Full text : 1.1926 (0001)

rufsschichten, auch des Mittelstandes und der Arbeiter.
haft, in bezug auf die Interessen der Beamteuschaft für
uins zu gewinnen. Wenn unsererseits die große Notlage
weitester Schichten des deutschen Volkes durchaus erkann
und gewürdigt sind, so muß andererseits die Erkenntnis
im deutschen Volke Gemeingut werden, daß mit einern
Rechtlosmachung, Verelendung und dauernden Beunruhi—
gung der deutschen Beamtenschaft diesen notleidenden
Volksschichten nicht nur nicht gedient wird, sondern auch
die wesentlichsten Voraussetzungen für ein gut geleitetes
Staatswesen untergraben werden. Es darf auch nicht ver
gessen werden, daß der Becantenheruf in einem gesunden
organisch aufgebauten und gut geleiteten Staatswesen den
heranwachsenden jüngeren Volksgenossen auch auß? alb
der Beamtenfamilien einen sozialen Rufftieg bietet.
Der Berufsbeamtenstand muß selbstverständlich sich selbst
seiner Bedeutiing und Verantwortung im Staatswesen be—
wußt sein. Es ist eine geschichtliche Tatsache, daß Vreußen
das, was es geworden ist, zum guten Teil durch seine Be—
amten wurde. Jedes Blatt der preußischen CGeschichte ist
ein Ruhmesklatt seiner Berufsbeamten, und es ist nicht au
viel gesagt, daß vas heiche unterschieds!s für alle an—
deren deutschen Länder und auch für das Deutsche Reich
Destung hat. An dieser Tradition und ihren bewährten
Grundlagen anknüpfend, soll unsere Gemeinschaftsarbeit
beginnen. In die praktischen Aufgaben der Begmten
stanespolitik wachsen wir dann ganz von selbst hinein.
Und nun, liebe Kollegen, laßt es genug sein mit den
Besprechungen. Verhandsungen und Organisationsbetroch
tungen. Die Zeit ist erfüllt. Unsere Kollegen in allen
dentschen Gauen, das Vaterland, warten auf unser Werk
Laßt uns im Vertrauen zu einem gütigen Geschick und auf
unsfer Können an die Arbeit gehen.
Ruch die Nusführungen des Herrn Gutsche lösen starken
Beifall aus, der sich zur großen Ovation steigert, als sich
die beiden Führer die Hände reichen. — Es war ein denk—
würdiger Augenblick.
Hierauf wird heschlossen:
„Die am 8. Oklober 1926 in Berlin versammelten ge
wahlten Vertreter der im Deutschen Beamtenbund und im
Gesamtverband Deutscher Beamtengewerkschaften organk
sierten Mitglieder konstituieren sich als Gründungsver
sammlung des durch den Zusammenschluß der vorgenann
ten Spitzenorgantsgtisgnen entstandenen neuen gewerkschaft
licken Beamtenbuudes und geben diesem den Namen
Demntscher Beamtenbund“.
Der Bund macht die Satzungen einschließlich der mit dem
DSB. vereinbarten, auf dem 5. ordentlichen Bundestag
beschlossenen Aenderungen des seitherigen Deutschen Be—
amtenbundes zu den seinigen desaleichen übernimmt er
dessen Programm.
Der neuc Bund übernimmt die Aktiven und VPasstven so—
wohl des seitherigen Deutschen Beamtenbundes als auch
des Gesamtverbandes der Deutschen Beamtengewerk—
schaften sowie die sonstigen aus den geschlossenen Vereins—
verträgen sich ergehenden Rechte und Pflichten; er ist der
Rechtsnachfolger beider vorgenannten bisher selbständigen
Spitzenorganisationen.“
Nunmehr begrüßt Kollege Flügel!l namens des Deut
schen Beamtensssndes den Reichskanzler Dr. Mary
die Reichsminister Kül z und Stingl, die Vertreter des
Reichsfinanz-⸗, Reichssarbeits und Reichswehrministeriums
den Ministerpräsidenten Bra un die Minister Höpker—
Aschhoff. Hirtstsefer und Dr. Steiger, die Ver—
treter der einzelnen Behörden, der Volksneortretungen, der
VPresse und der deutschen Beamtenhechschulen. Warme
Worte findet er wiederum für die Kollegen aus Danzig
aus dem Saargebiet und den besetzten Loandesteilen:
Ein sogenannter Friedensvertrag hat diese Kolleger
vom deutschen Vaterlaude getrennt. vicht gelrennt aber ha
er unsere Herzen und unsere deutsche Runge. Wir werden
iesen Kollegen deutsche Treue hewahren: sie sind unte;
ndem Drück die Träger deutschen Gedankens, und so

tehen wir unbeirrt hinter ihnen und hoffen auf den Tag
za die widernatürlichen Grenzen beseitigt und sie in die
Arme ihrer deutschen Brüder und Schwestern zurückgefüßrt
werden.“ (Lebhafter Beifall.)
Weitere Worte herzlicher Begrüßung gelten Stats
minister Drewes und Staatssekretär Dr. Müller, den
Rednern des Tages, und endlich den Vertretern der beiden
großen, nunmehr geeinten Organisationen.
Als erster Redner erhält das Wort Reichskanzler
Dr. Marx. Lebhaft begrüßt, überbringt er die Glück—
wünsche der Reichsssregierung zum heutigen Tage. Weit
über den Rahmen einer Begrüßungsrede hinaus kommt
er aber dann noch, „weil ihm dabei das Herz übergeht“, auf
Verfassung, Staatsform und Bamtenpflicht zu sprechen.
„Für die Beamtenschaft darf es eine Frage der Staatsform
 nicht mehr geben. Die Staatsform ist da. Helfe
ein ieder mit, daß sie das wird, was sie sein soll Vor allen
muß man Achtung vor ihr haben. Was heute in dieser
Beziehung in Deutschland geschieht, wäre in England und
Amerika einfach unmöglich“. — „Wer sich glaubt zu den
heheren Beamten zählen zu müssen, der soll auch wissen
aß er dadurch höhere Pflichten zu erfüllen hat.“ Hohe
Worte des Lobes findet er für die Begamten, die Hüter der
Ordnung in den Jahren der Not.
Die aus innerstem Herzen kommenden Worte des obersten
Reich?zbeamten lösen minutenlangen starken Beifall aus
Stehend hört sich die Versammlung Flügels feine Danlkes
worte an, und mächtig braust das Hoch auf das Vater
land und das Deutschlandlied durch den Saal.
Dann spricht Ministerpräsident Braun Worte der An—
erkennung, der Pflicht, des Dankes, Glücwünsche. Auch
seine Aussührungen lösen lauten Beifall aus.
Weiter sprechen je ein Vertreter des Reichssstaͤges unr
Landtages. Sie überbringen die Glückwünsche «.ꝛ
Parteien.

—

—
d Oerkers
Eseckpulver
—*
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1
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Gebacken mit Pr. Oetkers Bactipulver Dackin“
Vollmundig. von vorzũslichem Geechmack nsαννdentlich nahrhaft

E—8

Zutaten: Teig: 68s g Butter, 60 g Zuchker, iso g Weizenmenl, J Ei,
s Pãckchen von Dr Oetker's Backpulver, Backin'. — Bela g: II/, Pfund
Quark, 200 g Zucker. 1 Packchen Dr. Oetker's Saucenpulver Vanilse-Geschmack,
2 Eier, das Weiße zu Sehnee geschlagen, 60 8 Dr. Oetker's Gustip
150 5 MsCorinthæn. ete aanren 6514—p-Zubereitung

 Zuerst bereltet man den Mürbeteig. Ei und Zucker werden mit
zinem Teil des mit dem Backin gemischten Mehles verrührt Dann arbeitet mar
die kaltgestellte und in Stückchen zerpflückte Butter mii dem Rest des Mehles
inter die Masse und fügt nötigenfalls soviel Menl hinzu, daß sich der Teig aus
ollen lätzt. Mit dem fertigen Teg belegt man den Boden einer Springforni
den Quark hat man vührenddessen auf, einem Sieb gut ablaufen lassen, reib—
ihn dineh ein feines Sieb und verrührt ihn sorgfältig mit etwas satrem Rahm
zu einer 88— Masse. Dann gibt man nach und nach Zucker, Eidotter, Vanillezaucenpulver,
 Gustin und Korinthen hinzu und verrührt nochmals gut. Zuletz
nebt man eichug den Eiweißschnee unter die steife Quarkmasse, streicht diese
zuf den Teig und backt den Kuchen bei guter Mittelhitze ca. 50 Minuten
verlangen Sie in den einschl. Geschäften die neuen farbig illustr. Rezept.
enet uee —55 zu haben, geg. Einsendung von Marken von
meiner General-Vertretung: 0 ther, J
Saaurbrũcken 3, Postiach 409. Dr. F Hoetusr, hieleseld
— — ———— — —
            
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