büroreform,
aber es gibt auch noch eine dritte Art von Verwaltungs—
reform, die davon ausgeht, daß die Selbständigkeit, die
Leistungsfähigkeit und die Arbeitsfreude die besten För—
derer und Mehrer des Nutzeffektes aller Verwaltungsarbeit
ind. Das große Kapital, das in der Erfahrung und in der
pPflichttreue der Beamtenschaft verkörpert ist, kann noch
weit mehr als bisher in bare Münze umgesetzt werden.
Besondere Jusertewt fanden die Ausführungen des
Dr. Külz über Beamtentum und Wirtschaft. Der Redner
Ie e daß Staat und Wirtschaft nichts Gegensätz—
iches —* ondern daß die Wirtschaft dem Staat dienen
und ihn stützen helfen müsse, der Staat aber die ihm die—
nende Wirtschaft fördern und schützen müsse. Hieraus er—
Jgebe sich auch die richtige Erkenntnis des Verhältnisses
wischen Beamten und Wirtschaft. Das Streben der Be—
amtenschaft nach gesicherter Existenz, nach einer möglichst
vollkommenen Beamtenbesoldung sei durchaus berechtigt
und notwendig. Es müsse anerkannt werden, daß die VBe—
amtenschaft sich darüber klar sei, daß ihre materiellen For⸗
derungen auch sittlich berechtigt sein müßten, und daß sie
nicht lediglich mit dem Rechenstift aufgestellt werden könn—
ten, sondern daß sie eingeordnet werden müßten in den
Kreis der Gesamtinteressen des deutschen Wirtschafts- und
Staatslebens. Die Wirtschaft aber solle auch nicht verken⸗
ten, daß ein ganz erheblicher Teil der Arbeit der Beam—
tenschaft ihr selber gilt, und daß sie deswegen ein unmittel—
bares Interesse an der Leistungsfähigkeit der deutschen Be⸗
amtenschaft habe: Denn dienen z. B. die Beamten der
Eisenbahn, der Post, sämtlicher Verkehrseinrichtungen. der
gren
ist keine Kunst, wenn
es am rechten Ort geschieht.
Verwenden Sie doch auch
Seelig's kand. Kornkaffee.
Sse sparen dann auf
angenehme Art.

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