Zede andere Tatsache, welche eine Herabsetzung oder die
Einstellung des Frauenzuschlages zur Folge hat, hat der
Beamte unwverzüglich anzuzeigen. Auf diese Vorschriften ist
der Beamte bei der erstmaligen Anweisung des Frauen—
zuschlages ausdrücklich hinzuweisen.
Die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beamten sind weder
für die Gewährung noch für die Höhe des Frauenzuschlags
von Belang.
5) Der Frauenzuschlag wird vom Ersten des Monats an
gezahlt, in welchen das für die Gewährung maßgebende Er—
eignis fällt.
Die Zahlung des Frauenzuschlages wird vom Ersten des
Monats an eingestellt, der auf das für den Fortfall maß
gebende Ereignis folgt; hat sich das Ereignis am ersten Tage
eines Monats zugetragen, so ist die Zahlung von diesem
Tage ab einzustellen. Fällt der Frauenzuschlag fort, wei'
dem verwitweten Beamten ein Kinderzuschlag nicht mehr
zusteht, so gilt als maßgebendes Ereignis für den Fortfall
des Frauenzuschlages der Zeitpunkt des Fortfalls des Kin—
derzuschlages. Muß die Zahlung des Frauenzuschlages ein
gestellt werden, weil der verwitwete Beamte im eigenen
Hausstand für den vollen Unterhalt eines Kindes nicht
mehr aufkommt da das eigene Einkommen des Kindes die
Hälfte des Kinderzuschlages übersteigt, so fällt der Frauen—
zuschlag mit Ablauf des Kalendervierteljahres weg, in dessen
zweitem Monat das eigene Einkommen des Kindes den ge—
nannten Betrag übersteigt. Die Ziffer 14 der Ausführungs—
bestimmungen zu J1 (Kinderzuschläge) gilt entsprechend.
Stirbt die Ehefrau, so erhält der Beamte beim Vorliegen
der sonstigen Voraussetzungen den Frauenzuschlag, auch
wenn er nicht bereits als Witwer Anspruch darauf hat, noch
für den ganzen Sterbemonat, sowie für die darauf folgen—
den drei Monate.
Von der Bundesleitung
Kurze Mitteilungen
Die Regierungskommission hat in ihrer Sitzung vom
18. September beschlossen, den Umrechnungsfaktor mit
e ab 1. Okttober 1926 von 53 auf 6 zu er⸗
höhen.
Die Oktobergehälter sollen am 25. September ausgezahli
werden.
Die Bundesleitung hat bereits zu dem Beschluß Stellung
pawn Näheres in der nächsten Nummer unserer Zeit—
schrift.
Aus den Verbänden
Verband der Bahnhofsverwalter, Eisenbahn-Assistenten.
Betriebs⸗Assistenten und Anwärter im Saargehiet
Am 12. Sept. 1926 fand im Lokale John, Saarbrücken 2
eine Hauptversammlung des Verbandes statt. Sie wurde
um 4.15 Uhr durch den 1. Vorsitzenden, Kollegen Reschke, er—
öffnet. Anwesend waren 95 Kollegen.
Zu Punkt 1 der Tagesordnung hielt der Kollege Schmit!
Albert, Heinitz, einen Vortrag über den Wert der Fach
schulen. Reicher Beifall lohnte die Ausführungen.
Zu Punkt 2 hielt der 1. Vorsitzende ein kurzes Refera
über Anwärter⸗, Beförderungs- und Besoldungsdienstalter
Zu Punkt 8, Festsetzung der Beiträge. Die Beiträge für
das 4. Quartal wurden wie folgt einstimmig genehmigt:
Beamtenbund 9.- Franken
Vereinigung 3.50 Franken
Sterbekasse 8.— Franken
Ortsgruppe 1.50 Franken
Verband 3.50 Franken
usammen 25.50 Franken
Der Beitrag der Pensionäre beträgt 2.50 Frs. weniger
als der der aktiven Mitglieder.
Die zu Punkt 4 seitens des Vorstandes gemachten Vor—
schläge zum Verwaltungs- und Disziplinarrat wurden ein—
stimmig gutgeheißen.
Zu Punkt 5 teilte der 1. Vorsitzende den Mitgliedern die
Genehmigung der Beförderung zum Eisenbahnassistenten der
formlos in Betrieb und Verkehr geprüften Betriebsassisten
ten mit. Hierbei wurde noch angeregt, seitens des Ver—
bandes nichts unversucht zu lassen, um auch hierbei ent—
standene Härten zu beseitigen. Weiter wurde noch mitgeteilt
daß auch für diejenigen Kollegen (Eis. Ass.), die seinerzei
— wurden, die Ergänzungsprüfung in Aussich!
tände.
Zu Punkt 6 hielt Kollege Schmidt, Heinitz, noch einen
Vortrag über die Baden-Badener Abrede und die mit ihr
zusammenhängende Betreuungsaktion. Nachdem unter Punkl
Verschiedenes noch einige kleine Anfragen erledigt waren,
schloß der 1. Vorsitzende mit einem Dank an die anwesenden
Kollegen um 8.15 Uhr die Versammbung. J
NB. Mit Rücksicht darauf, daß ab 1. 10. 1926 die Beiträge
stationskassenseitig eingezogen werden, bitten wir die Kolle—
gen, Vertrauensmänner und Ortsgruppenkassierer nichts
unversucht zu lassen, damit bis zum 15. 10. 1926 die Ab
rechnung sämtlicher Reste erfolgen kann.
Der Vorstand: Reschke, Rabe, Lehnerdt.
Fachgruppe der Rottenaufsichtsbeumten
Einladung.
Am Sonntag, den 3. Oktober 1926, nachmittags 2.30 Uhr
findet im Lokale der Wäirtschaft Alt zu Malstat!
unsere Vierteljahrsversammlung statt.
Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt
gegeben.
Wegen der großen Wichtigkeit der Tagesordnung wird
um vollzähliges Erscheinen der Mitglieder dringend gebeten.
Der Vorstand:
Schunk, Hermann, Hoffmann.
— ⏑
Walter Rathenau über den Beamtenstand
Für die „sorglose Existenz“ der Beamten.
Aus einem Briefe Walter Rathenaus an den Generalland
schaftdirektor Wolfgang Kapp vom 27. Dezember 1919
..... Ich glaube, daß die Größe eines Landes ganz vor—
wiegend auf sittlichen Werten beruht, und möchte zu den
stärksten unserer Heimat den Idealismus unseres Beamten
standes rechnen. Unterliegt dieser schon an sich in einer
fapitalistischen Zeit schweren Angriffen und Versuchungen
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