versetzt werden kann, wenn das von ihm verwaltete Am—
infolge einer Umbildung der Reichsbehörde aufhört. Bei
dem Personalabbau, den das Reichsfinanzministertum
vorgenommen hat, handelt es sich aber nicht um eine Um—
bildung der Behörde im Sinne der gesetzlichen Vor—
schriften, sondern um eine Geschäftsumbildung mit dem
Ziele einer Vereinfachung der Geschäftsführung, wohin—
gegen die Dienstaufgaben vorhanden bleiben und von der
Neugestaltung nicht organisch berührt werden. Da die Un—
kündbarkeit des Beamten ein wohlerworbenes Recht dar—
stellt, so haben die Beamten aller Grade an diesem auf—
sehenerregenden Vorgang ein Interesse und allen Anlaß,
sich mit Entschiedenheit gegen ihn zu wenden. Zugleich
nnge der Bundestag zum Ausdruck, daß er mit Besorgnis
die Entwicklung verfolgt, welche auf beamtenpolitischem
Sebiet im Reichspostministerium angebahnt worden ist
wo mehr und mehr dazu übergegangen wird, Beamte durch
Angestellte und Arbeiter zu ersetzen. Das Personal der
Deutschen Reichspost muß im Interesse von Staat und
Volk, im Interesse des Bries-, Telegraphen- und Fern
sprechgeheimnisses, im Interesse der hohen kulturellen Auf
gaben der Deutschen Reichspost seine Stellung als Berufs
beamte behalten. In diesem Zusammenhange wird die
Erwartung ausgesprochen, daß beispielsweise die vom
Reichspostministerium beabsichtigte Neuorganisation des
Landpostwesens mit seiner zwangsläufigen Verminderung
der vielen auf dem flachen Lande und in kleinen Orten im
Reichsdienste tätigen Beamten aus staatspolitischen, wirt
schaftlichen und betrieblichen Gründen einer Nachprüfung
unterzogen wird.
Drucksache Nr. 8. Entschließung.
Der Bundestag des DBB. ist der Auffassung, daß die
nunmehr seit Jahren anhaltende öffentliche Hetze weitester
Volksteile gegen die Bamtenschaft insbesondere die Be
amtenschaft der Reichsfinanzverwaltung, zu einer der
brennendsten Staatsfragen geworden ist. Die Beamten—
schaft hat ein Recht auf energischen und ausreichenden
Schutz ihrer pflichttreuen Glieder. Der Bundestag erhebi
seine warnende Stimme und fordert, daß dieser Schutz ge—
währt wird, da sonst die schwerwiegendsten Folgen unnver—
meidlich sind.
Der Bundesvorstand wird beauftragt, bei der Reichsund
den Staatsregierungen sowie den Parlamenten ernste
Vorstellungen zu erheben und auf energischen und aus
reichenren Schutz der Beamtenschaft zu dringen.
Um 3 Uhr schließt Kollege Flügel den Bundestag mit
Worten des Dankes an die Versammlungsteilnehmer
Wir fsind am Ende einer Tagung von historischer Be
zeutung, von gewaltiger Kraft; einer Tagung, wie sie in
der —— dy deutschen Beamtenbewegung einzig da—
steht. Wir tragen diese beglückende und verpflichtende Er
fahrung tief in unserem Herzen. Sie klingt uns wider
aus dem Chor der öffentlichen Meinung.
In solcher Stunde soll man nicht viele Worte machen
Höher als das Wort fteht die Tat. Tat aber setzt Willen
zur Tat voraus. Ich bin überzeugt, in unser aller Herzen
brennt der Wille, den hohen und großen Ideaglen, die
diese Tagung als weithin leuchtendes Fanal aufgerichtet
hat, Leben zu geben.
Wir gehen nun heim, und jeder von uns nimmt ein
volles Maß von Samenksrnern künftiger Entwicklung
mit. Die wollen wir ausstreuen, jeder auf seinem Arbeits
felde; und wir wollen die Keime, die daraus sprießen
hegen und pflegen, auf daß sie werden und wachsen zu
starken, lebensfaͤhigen und lebenskräftigen Bäumen der
Erkenntnis, der Erkenntnis dessen, was dem deutschen
Beamtenbund, was der deutschen Beamtenschaft, was dem
deutschen Volke nottut.“
Mit einem freudig aufgenommenen Hoch auf den Deut
schen Beamienbund schließt die dentwürdige Tagung.
Eine vom Kollegen Kaulfunß verfaßte und verlesene
dnvane sei hier noch miigeteilt:
Der 8. Oktober 1926.
Das war der Anfang des Weges zum Glücke:
Deutschlands Führer in großer Zahl,
Lenker und Leiter unserer Geschide,
Mit tausend deutschen Beamten im gleichen Saal,
Die an getrennten Ufern standen,
Bis sie im Bruderkreise fanden
Zueinander die Brücke.
Nun ist der Weg der Verheißung beschritten
Hier noch ein Graben, da noch ein Stein.
Aber, was wir erlebt und erlitten,
Nann kein unübersteigbares Hindernis sein
Bleicher Geist zieht die gleichen Kreise
Jeder strebt auf seine Weise
Zu dem Brudar inmitten.
Denn wir sind Brüder in gleichen Nöten,
Von gemeinsamen großen Gefahren bedroht
Weil der Wille, unseren Geist zu toͤten,
Weiter wie wabernde Flamme loht.
Soll darin unser Recht verbrennen?
Weg die Schranken, die trennen,
Auf zu besseren Morgenröten!
Nun geht alles wieder gewohnten Gang. Großes Er—
eben liegt hinter uns. Der Deutsche Beamtenbund ist auf
gelöst worden. Ersßer und mächtiger ist er auferstanden
1106 000 Beamte haben sich in ihm vereinigt. Andere Or
ganisationen werden sich in der nächsien Zeit anschließen
In nicht allzuferner Zukunft wird es nur eine einzige
deutsche Beamtengewerkschaft geben.
Für uns im Saargebiet haben diese Vorgänge noch eine
Janz besondere Bedeutung. Aus eigener Erkenntnis her—
aus und bestärkt durch die Vorgänge im Reich, sitzen auch
hei uns in diesen Tagen die Führer der einzelnen Beamsen—
organisationen in ernster Beratung zusammen. Grund—
sätzlich ist man sich bereits einig. Es steht zu erwarten
daß in Kürze auch die gesamte Saarbegmtenschaft stlos
bis auf den letzten Mann geeinigt ist in einem, in
deutschen Saarbeamtenbund. Von ganzew
Herzen dazu ein freudiges „Glück auf!“
Karl Schneider.
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3
Vonnlete ensen⸗Pecummeunß
am Mittwoch, den 27. Olt ber, nachm. 3 Uhr
im großen Saale des Iohannishofes,
Saarbrücken 3
Tagesordnung:
1. Das Bauprogramm der Regierungs-Kommission
nebst Winken für Bauende.
Referent: Herr Ministerialrat Hausmann.
2. Aussprache.
3. Gründung einer Baugenossenschaft zum Zwecke der
Bauberakung.
Es liegt im Interesse eines jeden Beamken, der jetl
oder späker zu bauen gewillt ist bzw. sich überhaupt für
die Frage inkeressiert, die Versammlung zu besuchen.
Architekten und sonstige Interessenten sind als Gäste
willkommen.
Der Vorstand.
gez. J. A:: Schneider.