Full text : 1.1926 (0001)

Nach den zur Zeit vorliegenden Richtlinien würden
40 Prozent der Beamten, sowie die gesamten Angestell—
ten und Arbeiter von der Betreuung ausgeschaltet. Bei
der Beamtenschaft würden diejenigen Beamten nicht in
den Kreis der zu unterstützenden gezogen, die in den
letzten 6 Jahren in das Beamtenverhältnis einrückten,
damit in den ersten Altersstufen ihrer Besoldungsgruppe
stehen und meist alleiniger Ernährer einer zahlreichen
Familie sind. Die Arbeiter und Angestellten sollen gänz—
sich ausgeschaltet werden.
Die Arbeiter und Angestellten des Saargebietes, ins—
besondere soweit sie ehemalige deutsche Staatsbedien—
stete sind, bzw. unter normalen Verhältnissen heute
deutsche Staatsbedienstete wären, glauben das gleiche
Recht auf eine Unterstützung durch die Reichsregierung
zu haben, wie der Teil der Beamtenschaft, der unter die
Betreuungsrichtlinien fällt.
In erster Linie dürfte es aber auch Aufgabe des
Reiches sein, denjenigen Empfängern von Sozialrenten
mit entsprechenden Unterstützungsmaßnahmen beizu—
springen, die trotz jahrzehntelanger Beitragsleistung in
Goldmark infolge der Abtrennung der Sozialversiche—
rung des Reichs, heute Renten im Höchstbetrage von
170 Fr. (in Worten: Einhundertsiebzig Franken) bezie—
hen. Die Verpflichtung für diese Arbeitsinvaliden zu
sorgen bezw. ihnen durch Zuschüsse aus der bittersten
Not zu helfen, dürfte nach Auffassung der Saarbevöl—
kerung eine der ersten und vornehmsten moralischen und
rechtlichen Pflichten der Heimatregierung sein.
Die Not dieser Aermsten der Armen zu schildern, möch—
ten wir mit Rücksicht auf die genügend in der Oeffentlich—
keit behandelnden Verhältnisse dieser Rentenempfänger
ersparen.
Die unterzeichneten 3 Eisenbahntariforganisationen er—
suchen Sie, Herr Reichskanzler, Ihren Einfluß geltend zu
machen, damit die Unterstützungsaktion auf sämtliche
Staatisbedienstete des Saargebiets ausgedehnt wird.
Sollten die bereitstehenden Mittel für die Erfüllung der
gestellten Forderungen nicht ausreichen, so erwarten die
unterzeichneten Gewerkschaften von der Reichsregierung,
daß sie die zur Verfügung stehenden Gelder in erster

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dinie zur Unterstützung der heute im wahren Sinne des
Wortes hungernden Sozialrentenempfänger des Saar—
gebiets verwendet.
Eine Ausschüttung von Reichsmitteln im Saargebiet
ohne Berücksichtigung der Alt-Sozialrentner würde von
der gesamten Saarbevölkerung nicht verstanden werden.
Die von den unterzeichneten erhoffte Antwort bitten
wir an die Bezirksleitung des Einheitsverbandes der
Eisenbahner Deutschlands, Saarbrücken 3, Brauerstraße
b bis 8 gelangen zu lassen.
Hochachtend!
Einheitsverband der Eisenbahner Deutschlands
gez. Paul Vaders.
Gewerkschaft deutscher Eisenbahner
gez. Elz.
Allgemeiner Eisenbahner-Verband
gez. Ecken.

Aus den Verbänden
Vereinigung der Obersekretüre und Inspektoren
der Bergvrerwaltung
Einladung
zu der Mitgliederversammlung am Samstag, den 18. d.
Mts., abends 7.30 Uhr, im Nebenzimmer der Münchener
Küche zu Saarbrücken.
Tagesordnung:
Betrauungsaktion.
Berufsfragen.
Herbeiführung einer Arbeitsgemeinschaft der Organi—
sationen der zur Saar-Bergverwaltung beurlaubten
Staatsbeamten.
1. Verschiedenes.
Der Beitrag für den Beamtenbund für Oktober von
3 Fr. wolle seitens der Herren Vertrauensmänner ein—
zezogen und in der Versammlung abgeliefert werden
Zahlreiches Erscheinen erwünscht.
Der Vorstand.
verband der Bahnhofsverwalter, Eisenbahngssistenten,
Betriebsassistenten und Anwürter im Saargebiet
Ortsgruppe Suarbrücken
Am Samstag, den 21. August 1926, abends 8 Uhr, fand
eine Versammkung der Ortsgruppe Saarbrücken in der
Wirtschaft Zapp, Triererstraße, statt. Die Tagesordnung
umfaßte nachstehende Punkte:
1. Verlesen der Niederschrift der letzten Versammlung
2. Besoldungs- und Standesfragen
3. Verschiedenes.
Sämtliche Kollegen waren schriftlich durch die Vertrau—
»nsmänner eingeladen.
Der Vorsitzende eröffnete gegen 9 Uhr die Versammlung,
zegrüßte die erschienenen Kollegen und sprach sein Be—
dauern über den schwachen Besuch aus. Es dürfte wohl
yon den Koll. als besondere Pflicht anzusehen sein daß die

—⸗
Zum Schutze des Kindes
gegen die verschiedenen Schädigungen der Haut verwendet
man Vasenol-Wund- und Kinder⸗-Paste, um die Ein—⸗
wirkung des nächtlichen Nässens auf die Haut unwirksam
zu machen. Hierauf pudert man mit Vasenol⸗Wund⸗
ind Kinder-Puder ein. Die Vasenol-Präparate kann man
in allen Apotheken und Droger en kaufen. s91

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