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taat seine höchste Steigerung erfahren, muß zum andern
in der Berufsbeamtenschaft zu einer ebenso hohen wie
abgeklärten Staatsauffassung führen. Schlecht steht es
dem deutschen Beamten an, mit offenem Haß auf ganze
Volksschichten zu blicken, mag er ihre Haltung auch be—
dauern und, wenn er Politiker ist, auch zu beeinflussen
und abzuwehren suchen; aber immer hat er zu bedenken
daß er Diener des ganzen Volkes ist, daß sein Berufs—
tand sozusagen die Inkarnation des Staatsgedankens, der
Volksgemeinschaft, der Unterordnung des einzelnen unter
das Ganze bedeutet. Die historische Erziehungsaufgabe
die hier den gewerkschaftlichen Beamtenorganisationen er—
wächst, hat kaum jemand ergreifender und hinreißender zu
schildern vermocht, als Professor D. Dr. Schreiber in
seinem einen wahren Begeisterungssturm entfesselnden
Vortrage auf dem 4. Bundestage des Deutschen Beamten—
hundes am 10. Oktober 1924 über das Beamtentum im
deutschen Volksstaat.
Aber auch Beamte sind nur Menschen, sind Fleisch vom
Fleisch des Volkes. Das darf nicht übersehen werden.
Man kann von ihnen nicht Außerordentliches verlangen,
wenn ihre Stellung nicht ihren Aufgaben entspricht. Nur
wer Gelegenheit gehabt hat, zu bewundern, wie pflicht⸗
treue Beamte auch in Zeiten höchster wirtschaftlicher Noi
tausendfachen Versuchungen, die lockend an sie herange
tragen wurden, ohne Besinnen trotzten, wie sie lieber zu
Hause mit Not und Sorgen kämpften, als ihr Amt ent—
ehrten, der kann den ungeheuren Wert ermessen, den das
Beamientum — mögen sich zur tiefen Betrübnis von Mil—
lionen auch mitunter vereinzelte Pflichtvergessene finden
— für das deutsche Volk hat. In der Oeffentlichkeit, die
so leicht und so häufig abfällig urteilt über das Berufs—
beamtentum, die nörgelt und mäkelt an der Zahl der Be—
amten, an dem amtlichen Geschäftsgang, an vermeintlicher
Engherzigkeit usw., wird kaum je die ungeheure moralische
Leistung der Beamtenschaft betont, eine Leistung, die nicht
mit Geld und Geldeswert, sondern nur durch ehrliche
Anerkennung seitens aller Volksgenossen aufzuwiegen ist.
Was der Beamte braucht, um zielsicher, freudig und
zewissenhaft seinen Dienstpflichten nachzukommen, ist eine
wenn auch bescheidene, so doch leidlich sorgenlose und vor
allem unabhängige Existenz, im übrigen aber mindestens
ꝛbensosehr der Glaube an staatliche Gerechtigkeit. Was
empörie uns alle beim Erscheinen jener unseligen, jetzt
endlich im Strome der Zeit versinkenden Personalabbau—
»erordnung? Die materiellen Schädigungen? Gewiß, sie
varen bitter genug für eine ohnehin schwerringende Volks—
schicht, dabei kaum von Segen für die Volksgesamtheit,
was uns aber bis ins innerste traf, was etwas in uns zu
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Die führende Marke im dSaargebiet
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öten drohte, das war das Gefühl, unter ein Ausnahmie—
lecht gestellt zu sein, den Rechtsboden unter den Füßen
zu verlieren. Dazu gesellte sich das peinigende Bewußt—
ein, daß diese Methoden angewandt wurden gegen einen
Berufsstand, ohne den vielleicht das Deutsche Reich heute
tricht mehr bestehen würde, wenn er sich ihm in den schwer—
ten Stunden seiner Geschichte versagt hätte. Jene Me—
hoden brachten den Glauben an den Staat in der deut—
chen Beamtenschaft ins Wanken, und wie es böse um
ine Religion bestellt sein mag, deren Priester den Glau—
»en an seine Kraft verloren haben, so ist es schlimm um
zen Staat bestellt, dessen Beamtenheer an seiner Gerech—
igkeit zweifelt. Nichts konnte glänzender erneut die hohe
Pflichtauffassung der deutschen Beamtenschaft erweisen,
ils daß sie auch bei diesen furchtbaren Auswirkungen der
Inflationskatastrophe mit äußerem Gleichmut, scheinbar
unerschüttert, ihren Dienst versah, vor Augen die Leiden
ihres unglücklichen Vaterlandes. Jene entsetzliche Zeit
st nun überwunden, im Werden ist das neue Beamten—
recht, dessen Grundstein unser unvergeßlicher Greß gelegt
hat. Möge es so ausgestaltet, so verankert werden, daß
tiemals wieder eine Ausartung erfolgt. Dann wird auch
die Wirkung jenes in — zugegeben — höchster Reichsnot
erfolgten Schrittes verblassen, und die deutsche Beamten—
ichafi wird freudig ihrer Aufgabe nacheifern: Diens
am deutschen Volke!
Frauen- und Kinderzulagen in den
europäischen Ländern
Die Wertung der Familie.
Die österreichische Vereinigung der Familienerhalter im
zffentlichen Dienst hatte sich vor einiger Zeit an alle öster—
reichischen Konsulate in Europa mit der Bitte gewandt,
iber die Lage der Familienerhalter ün den
»urschiedenen Staaten, ihre Gehälter usw. Aus—
unft zu geben. Vor kurzem sind nun die letzten Daten ge—
zeben worden, so daß sich für Europa folgendes Bild der
Familienwertung ergibt:
England zahlt den Frauen der öffentlichen Angestell—
den eine Zulage von 90 Pfund Sterling pro Jahr (1 Pfund
— 20,40 Mk.), 36 Pfund für das erste und 27 Pfund
Sterling für jedes weitere Kind.
Deutschland zahlt eine Frauenbeihilfe von 10 Mk.
oro Monat, für Kinder bis zu 6 Jahren 18 Mk., von
6 bis zu 14 Jahren 20 Mik. und von 14 bis au 21 Jahren
22 Mk. monatlich.
Von Frankreich stehen noch keine festen Daten zur
Verfügung, es reiht sich in der Fürsorge aber unmittelbar
hinter England.
In Oestarreich erhalten die Familienerhalter pro
Kopf der Familtenangehörigen im Monat 5 Schilling (ein
österreichischer Schilling — ungefähr 60 Pfennig deutscher
Währunmg).
Die Tschechoslowakei hat noch das Rangklassensystem
der alten Monarchie bewahrt und zahlt neben einer
Frauenzulage den Beamten bis zur 8. Rangklasse für das
L., 3. 5. usw. Kind 38,2 österreichische Schilling, über die