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UI 060 i 6 —4 3117 —769
Zeitschrift
des Beamtenbundes
des Saargebietes
Lerantwortlich: E. Pallmann, Saarbrücken 3, Dudweilerstraße 77, Fernsprecher 4334.
Geschäftsst. des Beamtenbundes des Saargebietes: Saarbrücken 2, St. Johannerstr. 55, Fernspr. 3055, Postscheckkonto 1700 Saarbrücken
Druck und Verlag: Saarbrücker Druckerei und Verlag A.G., Saarbrücken 3. Rathausplatz 5. Fernsprecher Nr. 460-462.
J. Jahrgang Saarbrücken, den 30. Januar 1920
Nummer 5
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Bericht über das Oeschäftsjahr 1925
Vortrag des 1. Vorsitzenden des Beamtenbundes, gehalten in der Jahres-Ausschußsitzung am 21. Januar 1926 im
NRyohannishof“ z2u Saarbrückon
Meine verehrten Damen und Herren!
Die letzte Jahresausschuß-Sitzung des Beamtenbundes
hat am 28. Mai 1925 stattgefunden. Der 1. Schriftführer
des Beamtenbundes, Herr Pallmann, hat in dem damals er—
statteten Jahresbericht alle für die Beamtenschaft wichtigen
Geschehnisse des Jahres 1924 bis einschließlich Mai 1925 ge—
würdigt. So kann ich mich denn in meinem heurigen Ge—
schöftsbericht auf die Darstellung der uns berührenden Dinge
aus den letzten sieben Monaten beschränken.
Am 28. Mai 10925 legte der damalige 1. Vorsitzende des
Beamtenbundes, Herr Kreisschulrat Hemmerling
wegen Arbeitsüberlastung sein Vorsitzendenamt nieder. Da—
mit schied ein Mann, der es verstanden hatte, mit großer
Klugheit, vornehmer Gesinnung und feinem diplomatischen
Geschick das Bundesschifflein auch durch die schwierigsten
Lagen sicher hindurchzusteuern, aus der Leitung des Bundes
aus. Der Bundesausschuß dankte Herrn Hemmerling für
seine dem Bunde geleisteten Dienste durch einstimmige Wahl
zum Ehrenvorsitzenden des Beamtenbundes.
In der gleichen Sitzung gab sich der Beamtenbund erst
malig eine rechtskräftige Satzung mit ihren verpflichten;
Bestimmungen für Ausschuß, Vorstand und Bundes
eitung.
Wenn ich heute dem Ausschuß Bericht erstatte über die
Tötigkeit der Bundesleitung in den verflossenen sieben
Monaten, so tue ich es als Anwalt der zehn Männer, denen
Sie die Geschicke der uns angeschlossenen Beamtenschaft an
vertraut haben. Wir sind Ihnen Rechenschaft schuldig über
die Art und Weise, wie wir Ihre Belange und die von 9000
deutschen Beamten vertreten haben.
Wenn irgendwo über irgend etwas ein Urteil gefällt wer
den soll, dann ist auch stets ein Beurteilungsmaßstab vor
handen. Unser Wertmesser ist die Bundes-Sakung. Sie be—
agt in 82:
Der Bnnd bezweckt:
2) die Bearbeitung der Beamtenfragen;
b) die Behandlung wirtschaftlicher Fragen;
c) die Beratung der angeschlossenen Verbände;
d) die Vertretung allgemeiner Standesfragen.
Ansihr nur darf unsere Arbeit beurteilt werden: denn sie
allein war für uns richtunggebend.
a) Was hat die Bundesleitung getan in der Bearbeitung
von Beamtenfragen?
l. Mit Eingabe vom 26. September v. Irs. wurde die
schon mit Schreiben vom 18. März und 25. Mai 1925 aus⸗
gesprochene Bitte um Angleichung des Erholungs—
urlaubs an die deutschen Urlaubsbestimmungen erneuert.
Eine Entscheijdung hierüber ist bis jetzt nicht erfolat.
2. In der Frage der örthichen Beamtenvertre
tung, die im Beamtenstatut bereits vorgesehen und zwischen
zeitlich schon verschiedene diesbezügliche Eingaben veranlaßt
hatte. murde die Regierungskommission erneut an die Ein—
richtung von Beamtenausschüssen und einer Beamtenkammen
erinnert; bis jetzt leider ohne Erfolg. Gewisse Vorkomm—
nisse ließen es tunlich erscheinen, mit Eingabe vom 20. Sep—
teniber 1925 auch der Reichsregierung gegenüber die Aner—
kennung der örtlichen Beamtenvertretung zu fordern. Auck
auf diese Eingabe ist eine Antwort bis jetzt nicht eingegangen
3. Die Verbesserung der saarländischen Diätenord—
nung und ihre Angleichung an die Reichssätze wurde auf—
merksam verfolgt. Es kann mit Befriedigung festgestell!
verden daß diese Frage — nach einer Bemerkung des Gene
ralsekretärs Morice in der Sitzung am 16. 1. 25 — durch die
jetzige Besoldungsreform in unserem Sinne entschieden ist.
4. Leider sind die Härten in der Ortsklassenein—
teilung noch nicht beseitigt. Auch hier warten wir noch
immer auf eine Entscheidung über unsere Eingabe vom Mai
vorigen Jahres.
5. Ueber die Verbesserung des Besoldungsdienst
alters steht ebenfalls noch eine Entscheidung der Regie—
rungskommission aus. Die größten Härten sind zwar ver
schwunden, doch sind noch eine gewisse Anzahl herechtiate
Forderungen unerfüllt.
Zusammenfassend darf ich sagen, daß die Bundesleitung
keine der z. 3t. schwebenden Beamtenfragen auch in
diesem Zeitabschnitt aus dem Augeverloren hat, daß
einige Fortschritte verbucht werden dürfen, und daß
auf die restlichen Fragen noch die Entscheidunaen der
Regierungsstellen ausstehen.
b) Was hat die Bundesleitung getan in der Behandlung
wirtschaftlicher Fragen?
1. Seit mehreren Jahren schon steht die Beamtenschaft in
härtestem Besoldungskampfe. Was aber in den verflossenen
ieben Monaten für die Besoldungsaktion an Kraft
und Zeit hat aufgebracht werden müssen, übersteigt um eir
Vielfaches alles Vorangegangene. Ich kann es mir schenken
hier noch einmal auf sämtliche Einzelheiten aller Kampfes—
phasen einzugehen. Unsere Rundschreiben, unsere Berichte
in den Ausschuß-Sitzungen und seit kurzem auch unsere Bun—
deszeitschrift haben Sie über alles Bemerkenswerte und
Wissensnotwendige rechtzeitig und ausreichend aufgeklärt
Am 18. Juni 1925 war die letzte Besoldungsregelung erfolgt.
Anut 3. Juli haben wir mit einer Sondereingabe die Notlage
der unteren Gruppen zu mildern gesucht, ohne Erfolg. Am
4. September beantragten wir die Gewährung einer Winterzeschaffungsbeihilfe;
der Antrag wurde abgelehnt. Am 22.
Zeptember erbaten wir Vorschüsse für die Eindeckung mit