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Der Beamkenbund erscheint wöchenk—
lich einmal, und zwar Samstags
Redaktionsschluß, auch für Anzeigen,
drei Tage vor dem Erscheinungstage.

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Zeitschrift
des Beamtenbundes
des Saargebietes

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zugspreis monatlich 3.— Franken.
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Verantwortlich: Für den redaktionellen Teil Peter HSild, Saarbrücken 3, Neugrabenweg 89; für den Reklame⸗- und
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Geschäftsstelle des Beamfenbundes des Saargebietes: Saarbrücken 2, St. Johannerstr. 55, Fernspr. 3055, Postscheckkonko 1700 Saarbrücken
Druck und Verlag: Saarbrücker Oruckerei und Verlag A.G., Saarbrücken 3, Fernsprecher 3130 —3134 und 460 462.

1. Jahrgang

Saarbrücken, den 16. Oktober 1926

Nummer 42

ZURILAGE

Die Unterschiedsbeträge aus der Erhöhung des Um—
rechnungsfaktors auf 6 werden in diesen Tagen ausge—
zahlt. Wer freut sich deshalb? Wohl nur wenige. Der
Betrag ist zu gering. Er kann keine Linderung der großen
Not der Beamten bringen. Mit dem bereits am 25. Sep—
tlember gezahlten Oktobergehalt reicht er nicht einmal aus
für die Bestreitung der laufenden Kosten im Haushalt
bis Ende des Monats. Denn nicht ganz den 7. Teil der
bisherigen ganz unzureichenden Bezüge macht er aus, und
ein Fünftel eines Moncits soll der Beamte länger damit
wirtschaften!
Bei derartigen, sich seit Monaten wiederholenden Zu—
mutungen durch die Regierungskommission müssen die
Beamten unbedingt verelenden. Wie oft schon hat die Be—
amtenvertretung mündlich und schriftlich darauf hinge—
wiesen, daß die Mehrzahl der Beamten mit den jetzigen
Bezügen auch bei den größten Einschränkungen nicht leben
kann. Wenn es die Regierungskommission nicht zu einer
Katastrophe kommen lassen will, ist es allerhöchste Zeit,
mit der Beamtenvertretung über eine richtige Festsetzung
der Gehälter zu verhandeln.
»Die jetzige Methode der Errechnung des Umrechnungsfaktors
 muß durch eine gerechtere und bessere ersetzt, zum
mindesten ergänzt werden. Es muß endlich das in Baden⸗
Baden von der Regierungskommission gegebene Ver—
sprechen eingelöst werden, „in der Anpassung der saar⸗
ländischen Beamtenbezüge an die deutschen bis an die
Grenze des Möglichen zu gehen“. Es ist tief bedauerlich
wenn man bei der Ueberprüfung der jetzigen Errechnungs⸗
methode zu dem Ergebnis kommt, daß für eine Anglei⸗
chung unserer Bezüge an die deutschen eine ungünstigere
Formel als die der Regierungskommission nicht gefunden
werden konnte.
Mit dem größten Verständigungswillen ist die Beamten⸗
schaft der neuen Regierungskommission entgegengekom
men. WEs waren auch Anzeichen vorhanden, die eine Besse—
rung des Loses der Beamten erhoffen ließen. Doch die
letzte Zeit brachte uns die unangenehme Feststellung, daß
es eher rückwäris als vorwärts gegangen ist.

Die heutige Stunde ist bitter ernst. Vor allem muß
den Beamten sofort aus der dringendsten Not geholfen
werden. Es müssen ihnen sofort die Mittel für die Be
schaffung der notwendigsten Bedürfnisse an Wintervor
rüten usw. bewilligt werden. Bei den bisherigen Be—
zügen war es den meisten Beamten unmöglich sich die
erforderlichen Barmittel zu ersparen, zumal wenn von
dem, was die Regierungskommission den Beamten ur—
sprünglich zugedacht hatte, noch Beträge vorenthalten wer—
den, wie es durch die nicht allmonatliche Neufestsetzung
des Umrechnungsfaktors geschehen ist. Es ist deshalb
lein unbilliges Verlangen, wenn die Beamtenschaft heute
darum bittet, ihr diesen Betrag in Höhe von 80 Prozent
des Einkommens für September nachträglich auszuzah⸗
len und ihnen so zu den Mitteln für die Beschaffung der
notwendigsten Bedürfnisse an Wintervorräten zu verhel⸗
fen. Dabei geht die Erfüllung dieser Bitte noch nicht
einmal über den Rahmen der bisherigen ganz unzurei⸗
chenden Angleichung der Regierungskommission hinaus.
Auch das Verhalten der Regierungskommission in der
Betreuungsaktion hat in der Beamtenschaft große Erre—
gung hervorgerufen. Die Beamtenschaft kann wohl ver—
stehen, wenn in dieser Angelegenheit ein Notenwechsel
zwischen der Regierungskommission und der Reichsregie—
rung entsteht, unbegreiflich bleibt ihr aber, daß die Re—
gierungskommission für die Erledigung einer Antwort in
diesem Notenwechsel solch lange Zeit braucht. Die Re—
gierungskommission will bislang nicht in der Lage ge—
wesen sein, unsere Reichsmarkausgaben zu ersetzen. War⸗
um verzögert sie denn die Erstattung dieser Kosten durch
das Reich? Es sind berechtigte Ansprüche, die der deutsche
Beamte an der Saar auf Grund rechtsverbindlicher Zu—
sagen an die Reichsregierung machen konnte und in seiner
bitteren Not machen mußte.
Der Beamitenschaft sei gesagt, je ernster die Stunde und
je größer die Widerstände, die sich unserem berechtigten
Bestreben auf eine Verbesserung unserer Lage entgegen—
temmen, desto größer sei die Einigkeit, als Bollwerk er—
olgreicher Abwehr. Blinn.

385 —
            
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